Fußball: 3. Liga
Antwerpen fassungslos – Referee Jablonski der böse Bube

Karlsruhe -

Marco Antwerpen, Trainer des SC Preußen Münster, war nach der 0:5-Niederlage beim Karlsruher SC geschockt. Weniger vom Auftritt seiner Mannschaft, die bis zum ersten Gegentor nach 32 Minuten gut stand, als vielmehr von der Leistung von Schiedsrichter Sven Jablonski.

Samstag, 08.12.2018, 17:18 Uhr aktualisiert: 09.12.2018, 13:34 Uhr
Gesprächsbedarf: SCP-Coach Marco Antwerpen (l.) mit Schiedsrichter Sven Jablonski (mit Ball). Foto: Jürgen Peperhowe

Um 15.49 Uhr an diesem Samstag waren die Spieler und der Funktionsstab um Trainer Marco Antwerpen und Sportchef Malte Metzelder um eine unerwünschte Erfahrung reicher. Das 0:5 (0:3) beim Karlsruher SC war das eine, die Leistung des Schiedsrichters Sven Jablonski das andere. „Ich bin echt geschockt. Wir sind jetzt bei zwölf krassen Fehlentscheidungen gegen uns innerhalb von 18 Spieltagen“, sagte Antwerpen zwar mit ruhiger Stimme, doch innerlich brodelte es im SCP-Coach.

In der anschließenden Pressekonferenz zerpflückte der 47-Jährige die Leistung des Erstliga-Schiedsrichters: „Er sollte erstmal wieder in der Regionalliga anfangen. Sportlich kann ich unsere Leistung nur in der ersten halben Stunde bewerten, danach hat der Schiedsrichter gravierend in die Partie eingegriffen.“

Er sollte erstmal wieder in der Regionalliga anfangen.

Preußen-Trainer Marco Antwerpen

Es habe ab dem ersten Elfmeterpfiff für den KSC nicht mehr in den Händen der Preußen gelegen, irgendwas aus dem Spiel machen zu können. Alles habe Jablonski gegen Münster ausgelegt.

Lange Liste der Fehlentscheidungen

Antwerpens Litanei war ellenlang, vieles davon war richtig. Der erste Elferpfiff - ganz eindeutig falsch; die Rote Karte gegen Ole Kittner - zu hart; die Entstehung des zweiten Elfmeters - falsch ausgelegt; dazu zwei Handelfmeter für Münster nicht gegeben, zwei Tätlichkeiten aufseiten der Hausherren nicht geahndet, auch für den KSC noch einen Handelfmeter übersehen.

Antwerpen schüttelte den Kopf, seiner Mannschaft sei in der letzten Viertelstunde vor der Pause der Nerv gezogen worden durch die beiden verwandelten Elfmeter von Anton Fink und Marc Lorenz sowie den Platzverweis für Kittner. Burak Camoglu mit einem Doppelpack zum 4:0 sowie Marvin Pourie mit dem 5:0 nutzten die numerische Überlegenheit zugegebenermaßen clever. Münster wehrte sich, aber spätestens nach dem 2:0 in der 40. Minute war in Karlsruhe für die Preußen kein Blumentopf mehr zu gewinnen.

Karlsruher SC - Preußen Münster

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  • Luftduell zwischen René Klingenburg und Marvin Wanitzek.

    Luftduell zwischen René Klingenburg und Marvin Wanitzek.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Das frühe Rot gegen Münsters Ole Kittner.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Aufgeheizte Stimmung nach der Schiedsrichter-Entscheidung.

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  • Der Verzweiflung nahe: SCP-Coach Marco Antwerpen.

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  • Hier noch im Spiel: Ole Kittner (gegen Marc Lorenz).

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  • Die Preußen haben Diskussionsbedarf mit Schiedsrichter Sven Jablonski.

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  • Weiteres Luftduell zwischen René Klingenburg und Marvin Wanitzek.

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  • In der Startelf: Tobias Warschewski.

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  • Gelb für Preußens Rodrigues Pires.

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  • Martin gegen Marvin: Kobylanski setzt sich gegen Wanitzek durch.

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  • Tobias Rühle gegen Marvin Wanitzek und David Pisot.

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  • Schiedsrichter Sven Jablonski greift zum roten Karton.

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  • Außer sich: SCP-Trainer Marco Antwerpen.

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  • Alle Preußen-Proteste sind zwecklos.

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  • Martin Kobylanski kämpft gegen David Pisot.

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  • Unzufrieden: Marco Antwerpen.

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  • Ein weiterer Blick auf die Platzverweis-Szene.

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  • Ole Kittner ...

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  • ... verlässt das Spielfeld.

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  • Marco Antwerpen im Gespräch mit den Unparteiischen.

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  • SCP-Keeper Maximilian Schulze Niehues klärt vor Marvin Pourié.

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  • SCP-Trainer Marco Antwerpen.

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  • Sandrino Braun im Duell mit Manuel Stiefler.

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  • Bedient: Lion Schweers.

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  • Fassungslos: Preußen-Coach Marco Antwerpen.

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  • Am Boden: Martin Kobylanski.

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  • Können es kaum fassen: Lion Schweers und Simon Scherder.

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  • Marco Antwerpen und Schiedsrichter Sven Jablonski.

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  • Ex-Preuße Marc Lorenz bejubelt sein Elfmeter-Tor.

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  • Burak Camoglu kommt vor Philipp Hoffmann an den Ball.

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  • SCP-Coach Marco Antwerpen (l.).

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  • Kopfballsieger: Jannik Borgmann gegen Manuel Stiefler.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Maximilian Schulze Niehues, Simon Scherder, Philipp Hoffmann und René Klingenburg nach Spielschluss.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Am Ball: Manuel Stiefler (KSC).

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Weiß auf blau: das Endresultat.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Anfangsphase ohne Höhepunkte

Antwerpen sagte nach der Partie: „Sportlich kann ich nur die Anfangsphase bewerten, wo unser Plan aufgegangen war in einem fairen Spiel ohne Höhepunkte.“ Es war ein typisches 0:0-Spiel, Kampf war Trumpf auf einem schwer bespielbaren Platz. Dann wandte Antwerpen sich noch einmal dem Referee Jablonski zu. In der Halbzeitpause fragte er das Gespann, ob sie sich sicher bei ihren Entscheidungen gewesen wären. Die Antwort sei „Ja“ gewesen.

Nach der Partie bot Antwerpen dem Schiedsrichter an, dass sie miteinander telefonieren könnten in naher Zukunft. Und, so der SCP-Coach mit einem Anflug von bitterbösem Zynismus: „Bei der Gelegenheit kann er sich auch bei uns entschuldigen.“

Schwartz bringt Antwerpen zum Lachen

Der KSC nutzte das Momentum allerdings im Stile einer Spitzenelf. Über den Referee wollte KSC-Coach Alois Schwartz nichts sagen: „Ich bin nur dafür da, meine Mannschaft zu bewerten. Die Elfmeter muss man als Gegner auch mal hinnehmen. Nach dem 3:0 haben wir das sauber runtergespielt.“ Antwerpen lachte spöttisch auf, als er von Schwartz zur nonchalanten Akzeptanz der Schiedsrichter-Entscheidungen aufgerufen worden war.

Metzelder und Kittner in der Schiedsrichterkabine

Derweil kehrte Sportchef Malte Metzelder beim Schiedsrichter in der Kabine ein, im Schlepptau Abwehrchef Ole Kittner. Es ging in der Nachbereitung um die Bewertung des Fouls, das zur Roten Karte geführt hat, denn davon wird Kittners Sperre abhängen. Metzelder war ratlos, als die Frage darum ging, wie die Mannschaft ein solches Spiel verarbeiten kann: „Das ist eine gute Frage.“ Die Antwort gibt es bereits am nächsten Samstag im Heimspiel gegen den FSV Zwickau.

 

Einzelkritik: Karlsruher SC - Preußen Münster

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  • Max_Schulze_Niehues_image_1024_width

    Torwart Max Schulze Niehues, Note 3,5, hatte eigentlich nicht so viel zu tun. Beim ersten Elfmeter, schwach geschossen von Anton Fink, sah der SCP-Schlussmann nicht gut aus, den hätte er vielleicht sogar abwehren können.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rechtsverteidiger Fabian Menig, Note 3,5, ackerte in der ersten halben Stunde wie ein Pferd, kam gefrustet nach der Partie in die Kabine und verstand die Welt nicht mehr, nachdem er mehrfach überhart gefoult worden war.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Innenverteidiger Lion Schweers, Note 3,5, konnte keine Schuld am ersten Elfmeter gegeben werden. Eigentlich ein ganz normaler Auftritt von ihm.

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  • Innenverteidiger Ole Kittner, Note 3,5, hätte für die Rote Karte eigentlich eine 5 verdient. Aber die Rote Karte gegen ihn war ein Witz. Bis zum Platzverweis hatte er alles im Griff, wie geplant.

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  • Linksverteidiger Philipp Hoffmann, Note 3,5, machte sein Ding auf ungewohnter Position, rückte später ins rechte Mittelfeld. War schon okay alles.

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  • Mittelfeldspieler Sandrino Braun, Note 3, gewann bei seiner Rückkehr in die Startelf gerade anfangs einige wichtige Zweikämpfe. Braun hatte keine Anpassungsschwierigkeiten, das war ordentlich.

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  • Mittelfeldspieler René Klingenburg, Note 3,5, war vor Pause eher unscheinbar, kämpfte aber 90 Minuten lang um jeden Ball - und war ratlos wie alle anderen Adlerträger auch.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Kevin Rodrigues Pires, Note 3,5, kassierte für sein erstes Foul gleich die Gelbe Karte und wandelte bei diesem Schiedsrichter auf dünnem Einsatz. Blieb deshalb nach der Pause in der Kabine. Ganz zu Beginn der Partie hatte „KRP“ eine starke Szene, als er zwei KSC-Spieler im eigenen Strafraum narrte.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Angreifer Tobias Rühle, Note 3,5, versuchte wie immer einiges. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Angreifer Martin Kobylanski, Note 3,5, organisierte in der ersten halben Stunde die wenigen Preußenangriffe, kein leichter Job bei der ungewohnt defensiven Ausrichtung des SCP. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Angreifer Tobias Warschewski, Note 4, lief als einziger Preuße in der Startphase etwas hinter der Musik her. Musste zur Pause raus.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Einwechselspieler Lucas Cueto, Note 3,5, kam in der 46. Minute für Tobias Warschewski und hatte durchaus gute Momente bei Kontern.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Einwechselspieler Simon Scherder, Note 3, kam in der 46. Minute für Kevin Rodrigues Pires und stabilisierte den SCP in der zweiten Hälfte in Unterzahl. Jenseits der Niederlage tut ihm Spielpraxis gut.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Einwechselspieler Jannik Borgmann, keine Note, kam in der 63. Minute für Tobias Rühle und sollte den Defensivverbund verstärken, was auch gelang.

    Foto: Jürgen Peperhowe

 


Karlsruhe: Uphoff - Thiede, Gordon (46. Kobald), Pisot, Roßbach - Stiefler, Wanitzek - Camoglu (65. Choi), Lorenz - Pourie (82. Sane), Fink. - Trainer: Schwartz
Ersatzbank: Müller (Tor), Sane, Kircher, Hanek, Batmaz.

Münster: Schulze Niehues - Menig, Schweers, Kittner, Hoffmann - Braun - Klingenburg, Rodrigues Pires (46. Scherder) - Rühle (63. Borgmann), Kobylanski, Warschewski (46. Cueto). - Trainer: Antwerpen
Ersatzbank: Schnitzler (Tor), Müller, Tezel, Heinrich

Tore: 1:0 Fink (32., Foulelfmeter, Schweers an Pourie), 2:0 Lorenz (40. Foulelfmeter, Braun an Stiefler), 3:0 Camoglu (43.), 4:0 Camoglu (56.), 5:0 Pourie (80.) - Zuschauer: 10613 - Schiedsrichter: Jablonski (Bremen) - Rote Karte: Kittner (36. Foul an Lorenz) - Gelbe Karten: Gordon / Rodrigues Pires, Schulze Niehues

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