„Kalte Füße“
Am falschen Zapfen geleckt

Deutsche Konzeptklamotten sind oft schlimm genug, schlimmer wird’s nur, wenn deren Macher ausschließlich Versatzstücke aus besseren Komödien aneinanderreihen. „Kalte Füße“, entstanden mit deutschem und österreichischem Geld, ist ein solcher Fall. 

Donnerstag, 10.01.2019, 17:44 Uhr aktualisiert: 10.01.2019, 18:07 Uhr
Der Unternehmer (Heiner Lauterbach, l.) kann sich kaum gegen Denis (Emilio Sakraya) wehren. Foto: dpa

Der Plot basiert auf einer Gelegenheitsverwechslung, wie man sie aus „Fack ju Göhte“ kennt: Wo dort ein Kleinganove für einen Lehrer gehalten wurde und das Spiel mitspielte, wird hier ein Kleinganove für einen Pfleger gehalten – und spielt das Spiel mit.

Denis (Emilio Sakraya, „4 Blocks“) wollte eigentlich nur die einsam gelegene Villa des Unternehmers Groenert ( Heiner Lauterbach ) ausrauben, doch dann wird er von dessen Enkelin Charlotte (Sonja Gerhardt, „Ku’damm 56“) ertappt. Während der infolge eines Schlaganfalls an den Rollstuhl gefesselte und sprechunfähige Groenert die Absichten des Manns sofort durchschaut, sich aber nicht Gehör verschaffen kann, hält Charlotte den Jüngling für Opas Pfleger. Dann wird das Haus eingeschneit.

Was ein schön böses Kammerspiel hätte werden könnte, fällt in der Regie von Wolfgang Groos („Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“) so bieder aus, dass man es kaum glauben mag. Slapstick-Gags, die sich Hallervorden in „Nonstop Nonsens“ nicht zu bringen getraut hätte, und hilflos eingestreute Zoten über festgefrorene Geschlechtsteile und Urin-Zapfen steuern samt unvermeidlicher Romanze aufs erwartbare Finale zu. Lauterbach wäre als stummgeschalteter Rollstuhl-Berserker eigentlich für ein paar Lacher gut – doch der Affe, dem er da Zucker gibt, liegt von Anfang an tot am Boden.  

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