Fußball: 3. Liga
0:2 gegen Fortuna Köln: Die Winterpause kommt für Preußen Münster zu spät

Münster -

Das war ein trister, ja sogar sehr trister Dezember für den SC Preußen Münster. Das 0:2 gegen Fortuna Köln war die vierte Niederlage in Serie für den Drittligisten, der gegen die Rheinländer wie ein schwer angeschlagener Boxer über den Rasen taumelte.

Sonntag, 23.12.2018, 16:22 Uhr aktualisiert: 23.12.2018, 16:41 Uhr
Beim 0:1 durch Michael Eberwein (14) schauen gleich drei Preußen mit Tormann Max Schulze Niehues, Dominik Lanius (26) und Lion Schweers (25) zu. Foto: Jürgen Peperhowe

Es kann ziemlich genau bestimmt werden, wann für den SC Preußen Münster die Winterpause besser hätte beginnen sollen. Ende November wäre ein guter Zeitpunkt gewesen, als Münster das Schlusslicht Eintracht Braunschweig mit 3:0 bezwang und der SCP Tabellenzweiter war. Zweiter! Das war Ende November.

Nun, vier Partien später und mit keinem Punkt mehr auf der Habenseite torkelt der Fußball-Drittligist schwer angezählt dem Fest entgegen. Das war ein desaströser Advent für die Preußen, Geschenke bekamen die anderen, nur die anderen. Erst Halle (1:2), dann Karlsruhe (0:5), ehe Zwickau (0:2) kam und die 0:2 (0:1)-Heimpleite gegen Abstiegskandidat Fortuna Köln folgte und dem SCP ein nachdenkliches Fest bescherten. Die Mannschaft, die im ersten Saisondrittel teilweise brillierte, teilweise begeisterte, dabei immer als verschworene Einheit auftrat, ist jetzt nicht mehr wiederzuerkennen, wie abgeschnitten sind die positiven Eigenschaften.

SC Preußen Münster – Fortuna Köln

1/32
  • Kölns Keeper Nikolai Rehnen rettet vor Rufat Dadashov.

    Kölns Keeper Nikolai Rehnen rettet vor Rufat Dadashov.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Das bittere Ende: 0:2.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rufat Dadashov im Zweikampf mit Bernard Kyere.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • René Klingenburg beim Kopfballduell.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Kevin Rodrigues Pires köpft, Fabian Menig hat Benjamin Pintol im Griff.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Da hofft er noch auf Besserung: Marco Antwerpen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Benjamin gegen Benjamin: Schwarz im Duell mit Pintol.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Zweikampf zwischen Lion Schweers und Moritz Fritz.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Dominik Lanius und Hamid Dahmani im Kampf um den Ball.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Not amused: Malte Metzelder.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Dominik Lanius und Benjamin Pintol.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Dominik Lanius gewinnt ein Kopfballduell.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • SCP-Trainer Marco Antwerpen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Philipp Hoffmann fightet gegen Benjamin Pintol.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Betroffenheit bei Spielern und Trainer.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Das 1:0 für die Kölner Fortuna durch Michael Eberwein.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Bedient: der Sportchef.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • René Klingenburg gegen Nico Brandenburger.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Laut am Rand: SCP-Trainer Marco Antwerpen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Philipp Hoffmann gegen Benjamin Pintol.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rufat Dadashov gegen Moritz Fritz.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Preußen-Sportchef Malte Metzelder.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Die Preußen nach dem Schlusspfiff.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Dominik Lanius gegen Benjamin Pintol.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Hadert: René Klingenburg.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Schreit: Marco Antwerpen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Jubelt: Kölns Moritz Hartmann nach seinem Treffer zum 2:0.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Nicht zufrieden: Marco Antwerpen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Bedient: Philipp Hoffmann.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sportchef Malte Metzelder.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Der Preußen-Coach nach dem zweiten Treffer der Gäste.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • SCP-Mauer mit René Klingenburg, Philipp Hoffmann und Martin Kobylanski.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Der SCP stolpert in die Winterpause, schwer angeknockt wie ein Boxer nach einer Serie von Wirkungstreffern, die Leistungsträger suchen ihre Form. War Münster zum Saisonauftakt noch formidabel mit einem 4:1-Erfolg in Köln gestartet, holte das Team von Trainer Marco Antwerpen den eigenen Anhang letztendlich in verregnete Drittliga-Tristesse zurück. Da ging nicht mehr viel, es gab keinen Zweifel am Sieg der alles andere als unbezwingbaren Fortunen aus der Kölner Südstadt. Münster patzte zum Rückrundenstart.

Ernüchternde Bilanz

„Das war eine sehr, sehr verdiente Niederlage für uns“, resümierte SCP-Coach Marco Antwerpen sichtbar angefasst nach dem 0:2. Seine Bilanz war ernüchternd: „Zu wenig Spieler erreichen 100 Prozent ihrer Normalform. Wir müssen uns hinterfragen, ob wir unsere Grundtugenden abgerufen haben.“ Antwerpen meinte die so genannten Basics, die für so ein Spiel vorhanden sein müssen. Und: „Die Schlüsselspieler sind am Limit. Wir sind froh, dass wir in die Winterpause gehen können.“ Den Adlerträgern ging förmlich die Luft aus, dem Trainer zudem die Lösungen, die er im Herbst stets präsentiert hatte.

Einzelkritik: SC Preußen Münster – Fortuna Köln

1/14
  • Max_Schulze_Niehues_image_1024_width

    Torwart Max Schulze Niehues, Note 4, wirkte bei beiden Gegentoren nicht entschlossen genug, wobei die Treffer nicht vollends auf seine Kappe gingen. Hat schon bessere Spiele geliefert.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Innenverteidiger Dominik Lanius, Note 4, stand überraschend in der Startelf, hatte gute Momente und einige schlechte. Ihm war die fehlende Spielpraxis auf diesem Niveau anzumerken, eine undankbare Aufgabe.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Innenverteidiger Lion Schweers, Note 3,5, lieferte eine ordentliche Partie - eigentlich. Beim 0:1 irgendwie auch mit dabei, beim 0:2 nur Begleitschutz des eingewechselten Moritz Hartmann. An ihm lag es aber nicht.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Innenverteidiger Fabian Menig, Note 4, kehrte auf die linke Verteidigungsseite zurück, rackerte und kämpfte. Das war das, was man von ihm kennt. Aber auch nicht mehr.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Moritz Heinrich, Note 4,5, konnte nicht die erhofften spielerischen Akzente auf der linken Seite setzen, wirkte ausgelaugt und war zur Pause raus.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Kevin Rodrigues Pires, Note 3,5, mühte sich um Ordnung und Spielaufbau, ihm fehlten die Mitspieler dafür an diesem Tag. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Rene Klingenburg, Note 3,5, wollte alles regeln, kam aber nicht wirklich ins Spiel, wirkte am Ende gefrustet.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Martin Kobylanski, Note 4, hatte Münsters beste, Münsters einzige Chance, der Ball streifte die Latte. Tauchte ansonsten aber weitestgehend ab. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Benjamin Schwarz, Note 3,5, machte sein Ding, mehr aber auch nicht. Auf ihn ist zumindest Verlass.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Angreifer Philipp Müller, Note 5, war praktisch nicht zu sehen, das Spiel lief an ihm vorbei. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Angreifer Rufat Dadashov, Note 5, kam als Hoffnungsträger, blieb aber blass, von dem Mittelstürmer ging keinerlei Gefahr aus.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Einwechselspieler Philipp Hoffmann, Note 4, kam für Moritz Heinrich und mühte sich, immerhin. Aber die großen Impulse blieben aus. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Einwechselspieler Tobias Rühle, Note 5, kam für Philipp Müller und setzte keinerlei frischen Impulse in über 30 Minuten Spielzeit. Schwach.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Einwechselspieler Lucas Cueto, keine Note, kam für Benjamin Schwarz und blieb akzentfrei in seinem Spiel in den letzten gut 20 Minuten.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Viel ging nicht mehr. Nach fünf Minuten patzte die Abwehr in einer harmlosen Szene, Torwart Max Schulze Niehues sowie die Innenverteidiger Lion Schweers und Dominik Lanius wirkten dabei ungeschickt im Zusammenspiel, ehe Michael Eberwein zum 0:1 traf. Fünf Minuten waren da vorbei. Als der eingewechselte Moritz Hartmann in der Nachspielzeit sowohl Schweers wie auch Schulze Niehues düpierte und zum 2:0 traf, da hatte der SCP auf Strecke viel zu wenig für einen Treffer zusammengeschraubt auf dem Geläuf im Preußenstadion.

 Trend zeigt nach unten

Ganz ehrlich? In der 13. Minute traf Martin Kobylanski zum 1:1 ins Tor, zuvor soll aber Rufat Dadashov ein Foulspiel begangen haben. Überhaupt hatte eigentlich nur Kobylanski Chancen mit Weitschüssen, einer davon knallte an die Latte (50.). Die Gäste, auch nicht gerade gesegnet mit dem ganz großen Fußball-Gen, machten dass dann doch ein ganzes Stück besser. Hatten Pech, als ein Handspiel von Münster Benjamin Schwarz (12.) im Strafraum nicht geahndet und ein Schuss von Hamdi Dahmani (21.) über die Latte abgefälscht wurde, wenig später Benjamin Pintol über das Preußen-Tor schoss. Als Max Schulze Niehues in der 83. Minute glänzend gegen Dahmani klärte, war der SCP fast schon mausetot. Das große Finale fand nicht statt.

„Ich will mir die 29 Punkte nicht schlechtreden lassen“, sagte Antwerpen dennoch fast schon trotzig. Aber der Trend zeigt dramatisch nach unten, schlimmer noch: Für die Kölner aus dem Keller der Liga war das ein „Sechs-Punkte-Spiel“. Volltreffer für die Fortuna, Treffer ins Mark für den SCP. Eine ruhige Winterpause sieht dann wohl anders aus.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6276914?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F216%2F
Rüffel aus Düsseldorf für den Polizeichef
Münsters Polizeipräsident Hajo Kuhlisch
Nachrichten-Ticker