TV-Tipp
The Kominsky Method

Es geht um Alterssorgen und den Sinn des Lebens: in der neuen Netflix-Serie «The Kominsky Method» bringen die Altstars Michael Douglas und Alan Arkin die Zuschauer zum Lachen und Nachdenken.

Freitag, 16.11.2018, 00:04 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 16.11.2018, 00:01 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 16.11.2018, 00:04 Uhr
Alan Arkin (l) und Michael Douglas spielen in der neuen Netflix-Comedy-Serie «The Kominsky Method» zwei Männer, die in die Jahre gekommen sind. Foto: Chris Pizzello

Los Angeles (dpa) - Als Sandy Kominsky muss Michael Douglas einiges einstecken. Er sei ein alter Mann, der verzweifelt versuche, jung auszusehen, indem er sich nicht rasiere, wirft ihm sein bester Freund und langjähriger Agent Norman Newlander ( Alan Arkin) in der Comedy-Serie «The Kominsky Method» an den Kopf.

Mit grauen Bartstoppeln und Halstuch ist er eben nicht mehr so gefragt wie in jüngeren Jahren. Der einst gefeierte Schauspieler verdient jetzt als Schauspiellehrer seinen Lebensunterhalt. Nach der «Kominsky»-Methode unterrichtet er in Hollywood den Nachwuchs. Nebenbei sucht der dreifach Geschiedene eine Freundin, plagt sich mit Alterswehwehchen rum, ständig auf der Suche nach einem Klo. Pinkeln müssen und Prostata-Sorgen sind ein Dauerthema für ihn geworden.

«Das nennt man Schauspielkunst», sagt Douglas mit einem Augenzwinkern über seine sehr überzeugende Darstellung des leicht abgehalfterten Schauspielers. «Die Zuschauer müssen mir abnehmen, dass ich Sandy Kominsky bin, aber natürlich ist das nicht mein wirkliches Leben», betont er im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur.

In den acht halbstündigen Episoden (Start: 16. November) setzt der Streamingdienst Netflix auf den Charme der beiden Altstars Michael Douglas (74) und Alan Arkin (84). Beide sind Oscar-Preisträger. Der glatzköpfige Arkin holte seinen mit der skurrilen Rolle als Sex- und drogenbesessener Großvater in «Little Miss Sunshine» (2009), Douglas überzeugte 1988 als der aalglatte Finanzhai Gordon Gekko in Oliver Stones Börsendrama «Wall Street».

Nun geht es um Freundschaft und Alterssorgen vor der Kulisse von Hollywood, wo sich gewöhnlich alles um Jugend und Schönheit dreht. Sie seien «wie zwei alte Dinosaurier» in einer veränderten Welt, sagt Douglas. In «The Kominsky Method» müssen die Altstars keine Banken überfallen, wie in so vielen Altmänner-Komödien. Hier dürfen sie auf einer Parkbank sitzen und über das Leben sinnieren. 

Probleme gibt es genug. Der wohlhabende und erfolgreiche Norman muss seine todkranke Frau pflegen. Nach über 40 Jahren Ehe ist sie sein Ein und Alles. Sandy hat nicht nur Geldsorgen, vor allem drückt ihn die Blase. Da muss zum Pinkeln auch mal die Gartenhecke im Haus seiner Freundin herhalten oder der Swimmingpool seines Agenten.

Du hast eine «nette» Form von Krebs, beruhigt Sandys Urologe seinen Patienten, nach einer urkomischen Prostata-Untersuchung. Kein Wunder, denn Witzbold Danny DeVito tritt in einer Gastrolle als Arzt in Aktion.

Auch die Nebenrollen sind treffend besetzt: Lisa Edelstein, aus der US-Serie «Dr. House» bekannt, spielt Normans exzentrische, pillensüchtige Tochter, Nancy Travis («Last Man Standing») mimt eine Schauspielschülerin, auf die Sandy scharf ist. 

Produzent Chuck Lorre, Schöpfer von Hit-Serien wie «The Big Bang Theory» und «Two And A Half Men» schlägt nun mit «The Kominsky Method» etwas leisere Töne an. Die Single-Kamera-Comedy kommt ohne eingespieltes Publikumsgelächter aus, der teils bissige aber rührende Humor spricht für sich selbst. Die erste Episode hat Lorre persönlich inszeniert, für die weiteren spannte er Filmregisseure wie Andy Tennant («Hitch – Der Date Doktor»), Donald Petrie («Miss Undercover») und Beth McCarthy-Miller («30 Rock») ein.

Nach einer langen Filmkarriere ist die Kominsky-Rolle für Michael Douglas eine glänzende Rückkehr zum Serienformat. Immerhin war er in den 1970er Jahren als feinfühliger Detektiv in der TV-Serie «Die Straßen von San Francisco» berühmt geworden. «Das war eine leichte Entscheidung», sagt Douglas über den Rollenwechsel. «Nie war es für einen Schauspieler so einfach wie heute, zwischen Fernsehen und Filmen hin und her zu Wechseln, völlig ohne Stigma.»

Mit 74 Jahren beweist Douglas Mut und Geschick, die kleinen Peinlichkeiten und großen Alterssorgen mit Gefühl und Humor zu vermitteln. Im Doppelpack mit Arkin gelingt das perfekt.

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