Fußball: Frauen-DFB-Pokal
Trikot von Alexandra Popp vergeben – Lisa Zensen trotzdem happy

Senden -

Am Samstag, 14 Uhr, empfängt in der zweiten Hauptrunde Regionalligist SV Berghofen Cup-Verteidiger VfL Wolfsburg. Für den Dortmunder Verein ist es das Spiel aller Spiele. Das gilt erst recht für eine junge Frau aus Senden – wenn sie denn mitwirken darf.

Freitag, 06.09.2019, 21:05 Uhr aktualisiert: 10.09.2019, 19:26 Uhr
Wolfsburg statt Havixbeck: Lisa Zensen (l.), hier noch im Trikot des VfL Senden, bestreitet am heutigen Samstag ein ganz besonderes Spiel – falls sie zum 18-köpfigen Aufgebot des SV Berghofen zählt. Foto: Johannes Oetz

Als Lisa Zensen hörte, dass ihr Ex-Team, der VfL Senden , im Kreispokal bei BW Ottmarsbocholt gastiert, da habe sie ihren Wechsel zum SV Berghofen für einen ganz kurzen Moment bedauert. Tja. Augen auf bei der Vereinswahl, mag man der 22-Jährigen zurufen. Kurze Zeit später wusste die offensive Mittelfeldspielerin aber, dass sie doch alles richtig gemacht hat. Denn in Runde zwei des DFB-Pokals trifft ihr neuer Klub am heutigen Samstag, 14 Uhr, auf den VfL Wolfsburg . Wahnsinn.

Die Bayern des Frauenfußballs. Fünf Meistertitel, sechs Pokalsiege, zwei Champions-League-Siege, Triple-Gewinn 2013. Dort: eine Art Weltauswahl, fast nur Nationalspielerinnen, Olympiasiegerinnen. Das Nonplusultra in Deutschland. Hier: Lisa Zensen, bis vor wenigen Wochen Bezirksligakickerin in der Stevergemeinde. Irre.

Bis zu 2000 Besucher

Allein das Zuschaueraufkommen: Während zu den Regionalligapartien in Berghofen selten mehr als 100 Menschen kommen, werden im Waldstadion in Aplerbeck, in das der Klub wegen des zu erwartenden Andrangs umziehen muss, bis zu 2000 Besucher erwartet. „2000 Besucher – wenn ich nur daran denke, läuft mir ein Schauer über den Rücken“, so Zensen. Wobei sie ja selbst maßgeblich dazu beigetragen hat, dass es voll wird im Rund. „Knapp 50 Karten“ sei sie in der Heimat losgeworden. Freunde, Familie, Bekannte, Ex-Mitspielerinnen: Alle werden Zensen am Samstag anfeuern.

Vorausgesetzt, sie darf überhaupt ran. 21 Frauen umfasst der SV-Kader, drei wurden am späten Freitagabend nach dem Abschlusstraining gestrichen. Ob sie zu den glücklichen 18 gehört, die zumindest einen Platz auf der Bank ergattern, war bei Redaktionsschluss noch offen. Schlecht sind die Chancen nicht. Im ersten Meisterschaftsspiel (4:4 in Menden) stand sie 90 Minuten auf dem Feld, im zweiten gegen Borussia Mönchengladbach 2 (1:0) wurde sie spät eingewechselt.

Ex-Trainerin nicht überrascht

Dass sie direkt ihre Einsatzzeiten bekommt, wundert ihre langjährige Trainerin beim VfL, Annika Scheunemann, nicht: „Lisa hat diese besondere Veranlagung. Auch wenn sie bisher drei Klassen tiefer gekickt hat: Ich traue ihr absolut zu, dass sie sich in Dortmund dauerhaft durchsetzt.“ Der Unterschied zwischen Regional- und Bezirksliga? „In Senden hatte ich viel mehr Zeit für Ballannahme und Verarbeitung. Das jetzt in Sekundenbruchteilen zu erledigen und dabei im Kopf klar zu bleiben, ist die größte Herausforderung“, so Zensen.

Erst recht im Spiel gegen die im Pokal seit fünf Jahren unbezwungenen „Wölfinnen“. Daran, dass dem Underdog die Sensation gelingt, glaubt in Berghofen niemand ernsthaft. Bleibt also nur die Frage, ob Zensen nach dem Abpfiff das Jersey von Superstar Alexandra Popp abbekommt. „Das ist schon vergeben. Im Grunde“, lacht die Studentin, „sind alle Trikots vergeben“. Sie hätte, falls sie denn zum Zuge kommt, am liebsten das von Fridolina Rolfö. An der (derzeit allerdings verletzten) Schwedin schätzt Zensen, „dass sie diese ganz besondere Aura hat“.

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