Abendvisite
Wenn das Wasserlassen nicht läuft

Münster -

Was tun, wenn es Probleme beim Wasserlassen gibt? Bei der Abendvisite unserer Zeitung beantwortete die beiden Experten Prof. Schrader und Dr. Queißert zahlreiche Publikumsfragen. Häufigste Ursache sind anatomische Veränderungen.

Freitag, 15.06.2018, 20:06 Uhr
WN-Redaktionsleiter Ralf Repöhler (r.) begrüßte zur Abendvisite in der Bezirksregierung Münster den Leiter der Klinik für Urologie, Prof. Dr. Andres Jan Schrader (M.), und Dr. Fabian Queißert, den Leiter des Kontinenz- und Beckenbodenzentrums. Foto: Oliver Werner

Zwei bis sechs Mal am Tag ist normal. Sagt Prof. Dr. Andres Jan Schrader , der Direktor der Klinik für Urologie und Kinderurologie am Universitätsklinikum Münster (UKM). Normal ist bei jedem Toilettengang auch, dass ein gesunder Mensch 300 bis 400 Milliliter Wasser lässt. Am Tag sind das ein bis eineinhalb Liter Urin. „Das kann stark schwanken. Es hängt davon ab, wie viel jemand trinkt und wie das Wetter ist“, sagt der Chefarzt.

Was steckt dahinter, wenn das Wasserlassen beschwerlich wird? Dazu sprachen Prof. Schrader und Dr. Fabian Queißert , Leiter der Sektion Neurologie und des Kontinenz-/Beckenbodenzentrums, bei der gut besuchten Abendvisite der Westfälischen Nachrichten in Zusammenarbeit mit dem UKM in den Räumen der Bezirksregierung am Domplatz. Am Ende stellten die Besucher den Medizinern zahlreiche individuelle Fragen.

Die Blasenentleerung ist ein neurologisch komplexer Prozess. Erst mit drei bis fünf Lebensjahren lernt ein junger Mensch, seine Blase zu kontrollieren. Ursachen für Beschwerden können unter anderem neurologische Defizite, anatomische Veränderungen, Infektionen oder Entzündungen ein.

„Am häufigsten sind die anatomischen Veränderungen“, sagte Prof. Schrader. Hier ist bei Männern vor allem die Prostatavergrößerung zu nennen. 80 Prozent bekämen im Laufe ihres Lebens eine vergrößerte Prostata. Symptome können Schmerzen beim Wasserlassen oder ein abgeschwächter Harnstrahl sein.

Die Ursachen sind nicht genau bekannt, sie scheinen aber auf den Hormon-Haushalt zurückzuführen zu sein. „Eine gutartige Prostata-Vergrößerung hat nichts mit Krebs zu tun. Gefährlich wird sie erst, wenn Sekundärschäden hinzu kommen“, so Schrader.

Und dann? Naturprodukte wie Brennesselwurzeln und Medikamente können helfen. Bei Sekundärschäden oder anhaltenden Beschwerden wird operiert. Ein Laser trägt das Gewebe ab, das auf die Blase / Harnröhre drückt.

Frauen haben übrigens seltener Probleme beim Wasserlassen als Männer, sagte Dr. Queißert. Sie haben eine kürzere Harnröhre – und keine Prostata. Dennoch kann es zum Beispiel durch urogenitale Senkungen zu Einschränkungen kommen.

Gibt es bei Frauen Probleme mit dem Wasserlassen, können Beckenboden-Gymnastik, eine Pessar-Behandlung oder Selbstkatheterisierung, eine operative vaginale Raffung oder ein Blasenschrittmacher helfen.

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