Transfermarkt
Top-Teams stellen sich früh auf - Hoffen auf sinkende Preise

Den bislang teuersten Spieler hat der FC Bayern verpflichtet, der spektakulärste Transfer gelang dem BVB. Die Clubs erwartet ein langer, zäher Transfer-Sommer.

Donnerstag, 27.06.2019, 13:17 Uhr aktualisiert: 27.06.2019, 13:22 Uhr
Niko Kovac will noch vier weitere neue Spieler beim FC Bayern München begrüßen. Foto: Uwe Anspach

Düsseldorf (dpa) - Der Rekordmeister ist weiter auf der Suche nach prominentem Personal, Borussia Dortmund muss vor allem den Kader ausdünnen.

Vor dem offiziell erst am nächsten Montag beginnenden Transferfenster I in der Fußball-Bundesliga haben die Branchenführer und ambitionierten Clubs schon tief in die Tasche gegriffen, der Rest der Liga spekuliert vor allem auf sinkende Preise auf dem Transfermarkt. «Es gibt Clubs, die gehen nur mit 12 bis 14 Profis in die Vorbereitung, weil für sie der Markt noch zu hochpreisig ist. Und dann öffnen sich plötzlich die gewünschten Optionen», sagte Spielerberater Jörg Neblung der «Rheinischen Post».

Borussia Dortmund hat mit dem früh verpflichteten Quartett Nico Schulz (1899 Hoffenheim), Thorgan Hazard (Borussia Mönchengladbach), Julian Brandt (Bayer Leverkusen) und Mats Hummels ( Bayern München ) sowie dem Kauf von Paco Alcacer mit Investitionen von fast 130 Millionen Euro ein deutliches Zeichen gesetzt.

Auch die Bayern haben für ihre bisherigen Top-Transfers Lucas Hernandez (Atletico Madrid/80) und Benjamin Pavard (VfB Stuttgart/35) bereits mehr als 100 Millionen Euro ausgegeben. Außerdem zeigt der Meister schon länger Interesse an Leroy Sané oder Ousmane Dembélé.

Doch damit nicht genug. Trainer Niko Kovac forderte via «Kicker»: «Vier Spieler brauchen wir noch». Uli Hoeneß, der schon frühzeitig eine große Transferoffensive angekündigt hatte, war des Themas überdrüssig. «Ich muss ehrlich sagen, langsam geht mir das auf die Nerven, dass man nur noch über Käufe sich definiert», sagte der Bayern-Präsident.

Die Konkurrenz schläft jedenfalls nicht. Champions-League-Teilnehmer Bayer Leverkusen hat bereits mehr als 50 Millionen Euro in Kerem Demirbay, Moussa Diaby und Daley Sinkgraven investiert, zudem besteht Interesse an Martin Ödegaard. Etwa die Hälfte der Bayer-Investitionen hat der VfL Wolfsburg in bislang vier neue Spieler gesteckt. Teuerster Neuzugang ist der Österreicher Xaver Schlager, der für zwölf Millionen aus Salzburg kommt.

Der Kampf um neues Personal ist intensiv. Max Eberl , Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach, zählt normalerweise zu den Früh-Einkäufern. Doch Transfers im zweistelligen Millionenbereich lassen sich nicht im Schnelldurchlauf verwirklichen. «Die Verhandlungen mit Vereinen sind komplizierter geworden», sagte Eberl.

Michael Reschke, Technischer Direktor beim FC Schalke, sagte am Donnerstag: «Es ist ein interessantes Rennen um jeden Spieler im Gange.» Schalke und Gladbach verhandeln derzeit über die Modalitäten eines Transfers von Breel Embolo nach Mönchengladbach.

Für Dortmunds Michael Zorc steht jetzt erst mal der Verkauf von Spielern auf dem Plan. «Wir wollen keinen aufgeblähten Kader», sagte der BVB-Sportdirektor, der eine ganze Reihe von verliehenen Profis wie Shinji Kagawa, André Schürrle, Sebastian Rode und einige andere Spieler noch an den Mann bringen will.

Für die deutschen Clubs wird es ein langer Transfersommer. Die Wechselfrist endet am Montag, dem 2. September. Danach könnte man auch noch nach Portugal (22. September) oder Australien (15. Oktober) wechseln. Ein spannendes Datum ist der Transferschluss in England. Dort kann nur noch bis zum 8. August gewechselt werden.

Viele - vor allem kleinere Clubs - hoffen auf Schnäppchen im Schlussverkauf. Spielerberater Neblung weiß das aus Erfahrung: «Es gibt eine simple Gleichung: Je später noch Spieler auf dem Markt sind, desto mehr sinken die Preise.»

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