Steinfurt
Mit dem Säbel rasseln jetzt die Kinder

Mittwoch, 17.12.2008, 17:12 Uhr

Burgsteinfurt. Peer-Uwe Peters sitzt im Auto und telefoniert. Mit Freisprechanlage selbstverständlich. Dreimal die Woche fährt der ehemalige Stemmerter Fechter und Juniorentrainer von Münster nach Düsseldorf, 140 Kilometer ein Weg. „Unsere Firma sitzt in Bochum, aber ich wohne in Münster und betreue für das SAP-Systemhaus einen Kunden in Düsseldorf“, erzählt der 41-jährige Sohn von Gertrud und Wolfgang Peters. „Nein, mit Hoffenheim und Hopp haben wir nichts zu tun. Aber das ist schon toll, wie die TSG da zurzeit die Bundesliga aufmischt“, sagt der Informatiker.

Am Sonntag war er mit Kind und Kegel noch zu Gast beim „Steinfurter Schloss“, bei dem er selbst als 1967 Geborener unter den letzten 16 stand. „Das war zu Zeiten von Thorsten Weidner “, kann sich Peters noch sehr genau daran erinnern, wie damals die Konkurrenz hieß. An Weidner, ’87 Mannschaftsweltmeister und ’89 Deutscher Einzelmeister im Herrenflorett, war schwer vorbeizukommen. Dennoch gehörte Peters damals zum nationalen B-Kader, immerhin war er mal Dritter der Deutschen Meisterschaft bei den Junioren.

Aber das ist mittlerweile Schnee von gestern. Jetzt spielen Arbeit, Frau und Kinder die Hauptrolle in seinem Leben. Zeitlich sicher in dieser Reihenfolge, emotional wahrscheinlich anders geordnet.

„Sport? Ich fahre ein wenig Rennrad, einmal die Woche.“ Bei einem zehnstündigen Arbeitstag bleibt momentan wenig Raum für mehr. An seinen letzten Wettkampf auf der Planche kann er sich kaum noch erinnern: „Irgendwann in diesem Jahrtausend. Das war bei einem westfälischen Qualifikationsturnier oder bei den Westfalenmeisterschaften.“

Das war schon mal anders, nicht nur als Juniorenfechter, als er gemeinsam mit seinem Bruder Ulli äußerst aktiv war. Als Student hat er sogar vom Fechten gelebt. „Ich habe mir mein Studium als Trainer finanziert. 45 bis 50 Wochenenden waren wir im Jahr unterwegs, von einer Meisterschaft zur nächsten“, erinnert sich der Stemmerter. Weltcupturniere waren dabei, vor allem mit Sabine Rotthaus, die es bis in die Junioren-Nationalmannschaft geschafft hat. Gemeinsam mit Nicole Becker und Annette Wahlbrink war Rotthaus im Damenflorett erfolgreich.

Aber eine Fechterin geheiratet hat der Vater zweier Kinder – Janna ist fast fünf, Laurenz zwei Jahre alt – nicht. „Nein, wir haben uns beim Skifahren kennen gelernt. Meine Frau hatte mit Fechten nichts am Hut. Die hat in Warendorf Handball gespielt“, sagt Peer-Uwe Peters.

Aber seine Kinder, die könnten einmal in die „Fechterschule“ des Vaters gehen. „Die Klamotten habe ich noch alle. Ich brauche nur in den Keller zu gehen und alles einzupacken. Ab und zu fahre ich am Wochenende zu Turnieren in Münster oder Steinfurt. Da sehen die Kinder das natürlich, und zu Hause fechten die auch schon mal mit Plastiksäbeln in der Gegend herum“, kann sich der ehemalige Trainer das gut vorstellen.

Als vor Kurzem im Elternhaus in Burgsteinfurt renoviert wurde, musste Peters seine alten Pokale abholen. Die haben die Kinder natürlich gesehen und gestaunt. „Aber wenn Laurenz, der Zweijährige, später mal Fußball spielen will, soll er. Ich lege ihm da keine Steine in den Weg“, gesteht Peters. Allerdings mit leichtem Unterton. Freuen würde sich „der Papi“ schon, wenn eins seiner Kinder mit Ehrgeiz zum Florett greifen würde.

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