Volleyball: Frauen-Bundesliga
Fehlender Glaube an die eigene Stärke – USC Münster steckt in der Krise

Münster -

Es wird eng für die Mädels des USC Münster. Das 1:3 gegen den VC Wiesbaden war ein weiterer Dämpfer im Kampf um die Playoff-Spiele. Trainer Teun Buijs gönnt seinen Mädels nun eine Pause.

Montag, 18.02.2019, 14:30 Uhr
Lina Alsmeier, die sich hier mit Wiesbadens Doppelblock um Laura Pihlajamäki und Morgan Bergren aus­einandersetzen muss, ist mit dem USC derzeit in einer Krise. Foto: Daniel Wesseling

Der USC Münster im Jahr 2019 – das ist nicht mehr der USC Münster aus den letzten Monaten des Jahres 2018, als die Unabhängigen allen Widrigkeiten mit den Verletzungen von Ivana Vanjak und Juliet Lohuis zum Trotz den vierten Platz eroberten. „Wir sind nicht mehr das gleiche Team wie zu Beginn der Saison. Uns fehlt die ­nötige Frische und Energie. Die Lust, Volleyball zu spielen, ist da. Aber die Mädels sind müde“, sagte Trainer Teun Buijs nach dem bitteren 1:3 gegen den VC Wiesbaden .

Die dritte Niederlage in Serie war ein Rückschlag für die Ambitionen der jungen Mannschaft, der Leichtigkeit und Selbstverständnis abhanden gekommen sind. Die vier Partien binnen acht Tagen führte Buijs als Grund für die Müdigkeit an – doch es sind wohl eher Spuren psychischer als physischer Art, die dieses Mammutprogramm Ende Januar/Anfang Februar hinterlassen hat. Wie gegen den SC Potsdam (0:3) glückte es dem USC nicht, aus einem guten Start Kraft und Vertrauen zu ziehen. Beim ersten Widerstand und vor allem nach eigenen Fehlern brach das münsterische Gebilde zusammen wie das berühmte Kartenhaus. „Wir verlieren zu schnell den Glauben an das, was wir können. Das Selbstbewusstsein ist nicht mehr so groß, nachdem wir zuletzt nicht so gespielt haben, wie wir uns das vorstellen. Und wenn man zusätzlich etwas müde ist, fällt es noch schwerer“, sagte Libera Lisa Thomsen , die gegen Wiesbaden von der Verunsicherung angesteckt wurde.

Die Annahme, in der Luisa Keller, Lina Alsmeier oder auch Linda Bock und Teresa Mersmann vergeblich ihr Glück versuchten, war ein großes Problem gegen den VCW, der Münsters Probleme erkannte und gnadenlos zupackte. „Wir lassen uns zu schnell verunsichern von äußeren Einflüssen. Das merkt man dann auch an unserer Körpersprache, damit bauen wir den Gegner auch auf“, meinte Zuspielerin Mareike Hindriksen. Die Folge waren drei klare Satzgewinne für die Hessinnen, die dem Tabellensiebten USC nun als Neunter im Nacken sitzen. Das Ziel, mit Platz vier oder fünf eine gute Ausgangslage für die Playoffs zu erreichen, ist in weite Ferne gerückt. Vielmehr müssen sich die Grün-Weißen umschauen und darauf achten, am Ende der Hauptrunde nicht als Neunter gänzlich außen vor zu sein. „Die nächsten Spiele sind für uns Endspiele“, sagte Thomsen.

Bis zum 10. März hat der USC nun Zeit, die „Batterien aufzuladen“ (Buijs) und sich auf den abschließenden Viererpack vorzubereiten. Dabei erwägt der Coach, seinen Plan umzuschmeißen und in diesen Tagen seinen Schützlingen mehr Freizeit zu gönnen. „Wahrscheinlich tun uns ein paar freie Tage jetzt mal gut, um runterzufahren“, sagte Hindriksen, die Probleme an der Achillessehne hat.

Dann geht es in den Endspurt, der mit den Heimspielen gegen Nawaro Straubing und drei Tage später gegen die Roten Raben Vilsbiburg beginnt. „Wir müssen wieder daran glauben, dass wir in der Liga gerade zu Hause jeden schlagen können“, so Thomsen. Was dieser USC zu leisten imstande ist, hat er in der Hinserie ja gezeigt.

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