Volleyball: Frauen-Bundesliga
Stellenstreichung beim USC Münster hat spitzen Haken

Münster -

Beim USC Münster sind sie gezwungen zu sparen. Nach der Trennung von Geschäftsführer Mariano Pala wollen die Offiziellen künftig nur zweieinhalb hauptamtliche Stellen besetzen, obwohl der Masterplan der Volleyball Bundesliga (VBL) im Zuge der Professionalisierung drei vorsieht. Das könnte problematisch werden.

Montag, 23.04.2018, 15:04 Uhr

Seit September 2014 Präsident des Volleyball-Bundesligisten USC Münster: Jörg Adler. Foto: Jürgen Peperhowe

In der vergangenen Woche hat der USC Münster entschieden, den bis Juni laufenden Vertrag mit Geschäftsführer Mariano Pala nicht zu verlängern. Pala war im Oktober 2014 beim Volleyball-Bundesligisten angetreten. Die Trennung nun erfolge aus wirtschaftlichen Gründen, schreibt der Club. Den USC umtreiben trotz fortwährenden Sparkurses noch immer spürbare Verbindlichkeiten. Zum 30. Juni 2017 summierten sich diese auf über 600 000 Euro. Sparen bleibt das Gebot der Stunde. „Es gibt keine Alternative zu diesem Kurs. Wir werden künftig verstärkt auf ehrenamtliche Tätigkeit und Unterstützung setzen“, erklärte USC-Präsident Jörg Adler.

Nun hat die Stellenstreichung möglicherweise einen sehr spitzen Haken. Der Masterplan der Volleyball Bundesliga (VBL) schreibt den Unabhängigen im Zuge der Professionalisierung drei hauptamtlich besetzte Positionen vor. Nach dem Abschied von Pala blieben Teammanager Lutz Hackmann und Annette Dröge, die sich vorwiegend um die Verwaltung kümmert, als einzige Vollzeitkräfte. Unterstützung erfährt dieses Duo von Carola Bröter, sie besetzt eine halbe Stelle. Mehr Kostenstellen sehen die aktuellen Planungen des USC nicht vor. „Wir werden die Lücke mit ehrenamtlichem Engagement schließen“, sagt Adler, „es gibt da bereits eine Zusage aus dem Vorstand. Auch Sponsorengewinnung und -betreuung, in der Regel Kernaufgaben eines Geschäftsführers, sollen künftig von der Führungsspitze wahrgenommen werden. In einigen Wochen will Adler „das finale Paket geschnürt haben. Ich bin überzeugt, dass wir das hinbekommen.“

Bleibt die Frage, ob die VBL das Vorgehen Münsters toleriert und sich auf zweieinhalb statt der im Masterplan vorgeschriebenen drei hauptamtlichen Stellen einlässt. „Wir werden dies beantragen, das ist ein ganz sauberer Weg. Dem Verein geht es einzig und allein darum, sich finanziell zu konsolidieren. Sollte die VBL dies nicht erkennen und dem Antrag nicht stattgeben, wäre das sehr merkwürdig“, so Adler.

Der Präsident engagiert sich seit seiner Amtseinführung vor dreieinhalb Jahren im Bereich der Akquise. Aktuell gibt es Gespräche mit all jenen Sponsoren, deren Verträge im Sommer auslaufen. „Wir werden einen Partner verlieren, bei einem zweiten stehen die Dinge auf der Kippe, ein dritter hat sich Bedenkzeit erbeten. Alle anderen bleiben im Boot“, sagte Adler und gab damit eine Wasserstandsmeldung ab. Im Zuge der Gewinnung neuer Sponsoren sieht der USC-Chef den Club in einer guten Position. „Unsere Zuschauerzahlen steigen und die Wahrnehmung von Trainer und Mannschaft ist durchgängig positiv.“

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