Beachvolleyball
Das Studium hat bei Teresa Mersmann nun erst einmal Vorfahrt

Münster -

Was war das für ein Beachvolleyball-Jahr 2018 für Teresa Mersmann. Mit einem Sieg in Münster eröffnete sie mit Cinja Tillmann die Techniker-Beach-Tour, fünf weitere Turniererfolge ließ sie folgen. Doch in diesem Sommer sucht man ihren Namen vergeblich auf den Starterlisten – nach einer „Vernunftsentscheidung“.

Freitag, 10.05.2019, 06:30 Uhr aktualisiert: 10.05.2019, 16:48 Uhr
Vor einem Jahr Siegerin mit Cinja Tillmann, nun beim Start der Techniker-Beach-Tour außen vor: Teresa Mersmann Foto: Jürgen Peperhowe

Der 10. Juni 2018 war der „Startschuss für eine geile Saison“, wie Teresa Mersmann den vergangenen Sommer bezeichnet. An jenem Sonntag gewann die heute 29-Jährige das Auftaktturnier der Techniker-Beach-Tour mit Cinja Tillmann gegen Chantal Laboureur und Julia Sude und feierte damit einen Heimerfolg. Es folgten fünf weitere Turniersiege (davon zwei auf der Weltserie und drei auf der nationalen Tour) sowie zum Jahresabschluss der Beachvolleyballer DM-Bronze in Timmendorfer Strand. Das kleine Finale an der Ostsee war Mersmanns bis dato letztes Spiel auf Leistungssportniveau: Wenn am Freitag auf Münsters Schlossplatz erneut die nationale Serie ihr Treiben eröffnet, ist sie nicht dabei – nicht einmal als Zuschauerin.

Im März hatte Mersmann die Trennung von ihrer Beachpartnerin verkündet, zu sehr war sie in ihren Hallen-Engagement beim USC Münster gefordert. Raum für eine parallele Vorbereitung auf die Saison im Sand blieb da nicht. „Ich bin in der Bundesliga schon an meine Grenzen gestoßen. Wenn man eine gute Beacherin ist, ist man noch lange nicht eine gute Hallenvolleyballerin. Das war körperlich eine ganz andere Belastung“, sagt Mersmann, die im Rückblick „von einer tollen Erfahrung und super viel Spaß mit der jungen USC-Mannschaft“ spricht.

Ihre Zeit bei den Unabhängigen ist mittlerweile vorbei, und auch der Sommer wird ohne Mersmann stattfinden. Erstmals seit gefühlten Ewigkeiten in ihrer Karriere, die 2006 im Sand richtig durchstartete. „Das ist ein komisches Gefühl. Aber ich bin mir sicher, dass es der richtige Entschluss ist“, sagt Mersmann, die ihrem Studium (BWL im Gesundheitswesen) – derzeit schreibt sie in Hamburg ihre Masters-Arbeit – Vorfahrt gewährt. „Ich möchte bis Ende des Jahres fertig sein und es nun durchziehen. Wenn ich beide Sachen nur halb mache, komme ich nicht voran. Es war eine Vernunftsentscheidung“, erklärt die Blockspielerin.

Tour-Start auf dem Schlossplatz

Am Freitag beginnt die Techniker-Beach-Tour mit ihrer ersten von acht Stationen, auf denen es wichtige Punkte für die Deutschen Meisterschaften in Timmendorfer Strand gibt. Am Freitag (14 Uhr) startet das mit 30 000 Euro dotierte Turnier direkt mit dem Hauptfeld, das in vier Vierer-Gruppen bei Männern wie Frauen ausgetragen wird. Die jeweiligen Gruppensieger ziehen direkt ins Viertelfinale ein, die jeweiligen Zweit- und Drittplatzierten spielen in einer Zwischenrunde die verbliebenen vier Plätze aus. Der Samstag beginnt um 9 Uhr mit den restlichen Gruppenspiele, die K.o.-Phase geht ab 12.30 Uhr los. Wer in die Endspiele einzieht, wird am Sonntag ab 9.30 Uhr ermittelt. Das Finale der Frauen ist für 14.15 Uhr terminiert, im Anschluss ermitteln die Männer ihre Sieger. Der Eintritt ist an allen drei Tagen frei.

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Dabei verhehlt sie nicht, dass ein wenig Wehmut schon aufkommt, wenn sie elf Monate zurückdenkt. „Es tut schon im Herzen weh. Das Turnier in Münster war für mich eines der schönsten überhaupt. Ich bin schon traurig, jetzt nicht mehr ein Teil davon zu sein.“

Ob Mersmann 2020 noch einmal auf die sandige Bühne zurückkehrt, lässt sie bewusst offen. „Vielleicht juckt es mich dann ja wieder in den Fingern. Mal sehen, was passiert.“ Ohne Sport aber kommt die 1,84 Meter große Münsteranerin dann nicht aus, täglich betätigt sie sich als Ausgleich körperlich und gibt mit „viel Spaß“ Beach-Kurse in Hamburg. Denn nur in der Bibliothek zu hocken, geht nach so vielen Jahren im Sand dann doch nicht.

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