Training zum Diktatwettbewerb „Münster schreibt“ / Finale am 4. April
Jeder Buchstabe zählt

Münster -

Deutsch ist fies. Alles wird möglichst zusammengeschrieben: „Ober­weserdampfschifffahrtsgesellschaftskapitänsanwärter“ – ein solches Wort lässt sich in anderen Sprachen nicht einmal denken! Und dann die Groß- und Kleinschreibung: Das ist ein Hin und Her, mit dem es ganz schön hin und her geht. Oder die Fremdwörter: Aus dem deutschen „Sack“ wurde ein italienischer „Sacco“, den sich der Deutsche wiederum als „Sakko“ anzieht. Es ist doch zum Aus-der-Haut-Fahren (mit drei Bindestrichen und großem F) . . .

Montag, 06.03.2017, 09:03 Uhr

Training zum Diktatwettbewerb „Münster schreibt“ / Finale am 4. April : Jeder Buchstabe zählt
Volle Konzentration: Beim Probediktat kommt es auf jeden Buchstaben an. Foto: Matthias Ahlke

Wohl dem, der sich für den Kampf mit der Rechtschreibung wappnet. In der Aula des Gymnasium Paulinum trainierte am Wochenende der Schriftsteller und Duden-Sprachberater Klaus Mackowiak die Teilnehmer des großen Diktatwettbewerbs Münster schreibt“, und mancher selbstbewusste Rechtschreibtiger ging anschließend als zahmes Buchstabenkätzchen nach Hause. Denn das abschließende Probediktat wurde von niemandem fehlerfrei bewältigt.

Immerhin: Zwei Teilnehmerinnen erlaubten sich nur jeweils einen einzigen Fehler, das ist ein ausgezeichnetes Ergebnis. Klaus Mackowiak hatte seine altersgemischte Elevenschar zuvor intensiv intensives Üben üben lassen. „Intensiv“ ist ein Adverb, folglich wird das darauf bezogene üben selbstverständlich kleingeschrieben. „Intensives“ ist ein Adjektiv, was darauf hinweist, dass es sich bei diesem Üben um eine Substantivierung handelt, die natürlich großgeschrieben wird. Wenn es nur immer so einfach wäre! Sie lernt schreiben und sie lernt Schreiben. Geht beides, weil das eine „zu schreiben“, das andere „das Schreiben“ heißen könnte. Der Sprachberater empfiehlt in diesem Fall die Kleinschreibung, denn schreiben ist schließlich ein Verb . . .

Nach mehreren Stunden dieses Kalibers wurde zum Diktat unter authentischen Bedingungen gebeten. Einzelplätze, Spicken verboten, Handys aus. Der Probetext wird vollständig verlesen, dann satz- und abschnittsweise, schließlich noch einmal zur Gänze. In acht Minuten ist der Spuk vorbei.

Trainingsseminar für die Teilnahme am Diktatwettbewerb „Münster schreibt“ in der Aula des Gymnasium Paulinum.

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  • Trainingsseminar für die Teilnahme am Diktatwettbewerb „Münster schreibt“ in der Aula des Gymnasium Paulinum.
Trainingsseminar für die Teilnahme am Diktatwettbewerb „Münster schreibt“ in der Aula des Gymnasium Paulinum. Foto: Matthias Ahlke
  • Trainingsseminar für die Teilnahme am Diktatwettbewerb „Münster schreibt“ in der Aula des Gymnasium Paulinum. Foto: Matthias Ahlke
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Eine wichtige Erkenntnis: Die Rechtschreibreform hat anno 96 doch manches erleichtert. Heute ist ein gestreiftes Hemd blauweiß oder blau-weiß, während es früher kategorisch blau-weiß mit Bindestrich sein musste, um klarzustellen, dass die beiden Farben nebeneinander stehen und nicht etwa gemischt sind. Bei reinrassigen Fremdwörtern wie Accessoire oder Gondoliere hilft aber alles nichts, die muss man stur auswendig lernen.

Die Teilnehmer dieses Orthografie-Kampftrainings können dem Münsterfinale am 4. April (Dienstag) im Rathaus gelassen entgegensehen. Alle anderen sollten bis zum Anmeldeschluss am 24. März noch üben. Sechs münsterische Schulen haben bislang Interesse bekundet. Dass einige von ihnen auf das Training verzichten zu können glaubten, ist ganz schön tollkühn.

Wer Interesse hat, einfach so mitzumachen, kann sich bei den Kommunalen Stiftungen Münster melden (E-Mail: stiftungen@stadt-muenster.de ). 

Anmeldeschluss zum Münsterfinale am 24. März

Der Diktatwettbewerb „Münster schreibt“ erlebt in diesem Jahr seine zweite Auflage. Er wird von den Kommunalen Stiftungen Münster veranstaltet, die sich wiederum an den von der „Stiftung Polytechnische Gesellschaft“ ausgerichteten Bundeswettbewerb anhängen. Der Wettbewerb richtet sich an Angehörige der gymnasialen Oberstufe und wird von unserer Zeitung als Medienpartner begleitet. Das Münsterfinale findet am 4. April (Dienstag) im Rathaus statt: Pro Schule sollten fünf Schülerinnen und Schüler, drei Elternvertreter und zwei Mitglieder des Kollegiums teilnehmen. Aus den Gewinnern wird ein zehnköpfiges Team für das Bundesfinale am 11. Mai Donnerstag) in Frankfurt ausgewählt. Anmeldungen nehmen die Kommunalen Stiftungen bis zum 24. März entgegen (✆  02 51 / 4  92  59  01). Ansprechpartner für Schulen ist Thomas Arlinghaus vom Paulinum (E-Mail: thomas.arlinghaus@gmx.net ).

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