Bestand steigt rasant an
Bald 1000 Wölfe in Deutschland

Görlitz/Wesel -

Der Angriff von Wölfen auf eine Herde von Schafen und Ziegen in Ostsachsen hat eine Debatte über die Gefahren durch Wölfe ausgelöst. Wie gefährlich sind Wölfe? Und wie kann man Nutztiere vor ihnen schützen? Der Bestand von Wölfen steigt jedenfalls in Deutschland rasant an. 

Mittwoch, 10.10.2018, 13:00 Uhr aktualisiert: 10.10.2018, 14:32 Uhr
2009 gab es den ersten Nachweis eines einzelnen durchziehenden Wolfes in NRW, nachdem die Art hier 180 Jahre lang als ausgestorben galt. (Symbolbild) Foto: dpa

Der Anblick war schrecklich. Gerissene Schafe und Ziegen lagen auf der Wiese vor der Naturschutzstation „Östliche Oberlausitz“, einige der Kadaver lagen im Blut auf der Straße des Dorfes Förstgen – übel zugerichtet. Die genaue Zahl der offenbar von einem ganzen Wolfsrudel angegriffenen und getöteten Moorschnucken und Burenziegen ist noch nicht sicher, einige der Tiere werden vermisst. „Insgesamt bestand unsere Herde aus 151 Tieren. Wenn wir die vermissten Tiere nicht bald finden, müssen wir davon ausgehen, dass die Wölfe sie mit genommen haben“, sagt Annett Hertweck , Leiterin der Naturschutzstation „Östliche Oberlausitz“ der dpa.

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Tote Schafe der Herde der Naturschutzstation «Östliche Oberlausitz» liegen auf einer Wiese. Wölfe haben offenbar nahe der ostsächsischen Ortschaft Förstgen eine Schafherde angegriffen und dabei wohl mehrere Dutzend Tiere gerissen. Foto: Benno Bilk

Landesratsamt prüft Abschuss 

Die Herde ist nicht zum ersten Mal Opfer eines Angriffs von Wölfen. Im Dezember 2017 wurden acht Tiere gerissen, von 29 weiteren Tieren der Naturschutzstation – sie gehört zum sächsischen Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft – fand sich nie wieder eine Spur. „Es ist schlimm, die ausgeweideten Tiere zu sehen. Man entwickelt ja auch eine emotionale Bindung an die Tiere“, sagt Annett Hertweck örtlichen Medien.

Das zuständige Landratsamt prüft nun einen möglichen Abschuss der in Sachsen sehr stark auftretenden Wölfe. „Wir prüfen die Rechtslage und die Situation vor Ort genau“, sagt ein Sprecher des Landratsamtes, das in Sachsen das letzte Wort über eine Bejagung der Tiere besitzt. Man stehe auch in Kontakt mit dem Ministerium in Dresden – eine Entscheidung kann dauern.

Gutachten zum Wolf in Westfalen vorgestellt

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  • 01 Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Clemens Freiherr von Oer (Vorsitzender des Verbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe) bei der Vorstellung des Wolf-Gutachtens am 8. August 2017 on der WLV-Geschäftsstelle in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Im Allwetterzoo friedliche Besuchermagneten: Timberwölfe.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Dr. Matthias Quas (WLV-Vertreter im Landesjagdbeirat NRW), Laura Jacobs (WLV-Pressestelle), Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel (Diplom-Biologe, Professor für Zoologie an der FU Berlin), Johannes Röring (Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands), Clemens Freiherr von Oer (Vorsitzender des Verbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe) und Jürgen Reh (Rechtsanwalt und Geschäftsführer des Verbandes der Jagdg...) bei der Vorstellung des Wolf-Gutachtens am 8. August 2017 on der WLV-Geschäftsstelle in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel (Diplom-Biologe, Professor für Zoologie an der FU Berlin), Johannes Röring (Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands), Clemens Freiherr von Oer (Vorsitzender des Verbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe) bei der Vorstellung des Wolf-Gutachtens am 8. August 2017 on der WLV-Geschäftsstelle in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Johannes Röring (Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands) bei der Vorstellung des Wolf-Gutachtens am 8. August 2017 on der WLV-Geschäftsstelle in Münster.

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  • Clemens Freiherr von Oer (Vorsitzender des Verbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe) bei der Vorstellung des Wolf-Gutachtens am 8. August 2017 on der WLV-Geschäftsstelle in Münster.

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  • Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel (Diplom-Biologe, Professor für Zoologie an der FU Berlin) bei der Vorstellung des Wolf-Gutachtens am 8. August 2017 on der WLV-Geschäftsstelle in Münster.

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  • Im Allwetterzoo friedliche Besuchermagneten: Timberwölfe.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Im Allwetterzoo friedliche Besuchermagneten: Timberwölfe.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Im Allwetterzoo friedliche Besuchermagneten: Timberwölfe.

    Foto: Gunnar A. Pier

DJV: Bestand wächst pro Jahr um 30 Prozent

Für den Deutschen Jagdverband (DJV) eine nicht hinnehmbare Verzögerung. „Wir brauchen schnelle Handlungsentscheidungen, um Tiere zu schützen“, sagt Torsten Reinwald, Sprecher des DJV, unserer Zeitung. Der Bestand von Wölfen dürfte nach seinen Angaben bis 2019 auf mindestens 1000 Tiere steigen, die Population wachse pro Jahr um 30 Prozent.

„Wir müssen den aktuellen rechtlichen Schutzstatus für Wölfe reduzieren, auch im Sinne der Wölfe. Jeder neue Angriff auf Nutztiere steigert ja die Angst in der Bevölkerung.“ Damit spielt er auf die Stimmung in der Bevölkerung an. „Es gibt keinen Schutz von Tieren vor Wölfen zum Beispiel durch einen Elektrozaun“, sagt Reinwald weiter. Im jetzt betroffenen Ort sei der Zaun um die Naturschutzstation ebenfalls sehr hoch gewesen. Die Wölfe hat dies aber nicht abgeschreckt. Auch in Niedersachsen wurden zuletzt erste Attacken von Wölfen registriert – die Tiere überwanden dort sogar einen 1,4 Meter hohen Zaun.

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