Trump besucht Brandorte
Fast 80 Tote nach Buschfeuern in Kalifornien

Verkohlte Ruinen, kahlgebrannte Landschaften, viele Tote, noch viel mehr Vermisste: Das Ausmaß der Brände in Kalifornien ist furchterregend. Präsident Trump zeigt sich bei einem Besuch erschüttert.

Sonntag, 18.11.2018, 18:57 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 18.11.2018, 18:08 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 18.11.2018, 18:57 Uhr
Donald Trump spricht mit Jody Jones, der Bürgermeisterin von Paradise, das von den Waldbränden zerstört wurde. Foto: Evan Vucci

Los Angeles (dpa) - Bei den schweren Waldbränden im US-Bundesstaat Kalifornien ist die bestätigte Zahl der Toten auf fast 80 gestiegen, und weit über 1000 Menschen galten am Wochenende noch als vermisst.

US-Präsident Donald Trump besuchte am Samstag die Gegend um den am schwersten betroffenen Ort Paradise nördlich von Sacramento, dankte den Rettungskräften und sagte Kalifornien Unterstützung zu. Seine skeptische Haltung zum Klimawandel hat sich nach eigenen Worten indes nicht geändert.

Das «Camp Fire» rund um Paradise gilt schon jetzt als das tödlichste und zerstörerischste in der Geschichte des Westküstenstaates. Die Zahl der Todesopfer stieg nach Angaben des Sheriffs von Butte County, Kory Honea, bis Samstag auf 76. Die Flammen konnten sich auf etwa 600 Quadratkilometern Fläche ausbreiten, das entspricht zwei Dritteln der Fläche Berlins. 55 Prozent wurden nach Angaben von Kaliforniens Feuerschutzbehörde inzwischen eingedämmt. Im «Woolsey»-Feuer im Süden Kaliforniens kamen laut US-Medien insgesamt drei Menschen ums Leben.

Waldbrände in Kalifornien

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  • USA, Magalia: Feuerwehrmann Jose Corona ist bei einem Waldbrand im Einsatz.

    USA, Magalia: Feuerwehrmann Jose Corona ist bei einem Waldbrand im Einsatz.

    Foto: Noah Berger
  • 9.11.2018, USA, Malibu: Eine Rauchwolke von den Waldbränden in Kalifornien steigt über Malibu auf.

    Foto: Uncredited
  • Das «Camp Fire» brennt auf einem Hügel in der Nähe von Big Bend. Die schweren Waldbrände in Kalifornien haben verheerende Schäden angerichtet und mehrere Menschen das Leben gekostet.

    Foto: Noah Berger
  • USA, Simi Valley: Ein Feuerwehrmann zieht einen Schlauch über eine Straße. Die Brände in Kalifornien haben bereits Hunderte Quadratkilometer Wald verkohlt und Tausende Häuser zerstört.

    Foto: Zhao Hanrong
  • USA, Magalia: Ein Feuerwehrmann kämpft gegen die Flammen in einem Waldgebiet an.

    Foto: John Locher
  • USA, Simi Valley: Ein Feuerwehrmann bekämpft ein Feuer neben einer Straße.

    Foto: Zhao Hanrong
  • USA, Malibu: Feuerwehrleute kämpfen gegen das Woolsey-Feuer.

    Foto: Ringo H.W. Chiu
  • USA, Chico: Joseph Grado und seine Frau Susan umarmen sich in einem Schutzraum für Brandopfer in der East Avenue Church.

    Foto: Hector Amezcua
  • USA, Paradise: Cathy Fallon streichelt ihren Hund Shiloh. Bei den aktuellen Waldbränden in Kalifornien brannte das Haus und Grundstück von Cathy Fallon nieder. Dabei wurde der Hund Shiloh verletzt und hat nun sichtbare Brandwunden im Gesicht.

    Foto: John Locher
  • USA, Simi Valley: Ein Mann steht mit einem Gartenschlauch in der Hand auf dem Dach seines Hauses.

    Foto: Chris Rusanowsky
  • USA, Paradise: Das «Camp Fire» brennt auf einem Hügel in der Nähe von Big Bend.

    Foto: Noah Berger
  • USA, Paradise: Figuren stehen auf einem Auto, das vom «Camp Fire» zerstört wurde.

    Foto: Noah Berger
  • USA, Paradise: Feuerwehrmann Shawn Slack trägt eine Motorsäge, nachdem er Bäume gefällt hat, die vom «Camp Fire» verbrannt wurden.

    Foto: John Locher
  • USA, Paradise: Ein Gerichtsmediziner sucht nach menschlichen Überresten in den Trümmern eines Hauses, das vom «Camp Fire» zerstört wurde.

    Foto: John Locher
  • USA, Malibu.

    Foto: Ringo H.W. Chiu
  • USA, Paradise: Ein Schild auf dem Highway 191 warnt Plünderer.

    Foto: Hector Amezcua
  • USA, Malibu: Das Selfie vom Twitter-Feed des Schauspielers Gerard Butler zeigt ihn vor seinem vom Woolsey-Feuer zerstörten Haus in Malibu.

    Foto: Gerard Butler
  • USA, Paradise: Ein «Willkommen»-Schild steht in einer durch das «Camp Fire» zerstörten Wohngegend.

    Foto: Noah Berger
  • USA, Paradise: Durch das «Camp Fire» zerstörte und dem Erdboden gleich gemachte Häuser in Paradise.

    Foto: Noah Berger
  • USA, Big Bend: Feuerwehrmann Steve Millosovich trägt einen Katzenkäfig, während er das «Camp Fire» bei Big Bend bekämpft.

    Foto: Noah Berger
  • USA, Paradise: Eine Wendeltreppe steht in den Überresten eines ausgebrannten Hauses, das vom «Camp Fire» zerstört wurde.

    Foto: John Locher
  • USA, Malibu: Ein Flugzeug lässt Löschmittel über einem Waldbrand in den Bergen nahe der Malibu Canyon Road ab.

    Foto: Richard Vogel
  • USA, Paradise: Beamte tragen einen Leichensack, der menschliche Überreste enthält, die in einem von dem sogenannten «Camp Fire» ausgebrannten Haus gefunden wurden.

    Foto: John Locher
  • USA, Paradise: Beamte stehen neben einem Leichensack.

    Foto: John Locher
  • USA, Paradise: Ein Beamter trägt einen Leichensack.

    Foto: John Locher
  • USA, Pulga: Während ein Waldbrand in der Nähe wütet, steht das verbrannte Wrack eines Autos neben verbrannten Zapfsäulen.

    Foto: Noah Berger
  • USA, Paradise: Ein verbrannter Kleinlaster steht auf einer Straße.

    Foto: Noah Berger
  • USA, Malibu: Die Bewohner Damon Webb (l) und Brendon O'Neal säubern eine Straße, die nach dem Woolsey-Feuer mit Dreck und Steinen bedeckt ist.

    Foto: Ringo H.W. Chiu
  • USA, Paradise: Die Überreste eines Opfers der Flammen werden in Paradise geborgen.

    Foto: Noah Berger
  • USA, Malibu: Die Überreste eines Autos, das am Pacific Coast Highway stand.

    Foto: Richard Vogel
  • USA, Paradise: Krystin Harvey (l) tröstet ihre Tochter Araya Cipollini an den Überresten ihres ausgebrannten Hauses, das vom «Camp Fire» zerstört wurde.

    Foto: John Locher
  • USA, Malibu: Die Überreste eines Autos, das am Pacific Coast Highway stand.

    Foto: Richard Vogel
  • USA, Malibu: Ein vom Feuer verschontes Haus steht auf einem Hügel hinter verbrannten Palmen am Pacific Coast Highway außerhalb von Malibu.

    Foto: Richard Vogel
  • USA, Malibu: Der Feuerwehrmann Eric Santana sucht nach Glutnestern.

    Foto: Marcio Jose Sanchez
  • USA, Malibu: Eine Buddha-Figur steht vor einem vom Feuer zerstörten Haus im Windermere Drive.

    Foto: Reed Saxon
  • USA, Augura Hills: Blick auf die vom Feuer zerstörte Paramount Ranch, wo eine Reihe von Hollywood-Western gedreht wurde.

    Foto: Marcio Jose Sanchez
  • 9.11.2018, USA, Santa Monica: Die dichten Rauchwolken der Waldbrände ziehen über Santa Monica.

    Foto: Mark J. Terrill
  • 9.11.2018, USA, Los Angeles: Ein Löschflugzeug vom Typ DC-10 fliegt über Calabasas.

    Foto: Mark J. Terrill
  • USA, Paradise: Vom Feuer zerstörte Autos.

    Foto: Rich Pedroncelli
  • USA, Paradise: Ausgebrannte Autos stehen auf einer Straße.

    Foto: Noah Berger
  • USA, Paradise: Polizist Randy Law kümmert sich um ein Pferd, das aus dem Feuer gerettet werden konnte.

    Foto: Noah Berger
  • USA, Los Angeles: Bei der Stadt Calabasas im Südwesten des San Fernando Valley in Kalifornien brennen mehrere Häuser.

    Foto: Mark J. Terrill
  • USA, Paradise: Rehe gehen an einem zerstörten Haus vorüber.

    Foto: Noah Berger
  • USA, West Hills: Menschen betrachten ein Feuer auf einem Hügel.

    Foto: Marcio Jose Sanchez
  • USA, Venice Beach: Ein Mann steht am Venice Beach und macht ein Foto einer Rauchwolke, die von den Waldbränden rüberzieht.

    Foto: Gene Blevins
  • USA, Paradise: Krankenhausbetten und andere medizinische Gerätschaften stehen auf einem Parkplatz außerhalb des Feather River Hospitals, das zuvor geräumt wurde.

    Foto: Rich Pedroncelli
  • USA, Malibu: Feuerwehrleute kämpfen gegen die Flammen in dem Wohnkomplex am Pacific Coast Highway im Point Dume Gebiet.

    Foto: Reed Saxon
  • USA, Malibu: Pferde, die vor dem Feuer gerettet werden konnten, werden am Zuma Beach festgebunden.

    Foto: Erick Madrid
  • USA, Paradise: Ausgebrannte Autos stehen an einer Straße.

    Foto: Noah Berger
  • USA, Paradise: Eine Maske liegt nach einem Waldbrand vor einem ausgebrannten Haus.

    Foto: Rich Pedroncelli
  • SA, Los Angeles: Menschen, die wegen eines Waldbrandes evakuiert wurden, sind in der Taft Charter High School untergebracht.

    Foto: Richard Vogel
  • USA, Malibu: Ein Feuerwehrmann ist im Einsatz, während ein Haus in der Nähe des Malibou Lake brennt.

    Foto: Ringo H.W. Chiu
  • USA, Malibu: Abgebrannte Autos stehen in der Nähe des Malibou Lake.

    Foto: Ringo H.W. Chiu
  • USA, Malibu: Feuerwehrleute schieben ein Fahrzeug aus einer Garage, während ein Haus in der Nähe des Malibou Lake brennt.

    Foto: Ringo H.W. Chiu
  • USA, Malibu: Ein Haus brennt in der Nähe des Malibou Lake.

    Foto: Ringo H.W. Chiu

«Das ist sehr traurig mitanzusehen», sagte Trump zum Ausmaß der Schäden. Paradise wurde durch das Feuer zu großen Teilen zerstört. Trump besuchte dort einen Wohnwagenpark, von dem nur noch Trümmer übrig waren. Aufnahmen zeigten ausgebrannte Autos, verkohlte Öfen und ein Haus, von dem nur noch der Schornstein stand. Laut mitreisenden Journalisten gab es vereinzelt auch Proteste gegen den Präsidenten. Ein Demonstrant bezeichnete ihn auf einem Transparent als «Dummkopf».

Trump hat für die schlimme Lage das Forstmanagement verantwortlich gemacht. Auf die Frage, ob der Klimawandel eine Ursache sei, sagte er am Samstag, es gebe mehrere Faktoren. Derzeit scheine aber das Forstmanagement ein «sehr großes Problem» zu sein. Gefragt, ob sich etwas an seiner Haltung zum Klimawandel geändert habe, verneinte er dies. Trump hatte einen von Menschen verursachten Klimawandel in der Vergangenheit immer wieder angezweifelt.

Kaliforniens Feuerwehrverband hatte zu Trumps Vorwürfen in den vergangenen Tagen erklärt, die Brände entstünden und verbreiteten sich nicht nur in Forstgebieten. Zudem seien fast 60 Prozent der kalifornischen Wälder unter Bundeskontrolle und rund ein Drittel in privater Hand. Experten hatten eine lange Dürre, verdorrte Vegetation und extreme Winde als Mitursachen für das Ausmaß der Brände genannt.

Für Aufsehen sorgte Trump, als er Finnland als Beispiel für gelungenes Forstmanagement heranzog und sich dabei auf ein Gespräch mit dem finnischen Präsidenten Sauli Niinisto berief. In dem skandinavischen Land würden sie viel Zeit mit «Rechen und Aufräumen» verbringen, und sie hätten keine Probleme, sagte Trump. Die finnische Zeitung «Ilta-Sanomat» zitierte Niinisto am Sonntag mit den Worten, er habe mit Trump zwar über das finnische System zur Waldbrandprävention gesprochen. Dabei sei es aber nicht ums «Rechen» gegangen.

Unterdessen ging die Suche nach Überlebenden der Katastrophe in Kalifornien weiter. Die Zahl der Vermissten im Norden des Bundesstaates bezifferte Sheriff Honea am Samstag auf 1276 - das waren 265 mehr als am Vortag. Er sagte, der Anstieg komme daher, dass die Behörden nach wie vor Informationen auswerteten. Er rief die Menschen dazu auf, sich zu melden, wenn sie in Sicherheit seien. Nach Angaben der Behörden waren viele Menschen wegen ausgefallener Mobilfunknetze nicht zu erreichen. «Wir stellen fest, dass viele Menschen gar nicht wissen, dass wir nach ihnen suchen», sagte Honea laut CNN.

Glück im Unglück hatte laut einem CNN-Bericht eine 93-jährige Frau in Magalia nördlich von Paradise. Sie erfuhr aus den Nachrichten, dass sich das Feuer ihrem Wohnviertel näherte. Als sie um Hilfe rufen wollte, funktionierte das Telefon nicht mehr. Sie versuchte, sich zu Fuß in Sicherheit zu bringen, als plötzlich ein großer Müllwagen vorbeikam und sie mitnahm.

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