Vorwurf von „Foodwatch“ & „FragDenStaat“
Kritik an Behörden-"Verschwiegenheit": Schimmel und Schaben an Raststätte

Die gemeinnützigen Organisationen „Foodwatch“ und „FragDenStaat“ veröffentlichten am Donnerstag die teils erschreckenden Ergebnisse von amtlichen Lebensmittelkontrollen in fünf Autobahnrestaurants. Die Aktivisten monieren eine "Geheimhaltung" seitens der Behörden und fordern mehr Transparenz nach dem Vorbild Dänemarks.

Donnerstag, 14.03.2019, 18:42 Uhr aktualisiert: 14.03.2019, 19:54 Uhr
Symbolbild Foto: dpa

Viele Reisende auf deutschen Autobahnen freuen sich über den Anblick einer Raststätte mit Restaurant, Tankstelle und baulich befestigten WCs. Jedoch gelten die häufig von großen Ketten betriebenen Einrichtungen als maßlos überteuert und von Hygienemängeln geplagt. Letzteres scheint sich im Falle von mehreren Raststätten von „ Tank & Rast “ jetzt zu bestätigen: Über das gemeinsame Portal „Topf Secret" veröffentlichten „ Foodwatch " und „FragDenStaat" Details zu Beanstandungen bei den letzten Routinekontrollen in den „Serways"-Autobahnrestaurants des Betreibers.

Erschreckende Verhältnisse

In den bisher unter Verschluss gehaltenen Berichten aus den letzten zwei Jahren sind teils schwerwiegende Hygienemängel zu finden:  „Schwarze Beläge und Lebensmittelreste“, „schwarzrote sporenartige Anhaftungen“ und tote Insekten am Wareneingang. Die Beanstandungen der Kontrolleure zeichnen ein besorgniserregendes Bild von den Zuständen in den Gastronomiebetrieben.

Die besonders schweren Mängel wie Schimmel- und Schabenbefall fielen hauptsächlich im Restaurant der Autobahnraststätte "Hardtwald Ost" an der A5 auf, während in den vier weiteren Betrieben eher geringfügige Verstöße - wie eine unsachgemäße Lagerung von Lebensmitteln oder die Trennung von „reinen“ und „unreinen Produkten“ - entdeckt wurden.

Behörden sehen keinen Informationsbedarf

Die zuständigen Behörden sahen aber auch im Fall des „Ekelrestaurants“ keine Notwendigkeit, die Öffentlichkeit zu informieren, was wiederum „Foodwatch“ und „FragDenStaat“ dazu veranlasste, die entsprechenden Berichte durch Behördenanfragen einzuholen und online zu stellen. Beide Organisationen kritisieren bereits seit längerem einen Mangel an Transparenz bei der behördlichen Lebensmittelüberwachung in Deutschland. 

In einer Presseerklärung forderte „foodwatch“ deshalb eine Reform der Kontrollpraxis nach dem Vorbild Dänemarks. Im Nachbarland werden bereits seit 2002 die Ergebnisse von Lebensmittel- und Hygienekontrollen an der Eingangstür der Betriebe gekennzeichnet. Dies habe die Beanstandungsquote von Lebensmittelverstößen in den Folgejahren beinahe halbiert. 

Mit "Topf Secret" für mehr Transparenz

Um es Verbrauchern zu erleichtern, an Informationen über die Sauberkeit lebensmittelverarbeitender Betriebe zu gelangen, gründeten „Foodwatch" und „FragDenStaat" Anfang des Jahres die Plattform "Topf Secret". Hier können interessierte Verbraucher per Mausklick einen entsprechenden Antrag bei der kontrollierenden Behörde stellen können und die Auskünfte gegebenenfalls gleich hochladen können.

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