Wenn die Rente nicht reicht
Immer mehr Rentner auf staatliche Hilfe angewiesen

Münster -

Immer mehr Menschen in Münster sind neben ihren Altersbezügen auf staatliche Stütze angewiesen. Die Zahl der Empfänger von „Alters-Hartz-IV“ ist in Münster innerhalb von zehn Jahren um 50 Prozent gestiegen, berichtet die Gewerkschaft NGG.

Donnerstag, 17.10.2019, 19:30 Uhr aktualisiert: 17.10.2019, 20:01 Uhr
Trotz jahrzehntelanger Arbeit sind immer mehr Menschen von Altersarmut bedroht. Foto: NGG

Wenn die Rente nicht reicht: Immer mehr Menschen in Münster sind neben ihren Altersbezügen auf staatliche Stütze angewiesen. Die Zahl der Empfänger von „Alters-Hartz-IV“ stieg innerhalb von zehn Jahren um 50 Prozent. Gab es in Münster 2008 noch 3 226 Bezieher von Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung, so waren es im vergangenen Jahr bereits 4834.

Das teilte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten am Donnerstag mit. Die NGG beruft sich auf Angaben des Statistischen Landesamtes. Danach erhielten in Nordrhein-Westfalen zuletzt rund 280 000 Rentnerinnen und Rentner Grundsicherung – 44 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor, heißt es in einer NGG-Pressemitteilung.

Altersarmut verhindern

Helge Adolphs , Geschäftsführer der NGG-Region Münsterland, sieht den Trend mit Sorge – und fordert eine „rentenpolitische Kurskorrektur“. Insbesondere die von der Bundesregierung angekündigte Grundrente müsse rasch angepackt werden, um ein Ausufern der Altersarmut in der Stadt zu verhindern. „Die amtlichen Zahlen zeigen nur die Spitze des Eisbergs. Denn sehr viele Menschen, die wegen Mini-Renten eigentlich einen Anspruch auf die Grundsicherung haben, schrecken aus Scham vor einem Antrag zurück“, sagt Adolphs. So sind nach einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) bundesweit aktuell bereits 16,8 Prozent der Rentner von Armut bedroht.

„Eine entscheidende Ursache für dürftige Renten sind niedrige Einkommen. Auch wer Jahrzehnte in einer Bäckerei oder einem Restaurant gearbeitet hat, landet im Alter oft unter der Armutsschwelle“, erklärt Gewerkschafter Adolphs.

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