Preußen verliert 0:2 gegen Köln und kassiert vierte Pleite in Serie
Die Blicke richten sich nach unten

Münster -

Frohe Weihnachten. Der SC Preußen hat seine Chance auf ein paar besinnliche Tage grob fahrlässig verspielt. Gegen Abstiegskandidat Fortuna Köln kassierte der Club vor 5438 Zuschauern beim 0:2 seine vierte Schlappe in Serie.

Samstag, 22.12.2018, 16:31 Uhr aktualisiert: 23.12.2018, 16:41 Uhr
Foto: Jürgen Peperhowe

Michael Eberwein (5.) und Moritz Hartmann (90.+2) sorgten für den ersten Sieg der Gäste seit dem 20. Oktober beim 3:1 über Energie Cottbus . 2019 müssen die Adlerträger die Blicke nach unten richten. Der erste Abstiegsrang (Großaspach) ist nur neun Zähler entfernt. Das Polster ist dünn, für Träumereien ist in Münster kein Platz mehr. Schade eigentlich.

Drei Änderungen nahm SCP-Coach Marco Antwerpen gegenüber dem 0:2 gegen Zwickau vor. Für den unglücklich agierenden Simon Scherder rückte Dominik Lanius in die Abwehr, für Tobias Rühle durfte im Mittelfeld Moritz Heinrich ran, in vorderster Front war Rufat Dadashov back. Er spielte für Lucas Cueto. Der Aserbaidschaner erhielt unter der Woche grünes Licht aus dem Ärzteteam.

SC Preußen Münster – Fortuna Köln

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  • Kölns Keeper Nikolai Rehnen rettet vor Rufat Dadashov.

    Kölns Keeper Nikolai Rehnen rettet vor Rufat Dadashov.

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  • Das bittere Ende: 0:2.

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  • Rufat Dadashov im Zweikampf mit Bernard Kyere.

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  • René Klingenburg beim Kopfballduell.

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  • Kevin Rodrigues Pires köpft, Fabian Menig hat Benjamin Pintol im Griff.

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  • Da hofft er noch auf Besserung: Marco Antwerpen.

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  • Benjamin gegen Benjamin: Schwarz im Duell mit Pintol.

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  • Zweikampf zwischen Lion Schweers und Moritz Fritz.

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  • Dominik Lanius und Hamid Dahmani im Kampf um den Ball.

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  • Not amused: Malte Metzelder.

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  • Dominik Lanius und Benjamin Pintol.

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  • Dominik Lanius gewinnt ein Kopfballduell.

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  • SCP-Trainer Marco Antwerpen.

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  • Philipp Hoffmann fightet gegen Benjamin Pintol.

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  • Betroffenheit bei Spielern und Trainer.

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  • Das 1:0 für die Kölner Fortuna durch Michael Eberwein.

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  • Bedient: der Sportchef.

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  • René Klingenburg gegen Nico Brandenburger.

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  • Laut am Rand: SCP-Trainer Marco Antwerpen.

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  • Philipp Hoffmann gegen Benjamin Pintol.

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  • Rufat Dadashov gegen Moritz Fritz.

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  • Preußen-Sportchef Malte Metzelder.

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  • Die Preußen nach dem Schlusspfiff.

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  • Dominik Lanius gegen Benjamin Pintol.

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  • Hadert: René Klingenburg.

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  • Schreit: Marco Antwerpen.

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  • Jubelt: Kölns Moritz Hartmann nach seinem Treffer zum 2:0.

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  • Nicht zufrieden: Marco Antwerpen.

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  • Bedient: Philipp Hoffmann.

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  • Sportchef Malte Metzelder.

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  • Der Preußen-Coach nach dem zweiten Treffer der Gäste.

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  • SCP-Mauer mit René Klingenburg, Philipp Hoffmann und Martin Kobylanski.

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Drei Spiele hatten die Preußen zuletzt verloren. Über die eigentlich astreine oder, wie Coach Antwerpen zu pflegen sagt, „überragende“ Hinrunde, legte sich ein grauer Schleier ob des Abdriftens auf den sechsten Tabellenplatz. Aber das Duell mit den Kölner Südstädtern bot auch die Möglichkeit, sich mit einem Erfolgserlebnis doch noch besinnlich in die Heilige Zeit zu verabschieden. Das zumindest war der Plan. Er ging nie auf, weil der SCP nahtlos an die Leistung der ersten Hälfte aus den vergangenen Partien anknüpfte. Und abermals ein schnelles Tor kassierte, das dem Team nicht in die Karten spielte. Die Führung der Gäste war schlicht zu einfach. Benjamin Pintol fand mit seiner Flanke von der rechten Seite den Kopf von Michael Eberwein, der sichtlich beeindruckt, so frei an den Ball zu kommen, einfach einnickte. Abwehrspieler Lion Schweers und Keeper Max Schulze Niehues waren sich uneins, wer denn jetzt ans Leder sollte. Peng, 0:1. Eine eiskalte Dusche nach fünf Minuten.

Preußen: Zu selten gefährlich

Die Preußen schüttelten sich kurz, versuchten sich zu ordnen, kamen aber zu selten gefährlich vor den Kasten von Kölns Schnapper Nikolai Rehnen. Allein in Minute 14 ließ Martin Kobylanski den eigenen Anhang jubeln, sein Schuss aus elf Metern landete im Kasten. Der Ausgleich? Nein, zuvor hatte Rufat Dadashov gegen seinen Kontrahenten mit den Händen nachgeholfen, sich so vor dem Pass zu Kobylanski einen Vorteil verschafft. Der Unparteiische Harm Osmers (Hannover) ahndete das Foul. Pech für Münster, das nach 22 Minuten Glück hatte, als Hamdi Dahmani den Ball an die Latte zimmerte, im Nachschuss setzte Pintol das Leder knapp am linken Pfosten vorbei. Durchatmen. Das tat auch Ex-Preuße Lennart Stoll, der mit seinem Kumpel Ole Kittner (Rotsperre) auf der Tribüne saß. Er studiert mittlerweile Medizin in Ulm und kickt dort für den Regionalligisten. Das, was er auf dem Feld sah, überzeugte ihn nicht. Bis zur Pause konnte Münster froh sein, nur mit 0:1 zurückzuliegen.

Einzelkritik: SC Preußen Münster – Fortuna Köln

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  • Max_Schulze_Niehues_image_1024_width

    Torwart Max Schulze Niehues, Note 4, wirkte bei beiden Gegentoren nicht entschlossen genug, wobei die Treffer nicht vollends auf seine Kappe gingen. Hat schon bessere Spiele geliefert.

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  • Innenverteidiger Dominik Lanius, Note 4, stand überraschend in der Startelf, hatte gute Momente und einige schlechte. Ihm war die fehlende Spielpraxis auf diesem Niveau anzumerken, eine undankbare Aufgabe.

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  • Innenverteidiger Lion Schweers, Note 3,5, lieferte eine ordentliche Partie - eigentlich. Beim 0:1 irgendwie auch mit dabei, beim 0:2 nur Begleitschutz des eingewechselten Moritz Hartmann. An ihm lag es aber nicht.

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  • Innenverteidiger Fabian Menig, Note 4, kehrte auf die linke Verteidigungsseite zurück, rackerte und kämpfte. Das war das, was man von ihm kennt. Aber auch nicht mehr.

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  • Mittelfeldspieler Moritz Heinrich, Note 4,5, konnte nicht die erhofften spielerischen Akzente auf der linken Seite setzen, wirkte ausgelaugt und war zur Pause raus.

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  • Mittelfeldspieler Kevin Rodrigues Pires, Note 3,5, mühte sich um Ordnung und Spielaufbau, ihm fehlten die Mitspieler dafür an diesem Tag. 

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  • Mittelfeldspieler Rene Klingenburg, Note 3,5, wollte alles regeln, kam aber nicht wirklich ins Spiel, wirkte am Ende gefrustet.

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  • Mittelfeldspieler Martin Kobylanski, Note 4, hatte Münsters beste, Münsters einzige Chance, der Ball streifte die Latte. Tauchte ansonsten aber weitestgehend ab. 

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  • Mittelfeldspieler Benjamin Schwarz, Note 3,5, machte sein Ding, mehr aber auch nicht. Auf ihn ist zumindest Verlass.

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  • Angreifer Philipp Müller, Note 5, war praktisch nicht zu sehen, das Spiel lief an ihm vorbei. 

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  • Angreifer Rufat Dadashov, Note 5, kam als Hoffnungsträger, blieb aber blass, von dem Mittelstürmer ging keinerlei Gefahr aus.

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  • Einwechselspieler Philipp Hoffmann, Note 4, kam für Moritz Heinrich und mühte sich, immerhin. Aber die großen Impulse blieben aus. 

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  • Einwechselspieler Tobias Rühle, Note 5, kam für Philipp Müller und setzte keinerlei frischen Impulse in über 30 Minuten Spielzeit. Schwach.

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  • Einwechselspieler Lucas Cueto, keine Note, kam für Benjamin Schwarz und blieb akzentfrei in seinem Spiel in den letzten gut 20 Minuten.

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Mit der Hereinnahme von Philipp Hoffmann für Moritz Heinrich versuchte Preußen-Coach Marco Antwerpen die rechte Angriffsseite zu befeuern. Hoffmann, der flinke Läufer, war zwar viel unterwegs, aber entscheidende Impulse setzte er nicht. Und doch waren die Preußen in Minute 49 dem Ausgleich so nah wie nie in dieser Partie. Eine Ecke von Kevin Rodrigues Pires landete auf den Füßen von Martin Kobylanski, der mit einem satten Pfund den Kölner Querbalken kitzelte. Ein Funke Hoffnung, das Ding hier drehen zu können.

Münster wirkt ideenlos

Es blieb bei diesem Funken. Auch nach 60 Minuten, nach denen der Fußball eigentlich richtig schön wird, das hatte zumindest Ex-Profi Andreas Herzog mal von sich gegeben, wurde es nicht besser. Schön ist was anderes. Fehlpässe hier und dort, Münster wirkt ideenlos. Leer. Und durfte sich bei Schulze Niehues bedanken, der nach einem Kölner Konter in der 84. Minute gegen Hamdi Dahmani glänzend parierte. Und dann passierte es doch noch, nach dem kopflosen Anrennen der Platzherren. Einen Konter setzte der eingewechselte Moritz Hartmann in die grün-weißen Maschen. Die Entscheidung. Kölner Jubel nach einer schier endlosen Leidenszeit. Und hängende Köpfe und großer Frust bei den Preußen, die in den vergangenen Spielen eine gute Ausgangsposition verspielt haben und nun mit Sorgen ins neue Jahr starten. Bitter. Schöne Bescherung.

SC Preußen: Schulze Niehues - Lanius, Schweers, Menig - Heinrich (46. Hoffmann), Klingenburg, Rodrigues Pires, Schwarz (73. Cueto) - Kobylanski, Müller (56. Rühle), Dadashov

Fortuna Köln: Rehnen - Kyere Mensah, Fritz, Uaferro, Koljic - Schiek, Kurt (66. Kegel), Brandenburger, Eberwein - Dahmani (90. Andersen), Pintol (87. Hartmann)

Tore: 0:1 Eberwein (5.), 0:2 Hartmann (90.+2)

Zuschauer: 5438

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