Volleyball: Bundesliga Frauen
USC hat kräftezehrende Tage hinter sich

Münster -

Das waren kräftezehrende Tage. Der USC Münster war jüngst im Liga-Dauereinsatz und verlor in der Tabelle etwas an Boden. Die Chancen auf eine gute Platzierung im Hinblick auf die Playoffs sind aber noch immer gut.

Montag, 04.02.2019, 15:54 Uhr aktualisiert: 04.02.2019, 19:44 Uhr
Ernste Mienen: Dem USC ist seit dem Jahreswechsel ein wenig die Leichtigkeit verloren gegangen. Dennoch ist im Rennen um eine gute Ausgangslage für die Playoffs weiter alles möglich. Gleich vier von noch sechs Hauptrundenspielen bestreitet Münster daheim. Foto: Jürgen Peperhowe

Teun Buijs war am Sonntagnachmittag so erzürnt wie vielleicht noch nie in seiner Amtszeit am Berg Fidel. Den Spielplan kritisierte der Coach des USC Münster direkt nach dem letzten Ballwechsel als „unfair“, in der Tat hatten vier Spiele binnen acht Tagen ihre Wirkung gezeigt. Das war in der Analyse des 0:3 gegen den SC Potsdam der einhellige Tenor, der dann doch etwas gemäßigter als beim Coach („Der Spielplan hat uns zerstört“) ausfiel.

„Uns hat die körperliche und mentale Frische gefehlt, nichts ging leicht“, meinte etwa Libera Lisa Thomsen . Auch Mittelblockerin Kazmiere Brown gestand ihre Müdigkeit ein und sprach von einem „herausfordernden Programm“, das der USC in der vergangenen Woche zu absolvieren hatte. „Dazu kam ja noch die weite Auswärtsfahrt nach Suhl und das schwere Spiel dort. Das waren harte Tage“, sagte die Amerikanerin, die bislang nur wenig Zeit hatte, ihrer aus den USA angereisten Mutter die Stadt zu zeigen.

Es ist müßig zu diskutieren, ob ein ausgeruhter USC den Gast aus Brandenburg bei Waffengleichheit hätte bezwingen können. Sicher waren die Beine nach dem 141-minütigen Mittwochskrimi beim VfB Suhl und dem 3:1 gegen den VCO Berlin am Samstag schwer, und auch der Kopf war leer. Doch schon tags zuvor gegen die Talente vom Bundesstützpunkt offenbarte Münster Probleme, die fast in einem Punktverlust – Berlin war nur zwei Zähler vom Tiebreak entfernt – gemündet hätten. Unübersehbar ist die gerade einmal 17-jährige Angreiferin Luisa Keller, die nach dem Ausfall von Ivana Vanjak mit Lina Alsmeier viel Last und Verantwortung tragen muss, derzeit in einem Tief. Und auch Linda Bock (18) erwischte gegen Berlin als Libera keinen guten Tag und musste folglich Platz für die erfahrene Thomsen machen. „Wir spielen momentan zu schwankend, haben viele Hochs und Tiefs. Dazu fehlt uns ab und zu die Cleverness“, sagte Lina Alsmeier, die am Wochenende Münsters Beste war und zweimal zur wertvollsten Spielerin gewählt wurde. Bestätigung erhielt die 18-Jährige von Thomsen. „Wir haben einige Situationen und Chancen liegengelassen. In einem Spiel auf Augenhöhe können ein, zwei Bälle entscheiden, da haben wir zu viele Fehler gemacht.“ Die Leichtigkeit fehlt derzeit einfach.

Zeit zur Regeneration verschrieb Buijs seinem Team nach dem 0:3, das einen Rückschlag für die Ambitionen bedeutet. In der Tabelle hat Potsdam mit 28 Punkten drei mehr, die Ladies in black Aachen als Fünfter liegen zwei Zähler vor dem USC, der wiederum Suhl (22), die erstarkten Roten Raben Vilsbiburg (21) und den VC Wiesbaden (16, zwei Spiele weniger) im Nacken hat. Um Platz vier oder fünf zu erreichen und damit einem der Top-Teams in den Playoffs aus dem Weg zu gehen, muss sich Münster in den ausstehenden sechs Partien mächtig steigern und genauso mächtig punkten. Klammert man das anstehende Auswärtsspiel beim ungeschlagenen Spitzenreiter Allianz MTV Stuttgart am Sonntag aus, kein unmögliches Unterfangen. Viermal treten die Grün-Weißen danach am Berg Fidel an, die Mitbewerber Wiesbaden, Vilsbiburg und Aachen müssen wie Nawaro Straubing noch nach Westfalen reisen.

Ein Vorteil für Münster, das zudem in der Endphase der Hauptrunde mit Marie Schölzel auf eine Verstärkung bauen kann. Die 58-fache Nationalspielerin und Leihgabe aus Schwerin deutete ihre Klasse direkt an – trotz noch fehlender Abstimmung mit ihren Teamkolleginnen auf Zeit. „Marie wird uns sehr helfen“, sagte Brown und fügte an: „Aber jetzt regenerieren wir erst mal und holen uns neue Energie.“ Die wird der USC Münster ganz sicher brauchen im engen Rennen um die Playoff-Plätze.

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