Fußball: 3. Liga
Schulze Niehues ist der Notenbeste – Preußen Münster auswärts besonders anfällig

Münster -

Eine Halbserie mit Aufs und Abs liegt hinter Preußen Münster. Gefühlt eine starke Hinrunde? Gefühlt ein rapider Absturz am Ende? Mag sein. Unstrittig sind die Fakten, die Zahlen, die Statistiken. Und die fördern interessante Aspekte zutage.

Mittwoch, 19.12.2018, 13:22 Uhr aktualisiert: 19.12.2018, 18:23 Uhr
Trio mit guter Hinrundenbilanz: (v.l.) René Klingenburg verpasste die wenigsten Spielminuten, Max Schulze Niehues hatte den besten Notenschnitt, Lion Schweers war in dieser Wertung (mit Ole Kittner) sein erster Verfolger. Foto: Jürgen Peperhowe

Das war Teil eins der Saison 2018/19. Für Preußen Münster lief die erste Halbserie nüchtern betrachtet sehr zufriedenstellend. Auch wenn die letzten drei Partien verloren gingen und latente atmosphärische Störungen aufkamen, ist die Ausbeute aus den ersten 19 Partien (29 Zähler) besser, als bei der starken Konkurrenz zu erwarten war.

►  Die Dauerbrenner: Drei Akteure waren in allen Partien dabei. René Klingenburg wurde lediglich einmal ausgewechselt und kommt auf 1690 Minuten, auch Fabian Menig (1622) stand immer in der Startelf und ging zweimal vorzeitig vom Feld. Martin Kobylanski spielte nur siebenmal durch (1317 Minuten). 17 Mal dabei war Kevin Rodrigues Pires. Auf 16 Einsätze kommen Jannik Borgmann und Rufat Dadashov, auf 15 immerhin Philipp Hoffmann, Max Schulze Niehues, Tobias Rühle und Lion Schweers, der dabei jedes Mal durchspielte.

►  Die Torjäger: Kobylanski und Dadashov gelang (gegen Braunschweig und in Rostock) jeweils ein Dreierpack. Beide haben siebenmal getroffen und sind damit gefährlichste Angreifer. Dahinter folgt Klingenburg mit fünf Toren. Neun verschiedene Preußen trugen sich in die Liste ein. Münster besitzt den viertbesten Liga-Sturm.

►  Die Vorbereiter: Standardexperte Kobylanski liegt hier teamintern mit fünf Assists fast zwangsläufig vorne und ist ligaweit mit zwölf Punkten auf Rang sechs der Scorerwertung zu finden. Dreimal legten Menig und Rühle auf.

► Die Notenbesten: Keeper Schulze Niehues (2,6) steht hier vorne und besitzt nach wie vor den zweitbesten Wert der Liga. Innerhalb der Mannschaft folgen die Abwehrspieler Ole Kittner und Schweers (je 2,9), Klingenburg (3,0), Borgmann, Kobylanski und Sandrino Braun (alle 3,1). Ersatzkeeper Oliver Schnitzler (3,1) und vor allem Dominik Lanius (3,0) haben zu wenige bewertete Einsätze, um sie seriös einzusortieren. Das gilt auch für Ugur Tezel (4,0) am anderen Ende der Skala. Lucas Cueto, Hoffmann und Philipp Müller kommen nur auf einen Schnitt von 3,6.

Die Preußen-Neuzugänge für die Saison 2018/2019

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  • Kevin Pires Rodrigues ist nach zweieinhalb Jahren bei den Sportfreunden Lotte ins Preußen-Trikot gewechselt.

    Kevin Pires Rodrigues ist nach zweieinhalb Jahren bei den Sportfreunden Lotte ins Preußen-Trikot gewechselt.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Linksverteidiger Niklas Heidemann kommt vom Wuppertaler SV.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rufat Dadashov stößt aus der Hauptstadt zu den Preußen. In der letzten Saison erzielte der Mittelstürmer für BFC Dynamo 25 Tore in 25 Regionalliga-Partien.

    Foto: derJürgen Peperhowe
  • Noch ein Berliner für Münster: Rechtsverteidiger Ugur Tezel kommt von der Regionalligamannschaft von Hertha BSC.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Torwart Oliver Schnitzler kommt vom Ligakonkurrenten Hallescher FC zu den Preußen. Der 22-Jährige machte in der letzten Saison 17 Spiele für die Ostdeutschen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Marian Prinz wechselt von Bayer Leverkusens U19 zu den Preußen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Philipp Müller kommt von Wehen Wiesbaden zum SCP. Mit der U19 des VfL Wolfsburg stand der Mittelfeldspieler 2013 im Finale um die Deutsche Meisterschaft.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Das 20-jährige Abwehrtalent Jannik Borgmann rückt von der Preußen-Reserve auf.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ein weiterer junger Innenverteidiger: Dominik Lanius (21) kommt von Viktoria Köln zum SCP.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Linksfuß René Klingenburg trägt in der nächsten Saison das Trikot mit dem Adler auf der Brust. Der in Schalkes „Knappenschmiede“ ausgebildete 24-Jährige war zuletzt vereinslos.

    Foto: Jürgen Peperhowe

►  Die Kurzarbeiter: Mit einem Einsatz begnügen mussten sich Tezel (45 Minuten) und Benjamin Schwarz (90), auf zwei kamen immerhin Lanius (67) und Cyrill Akono (28), der sogar ein Tor erzielte. Hoffmann wurde zehnmal eingewechselt, Müller sechsmal, Scherder und Kobylanski fünfmal. Rühle musste satte elfmal früher raus, Kobylanski siebenmal, Dadashov fünfmal.

►  Die Sünder: Gleich zwei Ampelkarten leistete sich Scherder (in Osnabrück und gegen Cottbus), Rot sah in Karlsruhe lediglich Kittner, der mit fünf Verwarnungen auch schon eine Sperre abbrummte. Bereits achtmal sah Rodrigues Pires Gelb.

►  Die Heimbilanz: Obwohl sich der SCP bei fünf Siegen bereits vier Niederlagen zu Hause leistete, steht in dieser Tabelle Rang fünf zu Buche. 16 Punkte aus zehn Partien sind eher ein mittelmäßiger Wert, zahlreiche andere Clubs haben auch erst neun Begegnungen auf eigenem Platz absolviert.

►  Die Auswärtsbilanz: In diesem Ranking sind die Preußen Siebter, vier Erfolgen stehen vier Pleiten gegenüber. Die Tordifferenz (15:20) ist durch das 0:5 in Karlsruhe vor zehn Tagen ein wenig aus den Fugen geraten. Bedenklich ist dennoch, dass kein Drittligist in der Fremde mehr Gegentreffer kassiert hat.

►  Die Elfmeter: Ein leidiges Thema für den SCP. Selbst bekam die Mannschaft noch keinen (wie auch drei andere Clubs), gegen Münster wurden dagegen schon fünf Strafstöße gepfiffen.

SCP-Zwischenbilanz: Zugänge und Abgänge

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  • Zugang: Marian Prinz (Torwart) - 18 Jahre jung, Stammkeeper in der A-Junioren Bundesliga und im Drittliga-Kader auf Schnupper-Kurs. Alles gut.

    Zugang: Marian Prinz (Torwart) - 18 Jahre jung, Stammkeeper in der A-Junioren Bundesliga und im Drittliga-Kader auf Schnupper-Kurs. Alles gut.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Zugang: Oliver Schnitzler (Torwart) - Der 23-Jährige war erste Wahl zum Saisonstart, eine Verletzung beim Derby in Osnabrück brachte ihn aus der Spur – und Max Schulze Niehues übernahm. Eigentlich ist der U-19-Europameister von 2014 zu stark für die Ersatzbank.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Zugang: Jannik Borgmann (Innenverteidiger) - Aufgerückt aus der U-23-Auswahl, ist der 20-Jährige Stammkraft auf der linken Abwehrseite. Eine positive Entdeckung.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Zugang: Dominik Lanius (Innenverteidiger) - Kam von Viktoria Köln. Bringt alles mit. Größe, Präsenz, Zweikampfstärke – der Durchbruch lässt aber noch auf sich warten. Spielte eine Halbzeit in Osnabrück, muss vorerst Geduld haben.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Zugang: Ugur Tezel (Rechtsverteidiger) - Er duelliert sich mit Eisen. Und an dem „Schwermetall“ Fabian Menig kommt der 21-Jährige aktuell nicht vorbei, auch Tezel muss sich gedulden.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Zugang: Rene Klingenburg (Mittelfeld) - Spieler wie ihn nennt man „Dark Horse“. Von null auf 100 in nullkommanix. Wo hat sich der 24-Jährige versteckt? Der Mann von Schalke 04 II ist Leitwolf des SCP. Ein Transfer-Volltreffer; der SCP muss alles tun, um ihn länger als bis 2019 zu halten.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Zugang: Philipp Müller (Mittelfeld) - Der 23-Jährige kam von SV Wehen Wiesbaden und benötigte verletzungsbedingt langen Anlauf. Eine offensive Alternative ist er nun allemal.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Zugang: Kevin Rodrigues Pires (Mittelfeld) - Der Ersatz für Michele Rizzi ist ein stiller und unangefochtener „Sechser“, ein Spieler mit einem besonderen Fuß für die Standards und Pässe. Stark.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Zugang: Rufat Dadashov (Mittelstürmer) - Hat die Umstellung auf die 3. Liga geschafft, ganz anders als Torjäger Adriano Grimaldi, aber qualitativ genauso wertvoll.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Abgang: Nils Körber (Torwart) - Die Leihgabe von Hertha BSC, die in der Vorsaison in Münster war, ist der Top-Torwart der 3. Liga und hat mit Osnabrück ein Traumlos gezogen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Abgang: Luis Klante (Torwart) - Der 19-Jährige ist beim SC Verl zweiter Mann hinter Peter Brüseke und noch ohne Regionalliga-Spielpraxis.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Abgang: Sebastian Mai (Innenverteidiger) - Münsters einstiger Abwehrchef spielte zuletzt Stürmer (!). Mit dem Halleschen FC ist er wie der SCP auf einem Höhenflug. Fehlte nur anfangs der Saison, weil er seine Rot-Sperre der Vorsaison absitzen musste. Für den HFC ist Mai ein Volltreffer.

    Foto: Johannes Oetz
  • Abgang: Stephané Tritz (Rechtsverteidiger) - Nach drei Saisons beim SCP hat der gebürtige Straßburger keinen neuen Verein gefunden und ist von der Bildfläche des Fußball still und heimlich verschwunden.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Abgang: Jeron Al-Hazaimeh (Linksverteidiger) - Kehrte zu SF Lotte zurück, ist aber unter dem neuen Coach Nils Drube keine Stammkraft.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Abgang: Lennart Stoll (Rechtsverteidiger) - Das Medizinstudium verschlug ihn nach Ulm, dort war er beim Regionalligisten SSV gleich Stammkraft und wirkte bei der Pokal-Sensation gegen Eintracht Frankfurt (2:1) mit. Pausiert wegen einer schweren Knieverletzung aktuell.

    Foto: Heimspiel / Justus Heinisch
  • Abgang: Michele Rizzi (Mittelfeld) - Fand sein Glück mit einem Drei-Jahres-Vertrag beim VfL Wolfsburg II. Mit den „kleinen Wölfen“ ist Rizzi Tabellenführer der Regionalliga Nord vor dem VfL Wolbeck. Seine eigene Bilanz ist top nach 16 Partien mit fünf Toren und sechs Assists.

    Foto: Darius Simka
  • Abgang: Nico Rinderknecht (Mittelfeld) - Kehrte nach einem durchwachsenen Jahr in Münster zum Zweitligisten FC Ingolstadt zurück. Der 21-Jährige muss sich mit Einsätzen in der Regionalliga mit dem FCI II begnügen.

    Foto: Witters
  • Abgang: Adriano Grimaldi (Angreifer) - Beim TSV 1860 München gleich der Rudelführer der „Löwen“ mit zehn Scorerpunkten – bei der Rückkehr nach Münster aber ohne entscheidende Wirkung. In München wird schon darüber spekuliert, dass Grimaldi in Winterpause ein heißer Transferkandidat für Liga zwei wird.

    Foto: MSPW

►  Die Zuschauer: 76.612 Besucher kamen in den zehn Partien an die Hammer Straße. Daraus ergibt sich ein Schnitt, der immerhin für Rang acht in der 3. Liga reicht, knapp hinter Meppen sowie vor Halle. Der jüngste Trend zeigte allerdings deutlich nach unten. 5904 Besucher gegen den HFC und 4976 gegen Zwickau waren sehr enttäuschend. In der Rückserie sind noch Publikumsmagneten wie Osnabrück und Lautern zu Gast, auch Rostock, Meppen und Karlsruhe klingen noch einigermaßen attraktiv.

►  Die Halbzeiten: Im ersten Durchgang hat der SCP so seine Schwierigkeiten, wie das Torverhältnis von 9:16 zeigt, nur Braunschweig ist anfälliger. Ein ganzes Drittel seiner Gegentore kassiert das Team in der Viertelstunde vor der Pause, nämlich neun. Fast die Hälfte (13) fällt zwischen der 16. und 45. Minute. Nach dem Seitenwechsel (19:12 Treffer) und da gerade im letzten Sechstel (9:5) schlagen die Münsteraner aber zurück, sie sind das zweitgefährlichste Team des zweiten Durchgangs. Gingen die Preußen mit einem Vorsprung in die Halbzeit, was allerdings lediglich fünfmal der Fall war, gewannen sie. Lagen sie nach der ersten Hälfte hinten, was achtmal zutraf, verloren sie in sieben Fällen auch. Nur in Haching gelang noch ein Remis.

►  Die Serien: Siebenmal am Stück blieb der SCP zwischen dem 21. September und dem 10, November ungeschlagen. Drei Niederlagen hintereinander kassierte die Mannschaft zwischen dem fünften und siebten sowie dem 17. und 19. Spieltag. Fünfmal blieben die Adlerträger zu Hause ohne Gegentor zwischen September und Anfang Dezember.

Auf Rekordkurs

Die 3. Liga liegt nach der Hälfte ihrer elften Saison deutlich auf Rekordkurs in Sachen Zuschauer. Noch nie kamen nach 19 Spieltagen so viele Fans in die Stadien. Mehr als 1 555 087 Besucher strömten zu den 190 Partien in die Stadien. Das macht einen Schnitt von 8185 Fans pro Spiel.

Hält die Entwicklung an, fällt am Saisonende erstmals die Marke von drei Millionen Zuschauern. In der Saison 2015/2016 kamen 2 687 035 Zuschauer (Schnitt 7071). In dieser Serie waren es pro Begegnung bisher noch 1114 Anhänger mehr. Großen Anteil haben die Zweitliga-Absteiger 1. FC Kaiserslautern (Schnitt 23 352) und Eintracht Braunschweig (17 080) sowie 1860 München (15 000). Im Schnitt fünfstellige Kulissen weisen auch Hansa Rostock (14 060), der Karlsruher SC (13 113) und der VfL Osnabrück (10 824) auf.

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