FDP-Fraktion zwischen Regierungsverantwortung und eigenem Profil
Liberales Leben ohne Lindner

Düsseldorf -

Nach gut einem Jahr hatte Christian Lindner noch mal Sehnsucht nach rheinischer Nestwärme. Als der FDP-Bundesvorsitzende Anfang des Monats in Düsseldorf die Landtagsfraktion besuchte, deren Chef er einst gewesen ist, konnte er sich über eine halbwegs geräuschlos arbeitende schwarz-gelbe Koalition in NRW freuen.

Dienstag, 16.10.2018, 18:54 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 16.10.2018, 18:54 Uhr
Der Fraktionsgeschäftsführer der FDP: Henning Höne Foto: fdp Fraktion NRW

Doch als er nachher vor die Presse trat, ging es um Bundespolitik, um Dieselfahrverbote und anderes. In Düsseldorf und doch weit weg.

Mit Lindners Wechsel nach Berlin hat der frühere Fraktionsgeschäftsführer Henning Rasche die Führung übernommen. Sein Nachfolger wurde vor gut einem Jahr dann Henning Höne, Landtagsabgeordneter aus Coesfeld. „Ich halte das für einen der spannendsten Jobs im Politikbetrieb“, sagt er heute und ist froh, die Gelegenheit bekommen zu haben. „Das ist hier der Maschinenraum – laut, heiß, stickig, stressig.“

Das klingt nach mehr Arbeiter-Romantik, als im Landtag zu finden ist. Tatsächlich muss Höne zusammen mit der FDP-Fraktion und seinem CDU-Pendant Matthias Kerkhoff sicherstellen, dass die knappe Ein-Stimmen-Mehrheit von Schwarz-Gelb im Landtag hält. Bisher ist es gut gegangen. Denn ­dafür muss man als Parlamentarischer Geschäftsführer auch die politische Stimmung im Blick haben.

Von außen war die nicht immer positiv für die kleinere Regierungsfraktion – etwa als sie im Fall des widerrechtlich abgeschobenen Islamisten Sami A. unter massiven politischen Beschuss geriet und sich der Druck auch auf ihn auswirkte. Oder als die Pläne zur Abschaffung des Sozialtickets den ersten echten Shitstorm auslösten.

Höne ist schon auf hoher Betriebstemperatur gestartet: Gleich zu Anfang musste er die kurzfristig verkündete Beinahe-Verdoppelung der Mitarbeiterpauschalen für alle Abgeordneten einer erstaunten wie empörten Öffentlichkeit vermitteln. Kein Fehler, meint er: „Ich halte es unverändert für wichtig, dass die Abgeordneten arbeitsfähig sind“, sagt er auch mit Blick auf die steigende Zahl von Beratungsverfahren. „Die Arbeit soll dabei auf mehr Kräfte ver teilt, nicht die Gehälter verdoppelt werden.“

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