Tennis: Wimbledon
Federer plant Rekordsieg, Zverev will ins Achtelfinale und Kerber aus der Krise

Münster -

Roger Federer kann sich in Wimbledon zum alleinigen Rekordgewinner des Traditionsturniers küren. Doch auch die deutschen Asse Angelique Kerber und Alexander Zverev haben eine Menge vor. Es dürfte ein spektakuläres Major-Turnier werden.

Freitag, 30.06.2017, 16:06 Uhr

Blickrichtung Triumph: Roger Federer ist in Wimbledon der Top-Favorit. Setzt sich der Schweizer in London durch, wäre er der alleinige Rekordsieger. Foto: dpa

Kann sich Roger Federer auf dem heiligen Rasen zum alleinigen Rekord-Gewinner krönen? Spielt sich die Weltranglistenerste und Vorjahresfinalistin Angelique Kerber in London aus ihrer Schaffenskrise? Und kann Shootingstar Alexander Zverev erstmals bei einem Grand-Slam-Turnier ins Achtelfinale einziehen? Dies sind nur drei Fragen, die sich vor den All England Championships (3. bis 16. Juli) in Wimbledon stellen.

Sieben Mal gewann Federer bislang das traditionsreichste Turnier der Tenniswelt – so oft wie Pete Sampras (USA) und der Brite William Renshaw. Doch in gut zwei Wochen könnte der Schweizer auch diese Rekordliste alleine anführen, seine Form in diesem Jahr macht ihn zumindest zum Top-Favoriten. Für seinen großen Traum verzichtete der 18-fache Grand-Slam-Sieger auf die komplette Sandplatzsaison und ordnete alles dem großen Ziel unter. Die Vorbereitung scheint sich auszuzahlen, zuletzt bei seinem Erfolg bei den Gerry Weber Open in Halle/Westfalen hinterließ der 34-Jährige einen vorzüglichen Eindruck und sagt selbst: „Ich bin bereit. Mit den Erfolgen in Wimbledon, der Liebe zum Rasen und dem Selbstvertrauen, das ich mit den Siegen bei den Australian Open, in Indian Wells und Miami getankt habe, glaube ich, dass vieles möglich ist“, sagt Federer.

Es klingt wie eine Drohung an die Konkurrenz, der aber Altmeister Tommy Haas (Hamburg) Hoffnung gegeben hat – mit seinem Zweitrundensieg beim Rasenturnier in Stuttgart. „Solche Spiele gibt es immer wieder. Auf Rasen kann einen Niederlage schneller passieren als auf anderen Belägen“, konstatiert Federer, der dieses Schicksal im Vorfeld von Wimbledon nicht exklusiv hatte. Im Londoner Stadtteil Queens erwischte es in Runde eins mit Andy Murray (Großbritannien), dem Kanadier Milos Raonic und Stan Wawrinka (Schweiz) gleich drei Wimbledon-Titelkandidaten .„Aber das wird keinen Einfluss auf das Turnier haben. Es geht wieder alles bei null los, sie gehören weiter zu den Favoriten“, meint Federer.

Der Schweizer Top-Star, der zuletzt an der Hüfte verletzte Titelverteidiger Murray, Novak Djokovic und Rafael Nadal stehen bei den englischen Buchmachern hoch im Kurs, das Quartett machte seit 2003 die Titel in Wimbledon ausnahmslos unter sich aus. In die Phalanx einbrechen möchte in Zukunft auch Alexander Zverev, der im Haller Finale eine 52-minütige Lehrstunde von Federer erhielt. Für Deutschlands größte Tennis-Hoffnung steht bislang die dritte Runde in Wimbledon, in Paris und Melbourne als bestes Major-Ergebnis in der Statistik, die der Rom-Gewinner nun aufhübschen will. „Ich denke, dass ich in Wimbledon viele Matches gewinnen und weit kommen kann. Weiter, als ich das je bei einem Grand Slam geschafft habe“, erklärt Zverev.

Weit gekommen ist 2016 auch Kerber, die allerdings seit Monaten ihrer Form hinterherläuft. In den verregneten Tagen von Eastbourne aber zeigte die Formkurve mit dem Viertelfinaleinzug leicht nach oben, das Aus gegen die Britin Johanna Konta änderte daran nichts. „Ich fühle mich gut. Ich hatte drei Matches direkt vor Wimbledon. Das war mein Ziel“, sagte Kerber (29).

Ob die in London top-gesetzte Kielerin allerdings das Zeug hat, in die Fußstapfen von Vorjahressiegerin Serena Williams – die Amerikanerin legt wegen ihrer Schwangerschaft derzeit eine Pause ein – zu treten, bleibt fraglich. Die Konkurrenz bei den mit 37,4 Millionen Euro dotierten Titelkämpfen (je 2,6 Millionen gehen an die beiden Einzelsieger) ist riesig, die zweifache Championesse Petra Kvitova, Karolina Pliskova (beide Tschechien) oder Simona Halep (Rumänien) sind nur drei von einigen aussichtsreichen Kandidatinnen im Damen-Feld. „Es war selten so schwierig eine Siegerin zu prognostizieren wie in diesem Jahr“, sagt die deutsche Fed-Cup-Chefin Barbara Rittner.

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