Fußball: 3. Liga
Marco Antwerpen und der Superlativ – Preußen Münster erwartet Fortuna Köln

Münster -

Besinnlich soll es werden, das Heilige Fest für den SC Preußen. Voraussetzung dafür ist nach drei Niederlagen in Serie ein Sieg am Samstag gegen Fortuna Köln zum Abschluss des Fußballjahres 2018. 

Freitag, 21.12.2018, 15:12 Uhr aktualisiert: 21.12.2018, 18:14 Uhr
Ernst, aber nicht hoffnungslos: Marco Antwerpen will eine „überragende“ erste Serie mit einem neuerlichen Sieg krönen. Foto: Gunnar A. Pier

Schöne Bescherung: Kurz vor dem Heiligen Fest schlitterte der SC Preußen in eine kleine sportliche Krise – ganz ohne Schnee und Eis. Drei Niederlagen am Stück drohen die saubere Bilanz aus der Hinrunde nun ein wenig zu verwässern. Mit einem Sieg im Duell mit Fortuna Köln am Samstag um 14 Uhr zum Abschluss des Fußballjahres 2018 könnten die Jungs von Trainer Marco Antwerpen selbst dafür sorgen, dass über Weihnachten Ruhe im Karton ist. Und sich für eine nach Antwerpen „überragende Hinrunde“ denn doch belohnen.

Ja, dieses Superlativs bedient sich der Coach. Völlig zu Recht übrigens. Aktuell zieren 29 Zähler die grün-weiße Weste. Das sind elf mehr als im Dezember 2017 nach dem ersten Schaulaufen in 19 Spielen. Nur Platz 16 hatte Münster damals inne – das 1:4 gegen die SG Sonnenhof Großaspach bedeutete das Aus für den alten Trainer-Haudegen Benno Möhlmann. Abstiegskampf pur. Antwerpen traute sich zu, der verunsicherten und lethargisch wirkenden Mannschaft den Weg zu weisen. Und er tat es wie selbstverständlich. 34 Punkte sind eine beeindruckende Visitenkarte – mit 52 Zählern schloss der SCP sein siebtes Jahr der Drittligazugehörigkeit als Zehnter ab.

Zurück zu den erfolgreichen Anfängen

Und dann? Dann arbeitete Antwerpen akribisch an der Weiterentwicklung des Teams. Finanziell waren ihm die Hände gebunden. Doch schafft er es, Neuzugänge, die aus der Westfalenliga, Oberliga und vornehmlich der Regionalliga kamen, perfekt zu integrieren. Münster spielte eine herausragende Serie, wähnte sich sogar zweimal auf dem Platz an der Sonne. Es ist die Handschrift Antwerpens, der sagt: „In Münster wurde noch nie mit einer Dreierkette gespielt.“ Der Erfolg gibt ihm recht. Gute, glückliche Tage. Die Träume gestatten.

Nach den drei Niederlagen gegen Halle, in Karlsruhe und gegen Zwickau ist bereits vor dem Jahreswechsel Katerstimmung angesagt. Bis auf Platz sechs wurden die Jungs durchgereicht. Dabei waren die Leistungen gerade gegen Halle und Zwickau im zweiten Abschnitt vorzeigbar. Wie eine erdrückende Last lagen indes die schellen Rückstände über dem (Aufbau-)Spiel. „Wir müssen endlich wieder zu null spielen“, sagt Abwehrspieler Lions Schweers. Und zieht den Cheftrainer auf seine Seite. „Das freut mich zu hören, wenn sich einer hinstellt und sagt, wir müssen an den Basics arbeiten“, so Antwerpen.

Gegner-Check: Fortuna Köln

Ausgangslage: Bei der Fortuna scheint es nach zwei Remis in Serie und dem Ende der 621-minütigen torlosen Durststrecke langsam bergauf zu gehen. Okan Kurt traf zuletzt zum erlösenden 1:1 in Großaspach. Allerdings: Der letzte Sieg in Liga drei datiert vom 20. Oktober beim 3:1 gegen Energie Cottbus.

Personal: Dominik Ernst und Steven Ruprecht sind gesperrt, Robin Scheu und Maurice Exslager bleiben suspendiert – beide hatten sich nach Angaben des „Kölner Stadt-Anzeigers“ während eines Sponsorentermins vor Wochen danebenbenommen.

Trainer: Tomasz Kaczmarek übernahm Ende Oktober das Ruder für den zum Zweitligisten SV Sandhausen abgewanderten Uwe Koschinat. Der Pole coachte bis 2016 den Regionalligisten Viktoria Köln, bis ihn der heutige Preußen-Coach Marco Antwerpen dort beerbte.

Kuriosum: Der Einstand von Kölns Trainer Kacz­marek verlief geschichtsträchtig. Gegen Wiesbaden (0:7) und in Unterhaching (0:6) gab es herbe Pleiten – 0:13 Tore. Kein Start nach Maß. Drei magere Pünktchen gab es bislang – zu wenig. Allein im Landespokal durfte der neue Trainer jubeln. Beim 5:3 nach Elfmeterschießen in Herkenrath.

...

Zurück zu den erfolgreichen Anfängen heißt es also gegen die Fortuna. 5000 Zuschauer werden erwartet – nicht viel, aber immerhin. Denen will man vor dem Fest zumindest noch einmal eine Show bieten, um sich „mit einem glücklichen Gefühl“ in die Pause zu verabschieden. Die verletzten Danilo Wiebe und Niklas Heidemann sind außen vor, die ordnende Hand der Kette, Ole Kittner, ebenso. Tobias Warschewski ist krank, Cyrill Akono zwickt der Oberschenkel. Fünf Ausfälle sorgen nicht gerade für eine Flut an Alternativen. Dafür hat Stürmer Rufat Dadashov vom medizinischen Team grünes Licht für seinen Einsatz erhalten.

Ein Lichtblick vor dem vierten Advent. Das Hinspiel gewann Münster mit 4:1. Ein frohes (Fußball-)Fest.

SCP: Schulze Niehues – Tezel, Schweers, Borgmann, Schwarz – Rodrigues Pires, Klingenburg, Kobylanski – Müller, Dadashov, Rühle

SC Preußen Münster - FSV Zwickau

1/23
  • Kampf am Boden: René Klingenburg gegen Davy Frick.

    Kampf am Boden: René Klingenburg gegen Davy Frick.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Zwickaus Christian Bickel versucht, an der Preußen-Mauer vorbeizukommen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • SCP-Coach Marco Antwerpen sucht mal wieder das Gespräch mit einem Schiedsrichter.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Simon Scherder vergibt eine Chance gegen Davy Frick.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lion Schweers kommt vor Zwickaus Keeper Johannes Brinkies an den Ball.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Duell zwischen René Klingenburg und Davy Frick.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Zweikampf: Nils Miatke behält gegen Fabian Menig die Oberhand.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ratlos am Rand: Marco Antwerpen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ronny König stoppt René Klingenburg.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Die Anzeigetafel verkündet die Minuskulisse.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ronny König bleibt Kopfballsieger.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Zwickaus René Lange tauscht sich mit dem gegnerischen Trainer aus.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Benjamin Schwarz beim Einwurf.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ronny König bremst René Klingenburg aus.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Zum Wegschauen: SCP-Trainer Marco Antwerpen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Zweikampf zwischen Benjamin Schwarz und Ronny König.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • FSV-Trainer Joe Enochs und Preußens Kurtulus Özturk im Gespräch mit Schiedsrichter Frank Willenborg.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Zwickauer Torjubel.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • René Klingenburg nach einer vergebenen Torchance.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Geknickt: Tobias Warschewski.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Die Verlierer-Mannschaft nach dem Schlusspfiff.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tobias Rühle versucht, sich gegen Nico Antonitsch durchzusetzen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • René Klingenburg im Kopfballduell.

    Foto: Jürgen Peperhowe
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6273328?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F216%2F
Pferd begräbt Mädchen unter sich - Siebenjährige tot
Tödlicher Unfall bei Reitturnier: Pferd begräbt Mädchen unter sich - Siebenjährige tot
Nachrichten-Ticker