Finale in Herning
Sagosen oder Hansen: Wer krönt sich mit dem WM-Titel?

Dänemark und Norwegen spielen am Sonntag um den Titel bei der Handball-WM. Damit kommt es zum Duell der beiden Topstars Mikkel Hansen und Sander Sagosen. Beide verkörpern Extraklasse - aber der größte Titel fehlt ihnen noch.

Samstag, 26.01.2019, 11:34 Uhr aktualisiert: 26.01.2019, 11:38 Uhr
Star der norwegischen Handballer: Sander Sagosen. Foto: Soeren Stache

Herning (dpa) - Sie zählen zu den besten Handballern der Welt. Sie spielen beim selben Top-Club. Aber nur einer wird sich am Sonntag mit dem größten Titel krönen:  Mikkel Hansen oder Sander Sagosen.

Die beiden Rückraumstars von Paris Saint-Germain führen Dänemark und Norwegen ins Finale der Weltmeisterschaft am Sonntag (17.30 Uhr). Eigentlich spricht Vieles für Hansen und die Dänen, die vor ihrem lautstarken heimischen Publikum in Herning spielen - aber war da nicht etwas?

Als die Dänen das letzte Mal ein WM-Finale erreichten, bekamen sie es mit den Nerven zu tun. Gegen Gastgeber Spanien erlebten sie 2013 ein 19:35-Debakel. Ein Jahr später verloren sie auch noch das EM-Finale in heimischer Halle mit 32:41 gegen Frankreich. Auch ihre anderen beiden WM-Endspiele 1967 und 2011 gingen verloren. «Wir haben noch nichts erreicht», warnte Hansen daher nach dem überraschend lockeren 38:30 im Halbfinale gegen Rekord-Weltmeister Frankreich. «Wir müssen uns genauso konzentriert auf Sonntag vorbereiten wie auf die anderen Spiele zuvor.»

Mit zwölf Toren hatte der 31-Jährige maßgeblichen Anteil am klaren Sieg seiner Mannschaft. Für den Routinier könnte es eine der letzten Chancen sein, nach dem WM-Titel zu greifen. Der 23 Jahre alte Sagosen hat seine Handball-Zukunft dagegen noch vor sich. Sechs Treffer gelangen ihm beim verdienten 31:25-Erfolg über die deutsche Mannschaft, aber viel entscheidender waren etliche seiner hervorragenden Pässe. «Sander Sagosen ist gegen Deutschland ein Gigant gewesen», schrieb die Zeitung «Dagbladet».

Athletik, Trefferquote, Passfähigkeiten: alles außergewöhnlich. Bei beiden. «Mikkel Hansen war kurz davor, die Notenskala zu durchbrechen. Es ist ärgerlich, dass diese Skala nur bis 10 geht», schrieb die dänische Zeitung «Jyllands-Posten» am Samstag. «Er hat Tore mit der gleichen Leichtigkeit gemacht, wie ein Dealer am Black-Jack-Tisch die Karten austeilt.»

Aber wem von beiden gelingt der große Sieg? Für Sagosen war allein der Einzug ins Finale schon eine Genugtuung. Kurz vor dem Abpfiff gegen die deutsche Mannschaft posierte er mit dem Finger auf den Lippen vor dem zuvor lautstarken Hamburger Publikum. «Das war einfach herrlich», sagte er nach der Partie, in welcher er eine Atmosphäre empfunden hat, die «völlig wahnsinnig» gewesen sei. Eine gewisse Arroganz wird dem jungen Superstar schon länger nachgesagt.

Seiner außergewöhnlichen Karriere hat sie bisher zumindest nicht geschadet. Bei PSG spielte der junge Norweger zuletzt sogar deutlich auffälliger als der erfahrene Hansen. «Der Drahtzieher hinter Norwegens Angriffsspiel», nennt ihn die Zeitung «Aftenposten». Als «Dirigent» bezeichnen dänische Medien seinen Kontrahenten Hansen. Am Sonntag wird es darauf ankommen, wer von beiden die größere Wirkung entfaltet.

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