Alfons Hörmann
DOSB-Boss will Landrat werden: «Stehe weiter zur Verfügung»

Alfons Hörmann ist zwar ein Spitzenfunktionär im deutschen Sport, im Berufsleben aber Unternehmer. Sein angedachter Wechsel in die Politik soll sein DOSB-Amt nicht beeinträchtigen.

Montag, 22.07.2019, 17:29 Uhr
Der DOSB-Präsident Alfons Hörmann erwägt eine Kandidatur für die CSU Oberallgäu für die Landratswahl 2020. Foto: DOSB/Jörg Carstensen

Karlsruhe (dpa) - Alfons Hörmann plant einen beruflichen Wechsel in die Politik, will aber als Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes unvermindert weitermachen.

Der 58-Jährige erwägt eine Kandidatur für die CSU Oberallgäu bei der Landratswahl 2020. «In dem Fall wäre es der Ersatz für mein bisheriges berufliches Engagement als Vorstandsvorsitzender der Schöck AG. Deshalb werde ich - unbenommen der Frage, was am 1. Mai passiert - selbstverständlich in der bisherigen Form dem DOSB weiter zur Verfügung stehen», sagte Hörmann in Karlsruhe der Deutschen Presse-Agentur.

«DOSB-Präsident war, ist und bleibt ein ehrenamtliches und unentgeltliches Mandat», betonte Hörmann. Die Frage einer Ämterhäufung stelle sich deshalb nicht. «Eine Häufung wäre dann gegeben, wenn ich den Versuch unternehmen würde, Vorstandsvorsitzender der Schöck AG zu sein und das politsches Mandat auszuüben - das ist selbstverständlich ein No-Go.» Eine Entscheidung über die Frage, ob Hörmann als Kandidat im Landkreis Oberallgäu zur Verfügung steht, fällt nach DOSB-Angaben am 1. August.

Der Deutschlandfunk hatte zuvor darüber berichtet. Demnach habe Hörmann in lokalen Medien erklärt, dass ihn der CSU-Kreisvorstand, andere Mandatsträger sowie Bürger und Bürgerinnen mit «zunehmender Intensität» zu einer Kandidatur drängten. Hörmann, der in Sulzberg im Landkreis Oberallgäu lebt, war in der Kommunalpolitik bereits als Gemeinderat, Fraktionsvorsitzender und stellvertretender Bürgermeister sowie Kreisrat aktiv.

Hörmann ist seit 2013 - als Nachfolger des heutigen IOC-Präsidenten Thomas Bach - DOSB-Chef und bis Dezember 2022 gewählt. Vor knapp hundert Sportvertretern zog er in Karlsruhe eine Zwischenbilanz der von ihm mit angeschobenen Leistungssportreform. Er forderte die Sportverbände auf, die Reform nicht nur umzusetzen, sondern «nachhaltig zu leben».

«Aus meiner Sicht werden die wesentlichen Auswirkungen in Tokio noch nicht zu sehen sein», sagte Hörmann mit Blick auf die Olympischen Spiele 2020. «Wer an eine solche Reform geht, muss zehn bis zwanzig Jahre im Blick haben. Deshalb sehe ich uns bestenfalls bei der Halbzeit der Reform.»

Die vier, fünf Jahre harte Arbeit hätten sich schon jetzt gelohnt: «Es sind wesentlich mehr finanzielle Mittel im Sport», sagte Hörmann und verweis auf die massiv gestiegene Förderung des Bundes. Die Wettbewerbsnachteile - zum Beispiel im Vergleich mit Großbritannien - hätten sich deutlich reduziert. «Langsam, aber sicher befinden wir uns da auf einer Ebene, wo wir das leistungssportlichen Niveau halten können.»

Der DOSB und das Bundesinnenministerium hatten Ende 2014 beschlossen, den Leistungssport als Reaktion auf die immer geringere Medaillenausbeute seit Olympia 2008 in Peking zu reformieren. Zur Neustrukturierung des Spitzensports gehören eine Konzentration der Athletenkader, Optimierung der Trainingssituation, eine Professionalisierung der Spitzenverbände oder effizientere Stützpunkte sowie eine Neuausrichtung der finanziellen Förderung auf Grundlage des Potenzialanalysesystems (PotAS). Ziel der Reform sind mehr olympische Medaillen frühestens bei den Winterspielen 2026 und bei den Sommerspielen 2028.

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