Fußball: 3. Liga
Preußen-Burgfrieden zwischen Antwerpen und Metzelder für den Moment

Münster -

Kurz vor den Feiertagen kamen ein paar Misstöne zwischen Preußen-Trainer Marco Antwerpen und Sportchef Malte Metzelder auf. Beide haben aber noch im vergangenen Jahr zu einer professionellen Zusammenarbeit zurückgefunden. Eine Vertragsverlängerung des Chefcoaches ist derzeit aber nicht in Aussicht.

Dienstag, 08.01.2019, 17:12 Uhr aktualisiert: 10.01.2019, 09:48 Uhr
Sportchef Malte Metzelder (l.) und Trainer Marco Antwerpen haben sich fürs Erste zusammengerauft. Foto: Jürgen Peperhowe

Neuzugänge in diesem Winter? „Die Frage hat sich erübrigt“, sagt nun auch Preußen-Trainer Marco Antwerpen. Er hatte wochenlang fast verzweifelt um Verstärkung für seinen lange erfolgreichen, aber nicht zu großen Kader geworben. Nun hat er zähneknirschend eingesehen, dass die finanzielle Lage des Drittligisten nicht mal Gedankenspiele zulässt. Wie es wirtschaftlich wirklich um den SCP steht, der sich ja einen Konsolidierungskurs auf die Fahnen geschrieben hat und dafür vom DFB in der Lizenzfrage positive Bescheide erhielt, dürfte die Jahreshauptversammlung am Sonntag (13. Januar, 11 Uhr, Mensa am Ring) zeigen. Nicht nur Antwerpen ist gespannt auf die Zahlen.

Der 47-Jährige weiß, dass er sehr fordernd auftritt, der neidvolle Blick auf die aufrüstende Konkurrenz (Lotte, Braunschweig, Großaspach, Osnabrück) bestätigt ihn jedoch. „Andere sind in der Lage, etwas zu machen, wir leider nicht.“ Aber gut, Thema abgehakt. Dieses jedenfalls.

Stete Kommunikation

Vor der Winterpause kam jedoch noch der eine oder andere weitere kleine Brandherd auf. Zum einen die bislang ausbleibenden Vertragsgespräche mit den Profis und den Trainern, deren Arbeitspapiere im Sommer auslaufen. Zum anderen das allgemeine Verhältnis des Chefcoaches zu Sportchef Malte Metzelder, dem einige Antwerpen-Aussagen nicht gefielen („Das war kein Bewerbungsschreiben“). Immerhin herrscht kein Dauerschweigen zwischen beiden Seiten. „Wir reden ja regelmäßig“, sagt der Trainer. „Meine Kritik ging auch gar nicht gegen seine Person. Ich hätte mir nur gewünscht, dass er mir Recht gibt, dass wir eigentlich noch zwei Spieler brauchen.“

Metzelder sagt, dass es vor Weihnachten schon ein Gespräch zu den Unstimmigkeiten gegeben habe. „Das lief vernünftig und auf professioneller Ebene ab. Das Ergebnis bleibt aber intern.“ Nach Eiszeit klingt das nicht, beide bekräftigen den Austausch. Aber das ganz enge Verhältnis tragen die beiden sportlichen Verantwortungsträger auch nicht gerade zur Schau. Sehr nüchtern eben. Von außen betrachtet, scheint aktuell eine Trennung im Sommer wahrscheinlicher als ein Verbleib. Die Gefahr: ein Austrudeln der Saison. Oder ist eine weitere Zusammenarbeit denkbar? „Das will ich jetzt nicht beantworten. Wichtig ist, dass wir eine gute Vorbereitung hinlegen und einen guten Wiedereinstieg in die Liga finden“, erklärt Metzelder.

Nichts überstürzen

Zukunftsgespräche möchte er dagegen in den nächsten Wochen mit einigen Spielern führen. Dabei soll es nicht sofort um neue Kontrakte gehen, sondern vielmehr um Feedback. „Eine Rückmeldung, wie wir die sportliche Entwicklung des Einzelnen sehen“, so der 36-Jährige. „Es ist uns wichtig, hier und da ein Signal zu senden, dass wir uns eine weitere Zusammenarbeit vorstellen können.“ Zwar weiß auch der Geschäftsführer, dass einige Stammspieler und Leistungsträger mit auslaufenden Verträgen (etwa Martin Kobylanski, René Klingenburg, Lion Schweers, Fabian Menig) auch bei anderen Clubs aus der 2. oder 3. Liga auf dem Zettel stehen. Doch überstürzen möchte er weiterhin nichts.

„Wir orientieren uns an der Planungssicherheit für die nächste Saison und müssen dann sehen, was im Topf ist.“ Das ist der Stand aus dem Herbst, verbessert haben sich die finanziellen Perspektiven seitdem nicht. Vor einem Jahr kam es zum Beispiel gar nicht erst zu Verhandlungen mit „Großverdiener“ Adriano Grimaldi, der dann zu 1860 München weiterzog (wo er inzwischen auch nicht mehr glücklich ist). Klar ist aber auch, dass die wenigen Profis mit alten, gut dotierten Verträgen, diese Konditionen nicht noch mal herausschlagen können.

Gesprochen hat Metzelder aber auch mit Simon Scherder, der noch bis 2020 gebunden ist. Der Verteidiger war im Dezember nach einer Reihe von spielentscheidenden Fehlern ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. „Er weiß, dass wir mehr erwarten. Aber er ist unser Kapitän und bleibt sehr wichtig.“

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