Elektro-Tretroller bald in Münster?
Moderne Mobilität auf zwei Rädern

Berlin/Kopenhagen -

Sind Tretroller mit E-Antrieb eine Chance auf sauberere Luft und weniger Staus in deutschen Städten? Während sie in Skandinavien längst zum Straßenbild gehören, ist die Infrastruktur in deutschen Städten – und selbst in der Fahrradstadt Münster – für E-Tretroller längst nicht ideal. 

Samstag, 02.03.2019, 14:20 Uhr aktualisiert: 02.03.2019, 14:38 Uhr
In Skandinavien gehören Elektro-Tretroller inzwischen zum alltäglichen Straßenbild. Foto: BMW/dpa-tmn

Wer einen Einblick in die mögliche Zukunft der Mobilität in deutschen Innenstädten erhalten will, der ist in Kopenhagen genau richtig. Oder in Antwerpen, wo sich die Elektro-Tretroller ebenso im Stadtbild etabliert haben wie in Paris, Malmö oder Wien. Und in Deutschland?

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer will E-Scooter zulassen und sieht darin ergänzend zum öffentlichen Nahverkehr eine „echte zusätzliche Alternative zum Auto“. Ziel ist es, dass die nötigen Vorschriften nach Prüfung in Brüssel und Zustimmung des Bundesrates noch im Frühjahr in Kraft treten können. Ab dann soll das Modell E-Tretroller also auch in Deutschland Schule machen – und zwar nach klaren Regeln.

Blick ins Ausland

Die E-Scooter sollen rechtlich wie Fahrräder behandelt werden. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h sollen sie auf Radwegen fahren – wenn es keine gibt, darf auch die Fahrbahn genutzt werden.

Bis zum Inkrafttreten bleibt den Deutschen derzeit nur der Blick ins Ausland. Vielerorts konkurrieren bereits mehrere Anbieter miteinander, darunter oft das Berliner Start-up Tier Mobility, das Stockholmer Unternehmen Voi sowie die kalifornischen Firmen Bird und Lime. Begonnen hat der Trend in San Francisco, mittlerweile können die kleinen Fahrzeuge in Dutzenden europäischen Städten gemietet werden. Andere mögliche Standorte wie Oslo verhandeln mit Anbietern über eine Kooperation. Und dort, wo es Roller gibt, wollen auch andere Firmen Fuß fassen. Der Markt wächst.

Der deutsche Anbieter Tier will bis zum Jahresende in 50 bis 100 Städten aktiv sein. „Wir wollen in allen relevanten Städten in Europa vertreten sein“, sagt Geschäftsführer Lawrence Leuschner . Am liebsten hätte das Start-up seine E-Roller als Erstes in Deutschland gesehen. Weil es aber keine Verordnungen gab, schaute man sich zunächst in anderen Ländern um – und wurde in Österreich fündig.

Infrastruktur ist entscheidend

„Wien war sehr offen dafür, alternative Fahrzeuge zuzulassen. Die Infrastruktur dafür ist da sehr gut“, sagt Leuschner. Gleiches gelte für den Norden. „Skandinavien ist ein sehr spannender Markt. Gerade Dänemark und Kopenhagen sind interessant. Die haben gute Radwege und sind sehr offen für alternative Mobilitätskonzepte.“ Ähnlich sieht es Voi-Sprecherin Carro Hjelm: „Kopenhagen hat eine großartige Infrastruktur mit großen Radwegen und jeder Menge Platz für andere Transportarten als Autos“, sagt sie.

In der Tat gibt es in keiner deutschen Stadt solch eine Infrastruktur für Radfahrer wie in Kopenhagen, nicht einmal im als Fahrradstadt bekannten Münster. Durch die dänische Hauptstadt führen breite, meist makellos asphaltierte Radwege. Nur auf dem Kopfsteinpflaster im Zentrum wird die Rollerfahrt schwierig. Das Pflaster dürfte Nutzer der E-Scooter auch in deutschen Innenstädten vor Probleme stellen. 

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