Joe Bonamassa in Münster
Der einzigartige Durchstarter

Münster -

Joe ... wer? Dies passiert nur noch selten, wenn man vom fabelhaft schnellen, ausgereiften, tonverliebten und bis in letzte Schwingungen hinein exakten Gitarristen und Sänger Joe Bonamassa spricht. Am Montagabend gab er ein Konzert in Münster. Das Publikum war begeistert.

Mittwoch, 01.10.2014, 08:10 Uhr

Umgeben von edlem Instrumentarium weckt Joe Bonamassa mit einem furiosen Opener das Publikum.
Umgeben von edlem Instrumentarium weckt Joe Bonamassa mit einem furiosen Opener das Publikum. Foto: Markus Lehmann

Vor wenigen Jahren noch tourte der Amerikaner in Deutschland durch kleine Clubs und zugige Festzelte. Inzwischen kennt er auch hier nur noch die linke Spur der Erfolgsautobahn. Bonamassa ist in der Blues-Rock-Szene längst durchgestartet. Grammys warten. Konzerte sind ein Genuss.

Halle Münsterland am Montagabend. Ausverkauft. Letzte Gäste suchen im Taschenlampenschein ihren Platz. Da wirft ein einzelner Deckenstrahler Licht auf die Bühne. Bonamassa, dunkler Anzug, Sonnenbrille, Akustikgitarre, startet sitzend durch. Irrwitzig schnell weckt er mit „Woke Up Dreaming“ Tausende im Hallenrund. Von 0 auf 100 im Bruchteil einer Sekunde. Geht mehr?

Immer wieder nutzt der 37-Jährige an diesem Abend seine genauso präzise wie irrwitzig temporeiche Spieltechnik, um dann mit einem Schlag in ein Saitenflüstern mit einem einzigen langen Ton inklusive Oberschwingung zu wechseln. Dramatik pur.

Joe Bonamassa gibt im Grunde in drei Stunden zwei Konzerte. Der so furios begonnene Akustikpart mit Blues-, Ragtime-, Rock- und Folkelementen allein begeistert das Publikum dermaßen, das es vor der Pause stehend applaudiert. Und der Beifall gilt nicht nur Bonamassa. Ihn begleiten schon in Teil 1 exzellente Musiker wie der quirlige Percussionist Lenny Castro , der mit den Stones und Fleetwood Mac zusammenarbeitete, oder Gerry O´Conner, der bei den Dubliners das Banjo zupfte. Der Schwede Mats Wester (Tastengeige) und Keyboarder und Hammond-Spezialist Derek Sherinian (einst für Kiss und Alice Cooper im Einsatz) komplettieren die hochkarätige Akustik-Besetzung.

Und dann gibt es, wie man hier zu Recht schreiben kann, etwas auf die Ohren: Bluesrock vom Feinsten, elektrisch, stampfend, laut, so als gäbe es schon morgen keinen Strom mehr. Und die Fans, die im Hallenflur edle Gibson-Gitarren bewundern können, erfahren nun, was technisch geht.

Lange galt der Gitarren-Nerd, der über 150 Instrumente sein Eigen nennen soll, als exzellenter Kopist. Inzwischen gibt es den Bonamassa-Stil, an dem sich andere abarbeiten. „Django“ oder „The Ballad of John Henry“ erklingen auch in Münster , ebenso „Oh Beautiful!“ von der neuen CD „Different Shades of Blue“.

Und neben Schlagzeug-Ikone Tal Bergman und Bassist Carmine Rojas gesellt sich als Gast Henrik Freischlader mit seiner Stratocaster dazu, um sich mit Bonamassa ein Gitarren-Duell zu liefern. Henrik ... wer? Abwarten. Joe Bonamassa hält große Stücke auf den Wuppertaler.

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