Fußball: 3. Liga
KSC ist für Preußen alles andere als ein Lieblingsgegner

Münster -

Gute Erinnerungen an den Karlsruher SC? Es gibt nur wenige davon für Preußen Münster. Einmal schlugen die Westfalen die Badener, das war 2013 – als der Zweitliga-Aufstieg zum Greifen nah war. Nun kommt es zum erneuten Spitzenspiel.

Mittwoch, 05.12.2018, 21:00 Uhr aktualisiert: 06.12.2018, 11:56 Uhr
Unvergessen: Matthew Taylor schnürte im Spitzenspiel gegen den Karlsruher SC beim 2:1-Sieg ein Doppelpack, das war im April 2014. Münster rückte auf Rang zwei in der 3. Liga – der Aufstieg in die 2. Bundesliga klappte am Ende nicht. Foto: Jürgen Peperhowe

An diesem 20. April 2013 hing der Himmel voller Geigen für Preußen Münster. Gerade hatte der Drittligist in seiner zweiten Saison in dieser Spielklasse die Spitzenpartie gegen den Karlsruher SC mit 2:1 gewonnen, Arminia Bielefeld von Rang zwei verdrängt. Der Aufstieg in die 2. Bundesliga war so nah, 14 465 Zuschauer konnten ihn förmlich spüren. Der Amerikaner Matthew Taylor hatte das mit einem Doppelpack praktisch im Alleingang geschafft, vier Spieltage vor dem Saisonende war das Team von Trainer Pavel Dotchev obenauf. „Wir schaffen das jetzt. An uns kommt keiner mehr vorbei“, irrte Mittelfeld-Rastelli Mehmet Kara dann aber doch.

Es war der einzige Sieg des SCP über den KSC in acht Pflichtpartien. Nun gut, die Aufeinandertreffen verteilen sich wenig rhythmisch über 55 Jahre, aber in Baden bekamen die Preußen nie richtig ein Bein auf den Boden. Das soll sich am Samstag (14 Uhr) im umbaureifen Wildparkstadion ändern. Der Tabellensechste will nun dem Rangzweiten ein Bein stellen und vor allem die jüngste 1:2-Heimniederlage gegen Halle vergessen machen.

Es begann am zehnten Spieltag der Bundesliga 1963 mit einem novemberlichen 4:2-Heimsieg des KSC. Da halfen auch zwei Treffer von Manfred Rummel zum 1:2 und 2:4 nicht. Im DFB-Pokal scheiterte Münster gleich zweimal in den 60ern an den Karlsruhern, zuletzt war auch in der 3. Liga nichts zu holen. Der SCP unterlag im März 2018 mit 0:3, zudem im Oktober 2012 mit 1:2. Sowohl da als auch im Rückspiel war Taylor für die Preußen-Treffer verantwortlich. Am Ende stieg der KSC auf, Münster wurde Vierter.

Vom Gipfeltreffen in Münster, als der SCP sich nach dem 2:1-Sieg auf Aufstiegskurs wähnte, ist nur noch ein Spieler übrig: Torwart Max Schulze Niehues, der damals hinter Daniel Masuch die Nummer zwei zwischen den Pfosten war. Vom Preußen-Team, das in der Vorsaison mit 0:3 im Wildparkstadion unterlag, sind ungleich noch mehr Akteure übrig. Am Samstag wollen sie es besser machen gegen den vielleicht heißesten Aufstiegsaspiranten der aktuellen Saison. KSC-Trainer Alois Schwartz hat seine Männer auf Vordermann gebracht. Nachdem Karlsruhe in der Relegation im Sommer an Erzgebirge Aue scheiterte, soll der Zweitliga-Aufstieg nachgeholt werden.

Vier Siege zuletzt spülten das Team auf Rang zwei, allerdings ist die Heimbilanz noch nicht so ausgeprägt wie in der Vorsaison. Es ist so wie bei so vielen Drittligisten – Mannschaften, die das Spiel machen müssen, tun sich schwer. Allerdings hat der KSC bereits jetzt einen Neuzugang sicher. Mittelfeldspieler Sercan Sararer unterschrieb am Mittwoch in Karlsruhe. Der 29 Jahre alte Linksfuß kommt auf 35 Erst- sowie 129 Zweitliga-Partien. Im Unterhaus markierte er 23 Tore und bereitete 30 vor, der Linksfuß wäre sofort spielberechtigt, seit seinem Engagement bei der SpVgg Greuther Fürth ist er vereinslos.

Karlsruhe rüstet nach, in Münster stehen die Ampeln in Sachen Transfers weiter auf Rot. Trainer Marco Antwerpen und Sportchef Malte Metzelder haben dennoch für den Fall der Fälle signalisiert, vorbereitet zu sein. Will der SCP im Aufstiegsrennen, und in dem befindet sich Münster mittlerweile, seine Chancen erhöhen, wären Wintertransfers für das zentrale defensive Mittelfeld und die Stürmerposition praktisch Pflicht.►  Personal aktuell: Martin Kobylanski plagen Oberschenkelprobleme. Angreifer Tobias Rühle befindet sich nach überstandenem Infekt wieder im Training. Die Sperre von Abwehrchef Ole Kittner ist abgelaufen.

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