3. Liga
Preußen Münster kassiert denkwürdige 0:5-Klatsche im Wildpark

Karlsruhe -

Der SC Preußen Münster kassiert in Karlsruhe eine ganz bittere Niederlage, geht auf der Wildpark-Baustelle mit 0:5 (0:3) unter, verliert Abwehrchef Ole Kittner durch einen frühen Platzverweis und die Tabellenspitze nach zwei Niederlage in Folge aus den Augen. Die erhoffte Jahresendrallye der Preußen entwickelt sich zu einem veritablen Rohrkrepierer.

Samstag, 08.12.2018, 16:17 Uhr aktualisiert: 08.12.2018, 17:52 Uhr
Foto: Jürgen Peperhowe

Die drei Fragezeichen haben im Karlsruher Wildparkstadion für eine Menge Frust bei den Preußen und letztlich für drei verlorene Punkte gesorgt. In einer chancenarmen Auseinandersetzung sorgte letztlich Schiedsrichter Sven Jablonski für die Entscheidung zugunsten der Gastgeber, die sich selbst mit dem 5:0(3:0)-Erfolg an die Fersen von Tabellenführer VfL Osnabrück hefteten und die Preußen tabellarisch weit zurück ins zweite Glied schickten.

Fragezeichen Nummer eins (32.): Lion Schweers klammert gegen Karlsruhes Torjäger Marvin Pourié (32.) und der lässt sich fallen: Jablonski steht unmittelbar daneben, pfeift – und liegt daneben: Pourié lässt sich fallen, als Schweers längst losgelassen hat. Anton Fink ist es egal: Er tritt an und versenkt einen haltbaren Elfer zum 1:0. „Ich merke eine leichte Berührung, dann falle ich“, lautete das vielsagende Zitat von Marvin Pourié zum ersten Elfmeterpfiff. „Ich muss mir das noch mal angucken.“

Fragezeichen Nummer zwei (36.): Die Preußen im Angriff, verlieren den Ball an der 16er-Linie das KSC. Ole Kittner will das Leder zurückerobern, setzt mit einer dynamischen Grätsche von hinten nach. Klarer Platzverweis – hätte er den Gegner denn getroffen, hat er aber nicht, Rot gab es trotzdem. „Ich glaube nicht, dass ich ihn überhaupt berührt habe“, so Kittner.

Karlsruher SC - Preußen Münster

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  • Luftduell zwischen René Klingenburg und Marvin Wanitzek.

    Luftduell zwischen René Klingenburg und Marvin Wanitzek.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Das frühe Rot gegen Münsters Ole Kittner.

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  • Aufgeheizte Stimmung nach der Schiedsrichter-Entscheidung.

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  • Der Verzweiflung nahe: SCP-Coach Marco Antwerpen.

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  • Hier noch im Spiel: Ole Kittner (gegen Marc Lorenz).

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  • Die Preußen haben Diskussionsbedarf mit Schiedsrichter Sven Jablonski.

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  • Weiteres Luftduell zwischen René Klingenburg und Marvin Wanitzek.

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  • In der Startelf: Tobias Warschewski.

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  • Gelb für Preußens Rodrigues Pires.

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  • Martin gegen Marvin: Kobylanski setzt sich gegen Wanitzek durch.

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  • Tobias Rühle gegen Marvin Wanitzek und David Pisot.

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  • Schiedsrichter Sven Jablonski greift zum roten Karton.

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  • Außer sich: SCP-Trainer Marco Antwerpen.

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  • Alle Preußen-Proteste sind zwecklos.

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  • Martin Kobylanski kämpft gegen David Pisot.

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  • Unzufrieden: Marco Antwerpen.

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  • Ein weiterer Blick auf die Platzverweis-Szene.

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  • Ole Kittner ...

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  • ... verlässt das Spielfeld.

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  • Marco Antwerpen im Gespräch mit den Unparteiischen.

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  • SCP-Keeper Maximilian Schulze Niehues klärt vor Marvin Pourié.

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  • SCP-Trainer Marco Antwerpen.

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  • Sandrino Braun im Duell mit Manuel Stiefler.

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  • Bedient: Lion Schweers.

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  • Fassungslos: Preußen-Coach Marco Antwerpen.

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  • Am Boden: Martin Kobylanski.

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  • Können es kaum fassen: Lion Schweers und Simon Scherder.

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  • Marco Antwerpen und Schiedsrichter Sven Jablonski.

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  • Ex-Preuße Marc Lorenz bejubelt sein Elfmeter-Tor.

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  • Burak Camoglu kommt vor Philipp Hoffmann an den Ball.

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  • SCP-Coach Marco Antwerpen (l.).

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  • Kopfballsieger: Jannik Borgmann gegen Manuel Stiefler.

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  • Maximilian Schulze Niehues, Simon Scherder, Philipp Hoffmann und René Klingenburg nach Spielschluss.

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  • Am Ball: Manuel Stiefler (KSC).

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  • Weiß auf blau: das Endresultat.

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Fragezeichen Nummer drei (40.): Sandrino Braun will im eigenen 16er klären, Stiefler bekommt sein Bein zwischen Fuß und Ball und wird getroffen. Der nächste Elferpfiff – alleine vielleicht unglücklich, aber allemal vertretbar. Allerdings hätte die Partie zuvor nach einem grobe Foul von Daniel Gordon abseits des Balls bereits unterbrochen werden müssen. Marc Lorenz tritt an und entschlossen zu: 2:0.

Bis dahin hatte es vor 10.613 Zuschauern wenig zu melden gegeben, Münster lebte zurückgezogen und hielt das Tor bei den seltenen Besuchen der Gastgeber konsequent geschlossen, hatte selbst aber nach vorne auch nichts zu melden. Doch nach dem Platzverweis für Kittner, spätestens jedoch nach dem 0:2 war diese Partie entschieden.

Als die Fragezeichen abgearbeitet waren, folgten noch die Ausrufezeichen durch Burak Camoglu (42. und 56.) und Marvin Pourié. Fertig war die 0:5-Klatsche und damit die höchste Niederlage in Münsters Drittliga-Geschichte.

Antwerpen erwartet Anruf des Schiedsrichters

Doch so eindeutig wie das Ergebnis, so fragwürdig war dessen Zustandekommen. Schon zur Pause hatte Marco Antwerpen Gesprächsbedarf bei den Unparteiischen angemeldet – natürlich ergebnislos. „Wir können nur eine halbe Stunde von diesem Spiel bewerten, weil sich danach nichts mehr wie im Fußball üblich zugetragen hat“, befand Antwerpen. Er wartet jetzt auf einen Anruf von Schiedsrichter Sven Jablonski. „Ich habe ihn gebeten, sich das in Ruhe noch mal anzuschauen und mich dann in der Woche mal anzurufen und sich zu entschuldigen.“

Einzelkritik: Karlsruher SC - Preußen Münster

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  • Max_Schulze_Niehues_image_1024_width

    Torwart Max Schulze Niehues, Note 3,5, hatte eigentlich nicht so viel zu tun. Beim ersten Elfmeter, schwach geschossen von Anton Fink, sah der SCP-Schlussmann nicht gut aus, den hätte er vielleicht sogar abwehren können.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rechtsverteidiger Fabian Menig, Note 3,5, ackerte in der ersten halben Stunde wie ein Pferd, kam gefrustet nach der Partie in die Kabine und verstand die Welt nicht mehr, nachdem er mehrfach überhart gefoult worden war.

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  • Innenverteidiger Lion Schweers, Note 3,5, konnte keine Schuld am ersten Elfmeter gegeben werden. Eigentlich ein ganz normaler Auftritt von ihm.

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  • Innenverteidiger Ole Kittner, Note 3,5, hätte für die Rote Karte eigentlich eine 5 verdient. Aber die Rote Karte gegen ihn war ein Witz. Bis zum Platzverweis hatte er alles im Griff, wie geplant.

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  • Linksverteidiger Philipp Hoffmann, Note 3,5, machte sein Ding auf ungewohnter Position, rückte später ins rechte Mittelfeld. War schon okay alles.

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  • Mittelfeldspieler Sandrino Braun, Note 3, gewann bei seiner Rückkehr in die Startelf gerade anfangs einige wichtige Zweikämpfe. Braun hatte keine Anpassungsschwierigkeiten, das war ordentlich.

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  • Mittelfeldspieler René Klingenburg, Note 3,5, war vor Pause eher unscheinbar, kämpfte aber 90 Minuten lang um jeden Ball - und war ratlos wie alle anderen Adlerträger auch.

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  • Mittelfeldspieler Kevin Rodrigues Pires, Note 3,5, kassierte für sein erstes Foul gleich die Gelbe Karte und wandelte bei diesem Schiedsrichter auf dünnem Einsatz. Blieb deshalb nach der Pause in der Kabine. Ganz zu Beginn der Partie hatte „KRP“ eine starke Szene, als er zwei KSC-Spieler im eigenen Strafraum narrte.

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  • Angreifer Tobias Rühle, Note 3,5, versuchte wie immer einiges. 

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  • Angreifer Martin Kobylanski, Note 3,5, organisierte in der ersten halben Stunde die wenigen Preußenangriffe, kein leichter Job bei der ungewohnt defensiven Ausrichtung des SCP. 

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  • Angreifer Tobias Warschewski, Note 4, lief als einziger Preuße in der Startphase etwas hinter der Musik her. Musste zur Pause raus.

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  • Einwechselspieler Lucas Cueto, Note 3,5, kam in der 46. Minute für Tobias Warschewski und hatte durchaus gute Momente bei Kontern.

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  • Einwechselspieler Simon Scherder, Note 3, kam in der 46. Minute für Kevin Rodrigues Pires und stabilisierte den SCP in der zweiten Hälfte in Unterzahl. Jenseits der Niederlage tut ihm Spielpraxis gut.

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  • Einwechselspieler Jannik Borgmann, keine Note, kam in der 63. Minute für Tobias Rühle und sollte den Defensivverbund verstärken, was auch gelang.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Die Partie war nach 45 Minuten entschieden: Der Rest war mehr oder weniger gelungene Schadensbegrenzung. Nach dem Abpfiff war der Ärger noch lange nicht verraucht. Es wird schwer, dieses Spiel aus dem Gedächtnis zu streichen, obwohl es schnellstmöglich geschehen sollte.

Karlsruhe: Uphoff - Thiede, Gordon (46. Kobald), Pisot, Roßbach - Stiefler, Wanitzek - Camoglu (65. Choi), Lorenz - Pourie (82. Sane), Fink. - Trainer: Schwartz
Ersatzbank: Müller (Tor), Sane, Kircher, Hanek, Batmaz.

Münster: Schulze Niehues - Menig, Schweers, Kittner, Hoffmann - Braun - Klingenburg, Rodrigues Pires (46. Scherder) - Rühle (63. Borgmann), Kobylanski, Warschewski (46. Cueto). - Trainer: Antwerpen
Ersatzbank: Schnitzler (Tor), Müller, Tezel, Heinrich

Tore: 1:0 Fink (32., Foulelfmeter, Schweers an Pourie), 2:0 Lorenz (40. Foulelfmeter, Braun an Stiefler), 3:0 Camoglu (43.), 4:0 Camoglu (56.), 5:0 Pourie (80.) - Zuschauer: 10613 - Schiedsrichter: Jablonski (Bremen) - Rote Karte: Kittner (36. Foul an Lorenz) - Gelbe Karten: Gordon / Rodrigues Pires, Schulze Niehues

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