Fußball: 3. Liga
Scherder ist der Held unter Flutlicht - Preußen überzeugen gegen Chemnitz

Münster -

Fast acht lange Wochen mussten die Preußen auf dieses Erfolgserlebnis warten. Also kosteten sie den Moment so richtig aus. Durch das 1:0 (0:0) gegen den Chemnitzer FC verlässt Münster die Abstiegsplätze, liegt sogar für mindestens eine Nacht auf Rang 14. Die Leistung unter Flutlicht war nach kurzer Eingewöhnungsphase vorbildlich. Die Sachsen enttäuschten und waren mit einem Gegentor gut bedient.

Freitag, 24.11.2017, 22:11 Uhr

Was für ein Abend für Simon Scherder: Der Ur-Preuße traf zum Sieg und ließ sich feiern, hier von Michele Rizzi (rechts). Foto: Jürgen Peperhowe

„Wir waren läuferisch und kämpferisch sofort da, hatten unsere Chancen, haben aber wieder zu wenig daraus gemacht“, so Trainer Benno Möhlmann. „Ich freue mich, dass die Mannschaft so ein Miteinander auf den Platz gebracht hat. Wenn wir so auftreten, unterstützen uns die Fans und sind eine echte Hilfe.“

Allgemein war es ein vorsichtiger Beginn des verunsicherten Gastgebers, auch wenn der Coach später sagte: „Wir wollten früh stören.“ Ein Anlaufen fand kaum statt, doch auch die Sachsen scheuten das Risiko. Kellerduell eben, dazu auf einem etwas seifigen Untergrund.  Schleppend ging es für die Münsteraner nach vorne, der Sicherheitspass hatte Priorität vor dem steilen Anspiel. Nichts Ungewöhnliches für einen Tabellen-18. , doch die Ungeduld des frierenden Publikums wuchs.

17. Spieltag: SC Preußen Münster - Chemnitzer FC

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    Ein stetiger Unruheherd ohne Glück im Abschluss: Adriano Grimaldi behauptet sich hier gegen Emmanuel Mbende (links). 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mit Zug zum Tor: Tobias Rühle lässt hier Maurice Trapp (links) alt aussehen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • War nicht immer so entspannt wie in dieser Szene: Preußen-Trainer Benno Möhlmann.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Silvester vorgezogen: Feuerwerkskörper im Preußen-Stadion – da dürfte des SCP abermals zur Kasse gebeten werden.

    Foto: Jürgen Peperhowe
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  • Foto: Jürgen Peperhowe

Dann aber: Rühle setzte sich links durch, legte klug ab auf Grimaldi, der an Keeper Kevin Kunz scheiterte. Der Abpraller landete über Umwege bei Lennart Stoll, doch auch er schoss den Keeper an. Und schließlich brachte Stéphane Tritz eine Flanke nach innen, wo Emmanuel Mbendes Klammern gegen Grimaldi folgenlos blieb.

Alle drei Aktionen binnen einer Minute, der 25., da war plötzlich was los. Und weiter im Takt: Grimaldi bediente Rizzi ideal, doch der blieb frei stehend an Mbende hängen, Kunz verhinderte Rühles Abstauber (37.). Bei der Ecke danach verlängerte Ole Kittner, doch Rühle kam einen Schritt zu spät (38.).

Der Liveticker zum Spiel

Der SCP war am Drücker – und kurz nach der Pause folgte der verdiente Lohn! Ein Gänsehautmoment an der Hammer Straße: Simon Scherder, zwei Jahre verletzt und ein Junge mit Preußen-Herz, nahm einen Klärungsversuch von Fabio Leutenecker mit allem Wagnis direkt und jagte ihn über den unebenen Rasen in die Maschen (49.). Kunz war dran, aber chancenlos.

Ein Befreiungsschlag erster Güte, den Grimaldi nach einem Konter über Rizzi (51.) und Kittner nach dem folgenden Eckball (52.) beinahe veredelt hätten. Erst war Kunz dazwischen, dann fehlten wenige Zentimeter.

Einzelkritik: SC Preußen Münster - Chemnitzer FC

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  • Nils Körber

    Torwart Nils Körber, Note 3: zeigte zwar die eine oder andere Unsicherheit, insgesamt aber ein sicherer Rückhalt seiner Mannschaft. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rechtsverteidiger Stephane Tritz, Note 3,5: kassierte die Gelb-rote Karte in der Schlussminute. Wie üblich sehr zuverlässig in der Defensivarbeit. Nach vorne blieben die Vorstöße und Flanken dagegen schwach. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Innenverteidiger Ole Kittner, Note 2,5: überzeugte nicht nur als Abwehrchef, sondern hätte seine gute Leistung auch mit einem Tor krönen können. War mehrfach brandgefährlich mit seinen Kopfbällen bei Ecken der Preußen. Ein starker Auftritt. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Innenverteidiger Lion Schweers, Note 3: eine grundsolide und unspektakuläre Partie des Eigengewächses. Machte in der Abwehr wenig Federlesen, das war ordentlich.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Linksverteidiger Fabian Mening, Note 3: zeigte einmal mehr, dass im Abwehrverhalten nichts fehlt. Haute sich in jeden Zweikampf, wirkte entschlossen. Vor der Pause hatte Menig zudem auch in der Offensive einige vielversprechend Aktionen.   

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Simon Scherder, Note 2: war der Turm in der Schlacht. Traf zum 1:0, verhinderte mit einer Monstergrätsche den Ausgleich, kämpfte bis zum Umfallen. Macht sich so unverzichtbar in der Mittelfeldzentrale. Der Mann des Spiels.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Michele Rizzi, Note 2,5: hatte nach Anlaufproblemen alles im Griff, streute gute Standards ein, kämpfte vor allem nach der Pause mit allem, was er hat. So stellt man sich den Ersatz-Kapitän immer vor. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Martin Kobylanski, Note 3,5: deutlich verbessert im Vergleich zum 26-Minuten-Auftritt zuletzt in Halle. Hatte einige gute Ideen, das gibt Hoffnung für alle Beteiligten.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Lennart Stoll, Note 3: sorgte auf der rechten Seite für ein gehobenes Maß an Zweikampfqualität, das tat der Mannschaft gut und brachte Stabilität. Vergab allerdings auch eine Riesenchance zum Tor. Gehört zu den wenigen Gewinnern der letzten Wochen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Angreifer Tobias Rühle, Note 3: ist und bleibt Münsters auffälligster Angreifer. Mischte die Chemnitzer Verteidigung ab und an auf, allerdings fehlte auch der große Punch vor dem Gäste-Tor.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Angreifer Adriano Grimaldi, Note 3: nähert sich wieder seiner Bestform, ein einigen Aktionen bissig und aggressiv. Vor dem Tor muss Grimaldi noch die letzten Hemmungen ablegen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ersatzspieler Nico Rinderknecht, keine Note: musste den angeschlagenen Scherder vertreten. Trug seinen Teil dazu bei, dass die Gäste in der Schlussphase nicht mehr groß in die Partie zurückkamen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ersatzspieler Tobias Warschewski, keine Note: vertrat Angreifer Grimaldi und freute sich über ein kurzes Comeback nach mehrwöchiger Verletzungspause. Eine Chance blieb ihm versagt, aber der SCP hat in der Offensive eine Alternative mehr.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ersatzspieler Sebastian Mai, keine Note: nutze die paar Minuten Einsatzzeit, um dem Gegner die Leviten zu lesen. Mai machte keine Gefangenen in seinen Zweikämpfen, er will nach der Verletzungspause wieder in die Startelf zurück. Keine Frage.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Mit der Führung kontrollierte der SCP die Sache noch deutlicher, reihte eine Ecke an die nächste, wurde nur nicht mehr so richtig zwingend bis auf einen Kittner-Kopfball (83.). Von den Himmelblauen ging lange keine Gefahr aus. Bis zur Schlussphase. Erst warf sich Fabian Menig in einen Leutenecker-Schuss (71.), kurz darauf rettete Scherder fast heldenhaft gegen Maurice Trapp (72.).

Dabei verletzte sich der Torschütze auch an der Wade und musste runter. Dass er der Mann des Abends blieb, lag auch daran, dass Tom Baumgart kurz vor dem Ende nur den Pfosten traf (85.). Erst jetzt drängte Chemnitz, erst recht, als Tritz für ein Foul an Myroslav Slavov eine berechtigte Ampelkarte sah (89.).

Drei Fragen an: Lennart Stoll

Gibt es Zweifel an der Berechtigung des Sieges?

Stoll: Nein, der war völlig verdient. Wir hatten schon in der ersten Hälfte gute Chancen, waren gut im Spiel und mussten vor dem Tor nur cleverer sein. Aus der Pause sind wir dann gut gekommen. Das 1:0 war dann Gold wert.

Rechnen Sie sich durch die Flanke vor dem Tor einen Scorerpunkt zu?

Stoll: Wenn man gutmütig ist, vielleicht einen halben. Der Trainer wollte, dass ich die Seite zumache. Ich denke, das ist gut gelungen. Nach vorne geht es noch etwas besser, aber ich bleibe dran.

Stéphane Tritz sah Gelb-Rot – sind Sie in Lotte nun Rechtsverteidiger?

Stoll: Die Ampelkarte war bitter. Ja, ich habe Bock drauf.

...

 „Die Vorentscheidung war möglich, so aber konnten wir uns am Ende nicht sicher fühlen“, so Möhlmann. „Diesmal hatten wir aber Glück, dass wir die verdienten Punkte zu Hause behalten haben.“ Sprach‘s – und atmete nach zuvor nur einem Erfolg aus 13 Partien kräftig durch.


SCP: Körber - Tritz, Kittner, Schweers, Menig - Stoll, Scherder (74. Rinderknecht), Rizzi (81. Mai), Kobylanski - Rühle, Grimaldi (77. Warschewski)

CFC: Kunz - Leutenecker, Mbende, Trapp, Scheffel - Hansch (55. Baumgart), Reinhardt (86. Breitfelder), Grote, Mlynikowski (28. Aydin) - Slavov, Kluft

Schiedsrichter: Benjamin Bläser (Niederzier)

Tore: 1:0 Scherder (49.)

Zuschauer: 6042

Gelb: Mbende

Gelb-Rot: Tritz (89.)

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