250.000 Fans erwartet
Darts-Weltelite tourt durch Deutschland

In Leverkusen beginnt die PDC European Tour der Darts-Profis. Der Markt scheint vor allem in Deutschland noch lange nicht ausgeschöpft zu sein. Auf einen deutschen Star müssen die Fans aber noch warten.

Donnerstag, 22.03.2018, 10:03 Uhr

Zusammen mit Michael van Gerwen Zugpferd in Leverkusen: Darts-Weltmeister Rob Cross. Foto: Steven Paston

Leverkusen (dpa) - Die Darts-Begeisterung in Deutschland kennt auch weiterhin nur eine Richtung: steil nach oben. «Deutschland ist auf einem guten Weg, zum Darts-Land Nummer zwei zu werden», sagt Niclas Junker, Sprecher des europäischen Verbands PDC Europe.

Doch woher kommt dieser Boom rund um die professionellen Pfeilewerfer? «Für das deutsche Publikum ist es offenbar die perfekte Mischung aus Spitzensport und riesengroßer Party», meint Junker.

Und für eben diese deutschen Fans gibt es in den kommenden Monaten zahlreiche Gelegenheiten, ihren Darts-Helden in einer der großen Hallen zuzujubeln. Denn am Freitag beginnt die PDC European Tour mit einem dreitägigen Turnier in Leverkusen. Viele Tickets gibt es nicht mehr. «Für Samstag und Sonntag ist es sehr schwer, noch Karten zu bekommen», sagt Junker.

Insgesamt erwartet der Verband bei der Tour mit in diesem Jahr 13 Wettbewerben mehr als 250.000 Zuschauer - ein deutliches Plus im Vergleich zum Vorjahr. Damals kamen nach Verbandsangaben rund 200.000 Zuschauer zu den zwölf Turnieren. Sportlich erfolgreich waren im Vorjahr vor allem der zweimalige Weltmeister und Weltranglisten-Erste Michael van Gerwen, der Österreicher Mensur Suljović und der amtierende Weltmeister Rob Cross, die jeweils zwei Turniere für sich entscheiden konnten.

Acht der Turniere finden dieses Jahr in Deutschland statt, zum ersten Mal ist zudem Dänemark im Kalender vertreten. «Die Internationalisierung der Tour schreitet weiter voran», sagt PDC-Europe-Präsident Werner von Moltke. Zwei Mal reisen die Stars, die sonst viele ihrer wichtigen Turniere auf der britischen Insel spielen, in die Niederlande, je einmal sind sie Gast auf Gibraltar und in Graz.

«In den Niederlanden gibt es eine breite Masse an Spielern. Die Begeisterung ist in Deutschland aber eher gegeben», sagt Junker. Die vielen deutschen Fans müssen aber auch weiterhin auf einen deutschen Top-Werfer verzichten. «Darts ist schon groß in Deutschland. Wenn jetzt noch ein deutscher Spieler richtig gut wird, dann könnte es noch viel größer werden», sagte van Gerwen der Deutschen Presse-Agentur.

Immerhin: Für die Qualifikation zum Leverkusen-Turnier haben sich mehr als Hundert Spieler angemeldet, darunter auch einige Deutsche. Die Hoffnung ist also berechtigt, dass irgendwann auch ein Deutscher beim Darts den Durchbruch schafft. «Es gibt auch für junge Deutsche immer mehr Möglichkeiten zu spielen. Sie bekommen so viel mehr Wettbewerbserfahrung als noch vor 15 Jahren», sagte Darts-Legende Phil Taylor, der im Januar seine erfolgreiche und schillernde Karriere beendet hat.

Bis zum großen Durchbruch müssen sich die deutschen Fans mit den internationalen Top-Stars begnügen - und die kommen in großer Zahl. Der Niederländer van Gerwen ist genau so dabei wie Weltmeister Cross und der Weltranglisten-Zweite Peter Wright. Dass die Turniere in Leverkusen und am Osterwochenende in München zu großen Partys mit zahlreichen kostümierten Fans und viel Bier werden, wird auch das Fehlen eines deutschen Stars nicht verhindern.

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