Fußball: 3. Liga
Ringtausch im Preußen-Angriff mit Schnellbacher und ohne Warschewski

Münster -

Im Preußen-Angriff tut sich was: Nach dem Abschied von Cyrill Akono nach Mainz hat der Verein Luca Schnellbacher verpflichtet. Der kommt vom VfR Aalen und war heiß begehrt. Hingegen muss Tobias Warschewski nach zwei verschenkten Jahren gehen.

Dienstag, 21.05.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 21.05.2019, 20:34 Uhr
Wachablösung unter Stürmern: Der künftige Mainzer Cyrill Akono (l.) geht, dafür hat Luca Schnellbacher (l.) einen Vertrag bei den Adlerträgern unterschrieben. Foto: privat

Viele Profi-Fußballer feiern aktuell das Saisonende wie gewohnt zwischen Playa de Palma, Ballermann und Schinkenstraße – da machen die Kicker von Preußen Münster keine Ausnahme. Ein paar Party-Tage haben sich die Herren ja auch verdient. Sportchef Malte Metzelder war zu seiner aktiven Zeit auch ab und an zu Gast auf Mallorca, heute hat er keine Zeit für solche Lustreisen. Der Kader für die neue Spielzeit muss geplant werden. Und spätestens mit dem fünften Neuzugang ist der Club im Vergleich zur Konkurrenz doch recht weit.

Bislang prominentester Zugang

Luca Schnellbacher heißt der junge Mann, der am Dienstag gleich für drei Jahre unterschrieb und sicher der bislang prominenteste Zuwachs beim SCP ist. 187 Drittliga-Partien (31 Tore, 29 Vorlagen) in sechs Jahren hat er auf dem Buckel, vier Saisons spielte er für den SV Wehen Wiesbaden, zuletzt zwei für den VfR Aalen , mit dem er jüngst abstieg. „Er stand auch schon bei Zweitligisten auf dem Zettel“, sagt Metzelder. „Dass seine letzte Spielzeit nicht ideal war, lag auch an der Gesamtheit im Verein.“ Drei Tore in 36 Partien waren keine gute Ausbeute für den Stürmer, ein Jahr zuvor waren es zehn.

Der Vorteil des 25-Jährigen, der in der Jugend von Darmstadt 98 und Eintracht Frankfurt ausgebildet wurde: Er ist vorne auf allen Positionen gleichwertig einsetzbar. „Das ist in diesem Jahr ja ein wichtiges Attribut in unserer Kaderplanung“, so Münsters Sportdirektor. „Luca passt super in unser Profil, ist jung und doch ligaerfahren. Wir sind überzeugt, dass er an seine starken Leistungen der Vorjahre anknüpfen kann. Seine Qualität hat er nachhaltig unter Beweis gestellt.“ Etwa im September im vielleicht besten Saisonspiel, dem 4:1 gegen Münster. Schnellbacher freut sich „auf einen gestandenen Drittliga-Verein mit einer starken Fanbase“.

Warschewskis Absturz

Etwas betrüblich klingt hingegen die Nachricht, dass Tobias Warschewski den Club verlassen muss. Der 21-Jährige war aus verschiedenen Gründen (verletzungs- und krankheitsbedingt sowie persönlichen) in den vergangenen beiden Spielzeiten kaum auf die Beine gekommen (19 Drittliga-Partien, ein Tor). Eine Ausleihe im Sommer scheiterte. Zuletzt trainierte er nach diversen Ermahnungen immerhin noch in der U 23, spielte aber dort nicht. Dabei hatte der Angreifer, der 2015 vom TSC Eintracht Dortmund zu den A-Junioren wechselte, eine Saison später mit vier Treffern in 27 Profi-Spielen als U-19-Akteur nicht nur in Münster große Hoffnungen geweckt, sondern war sogar zum Jugend-Nationalspieler gereift (vier Spiele, zwei Tore). „Wir sind in den vergangenen Monaten leider zu dem Schluss gekommen, dass wir die gemeinsam gesteckten Ziele nicht erreichen können“, so Metzelder knapp. Der bis 2020 datierte Vertrag muss noch aufgelöst werden.

Gerüchte um Ernst

Ein Name, der im Umfeld der Preußen mehrfach auftauchte, ist der von Dominik Ernst. Der 28-Jährige, gerade mit Fortuna Köln ebenfalls abgestiegen, wäre ablösefrei zu haben, wurde aber auch beim Zweitligisten SV Sandhausen gehandelt. Nach dem Weggang von Fabian Menig wird ja noch ein Rechtsverteidiger gesucht. Metzelder dementierte allerdings eine Einigung mit dem gebürtigen Gelsenkirchener, der in der Reserve des FC Schalke 04 spielte, als der neue Preußen-Coach Sven Hübscher Assistent bei den Profis der Königsblauen war.

► Von den zahlreichen Profis, die Münster verlassen, haben schon einige einen neuen Verein. Zuletzt schloss sich Dominik Lanius dem Drittliga-Aufsteiger Viktoria Köln an, vor einem Jahr war der Innenverteidiger von den Höhenbergern an die Hammer Straße gekommen, hatte aber kaum gespielt. Der frühere SCP-Coach Pavel Dotchev gilt bei den Rechtsrheinischen als Kandidat für die vakante Trainerstelle.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6630130?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F203%2F204%2F70831%2F
Freundschaft, Religion und Vaterland
Justus Beisenkötter (l.) und Tobias Milzarek in der Hausbar ihrer Verbindung.
Nachrichten-Ticker