Fußball: 3. Liga
Preußen kassieren 0:1-Niederlage gegen nervenstarke Regensburger

Münster -

Preußen Münster hat das letzte Heimspiel der Saison in der 3. Liga mit 0:1 (0:0) gegen SSV Jahn Regensburg verloren. Der bärenstarke Aufsteiger erreichte als Dritter die Aufstiegs-Relegation zur 2. Bundesliga. Andreas Geipl verwandelte vor 7008 Zuschauern nach 83 Minuten einen Handelfmeter. Münster beendet die Saison als Neunter mit 51 Punkten.

Samstag, 20.05.2017, 16:05 Uhr

Preußen Münster verliert 0:1 gegen den SSV Jahn Regensburg.
Preußen Münster verliert 0:1 gegen den SSV Jahn Regensburg. Foto: Jürgen Peperhowe

Ein verwandelter Handelfmeter von Andreas Geipl bescherte dem SSV Jahn Regensburg den 1:0 (0:0)-Auswärtssieg beim SC Preußen Münster. Damit steht der Aufsteiger als Teilnehmer an der Zweitliga-Relegation fest, bei einem Unentschieden hätte der 1. FC Magdeburg (2:0 über SF Lotte) die Aufstiegsspiele erreicht. Zudem stieg der SC Paderborn zum dritten Mal in Folge ab und begleitet den FSV Frankfurt und FSV Mainz 05 II in die Viertklassigkeit/Regionalliga. Als direkter Aufsteiger standen bereits der MSV Duisburg und Holstein Kiel vor dem letzten Spieltag fest.

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Hochkarätige Chancen nicht genutzt

„Das war kein normales Spiel für uns“, meinte Regensburgs Trainer Heike Herrlich nach der Partie. Die Gäste wussten, dass sie auf Sieg spielen mussten bei einem „starken Gegner.“ Und, so Herrlich: „Das war ein Gegner, der gegen uns gekämpft hat, als ginge es um die Meisterschaft. Das war sportlich fair von den Preußen. Aber ich denke, unser Sieg war verdient.“

Die Bestätigung kam von Münsters Coach Möhlmann: „Regensburg ist ein Stück weiter als wir. Wir hätten vor der Pause eine unserer drei hochkarätigen Chancen nutzen müssen, dann hätte es einen anderen Ausgang geben können.“ Der 62-Jährige wollte aber am letzten Spieltag nicht ins Detail gehen, denn: „Wir haben leider unsere beiden letzten Spiele, wie in der Hinrunde auch, gegen Paderborn und Regensburg verloren. Jetzt werden wir daran arbeiten, in der nächsten Saison ein, zwei Plätze besser abzuschneiden als Neunter.“

Preußen Münster vs. SSV Jahn Regensburg

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  • Preußen Münster vs. SSV Jahn Regensburg
Preußen Münster vs. SSV Jahn Regensburg Foto: Jürgen Peperhowe
  • Preußen Münster vs. SSV Jahn Regensburg Foto: Jürgen Peperhowe
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  • Preußen Münster vs. SSV Jahn Regensburg Foto: Jürgen Peperhowe

Mission Klassenerhalt ist geglückt

Der SCP wehrte sich vor 7008 Zuschauer gegen die Niederlage, allerdings ging es nicht mehr um viel für die Elf von Trainer Benno Möhlmann. Der 62 Jahre alte Coach hatte die Preußen, die an 20 Spieltagen auf einem Abstiegsrang gestanden hatten, in sichere Gefilde geführt und seinen Job für diese Spielzeit längst erledigt. Die Mission Klassenerhalt ist geglückt, Münster ist Neunter mit 51 Punkten.

Sieben Spieler (Denis Mangafic, Cihan Özkara, Christian Müller, Mirkan Aydin, Sinan Tekerci. Bennet Eickhoff, Patrick Drewes) sowie aus dem Trainerstab Carsten Nulle (Torwart) und Sreto Ristic (Assistent) wurden vor der Partie verabschiedet. Fraglich bleibt, ob Martin Kobylanski nach Auflösung seines Kontraktes beim polnischen Erstligisten Lech Danzig beim SCP bleibt. Noch einmal setzte Möhlmann im Wesentlichen auf die Elf, die in den vergangenen Wochen einen deutlichen Aufschwung auf den Platz gebracht hatten. Sebastian Mai kehrte nach Ablauf einer Gelb-Sperre auf den Platz zurück.

Auf dem Platz bot sich eine Partie der gehobenen Qualität in der 3. Liga. Das lag vor allem an den aufgedrehten Gästen, die mit einem Sieg den dritten Rang im Endklassement zementiert hätten - und damit wie im Vorjahr (Würzburger Kickers) als Aufsteiger in die Aufstiegs-Relegation der 2. Bundesliga gerutscht wären.

Hatte der SCP durch Tobias Rühle (5.) die erste wirklich große Chance, bestimmten bis Mitte der ersten Halbzeit nur die Regensburger die Partie. Pech hatte die Elf von Trainer Heiko Herrlich, als aus einer Reihe von bester Chancen Benedict Saller (15.) nur den Pfosten traf. Kurz vor der Pause war es Torjäger Marco Grüttner (41.), der erneut den Pfosten traf. Der SCP wurde allerdings nach gut 20 Minuten aktiver. Der starke Rühle hatte per Kopf (19.) und mit der Picke (32.) wirklich erstklassige Einschussmöglichkeiten, Adriano Grimaldi verpasste im Nachsetzen die Führung. Als Referee Sascha Stegemann aber zur Pause pfiff, da hatte der SCP etwas das Glück bedienen müssen, um nicht im Rückstand zu liegen.

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Partie der gehobenen Qualität in der 3. Liga

Nach dem Wechsel marschierte Regensburg, natürlich informiert darüber, dass Relegationsplatz-Konkurrent 1. FC Magdeburg gegen Lotte auch eine torlose Begegnung zunächst bestritt, weiter. Der Sieg sollte her, virtuelle Rechenspiele unerwünscht. Und Saller (52.) zwang SCP-Schlussmann Patrick Drewes zu einer Glanztat. Drewes vertrat den an der Nase operierten Max Schulze Niehues, ehe es ihn wieder zurück zum VfL Wolfsburg zieht. Drewes rückte weiter in den Mittelpunkt, wehrte spektakulär einen Kopfball von Erik Thommy (57.) ab. Das Führungstor für die Gäste lag in der Luft. Münsters erste offensive Reaktion war ein schwacher Kopfball von Tekerci (59.), dann ein Dribbling mit schlechtem Abspiel von Rühle (61.).

Der Liveticker zum Nachlesen:

Sieben Minuten vor 15 Uhr war Regensburg dann auf Platz vier abgerutscht. Denn Magdeburg führte mit 1:0 durch ein Tor von Michel Niemeyer (64.) gegen Lotte. Die Bayern gerieten damit in Münster weiter unter Druck, der Sieg musste her. Sollte der Regensburger Fluch beim SCP Bestand haben, dass der SSV Jahn in Münster in vier Anläufen keine Tore erzielen kann?

Und das Relegations-Drama wurde in Magdeburg weitergeschrieben, weil Kath auf 2:0 erhöhte. Regensburg und Magdeburg jeweils mit 61 Punkten, aber der FCM verfügte über die bessere Tordifferenz und war zu diesem Zeitpunkt Dritter. Immer mehr Verzweiflung spielte bei Regensburg mit, das klar am Drücker, aber im Abschluss einfach zu schluderig war. Und natürlich verteidigten die Preußen, für die es praktisch um nichts mehr ging, dennoch mit viel Herz und wollten den Gästen das Finale vermiesen. Mindestens Punkt Nummer 52 wollte der SCP haben. Und Münster hatte Drewes, der gleich im Doppelpack gegen Harsi Hyseni und Marcel Hofrath das 0:1 verhinderte.

Einzelkritik: Preußen Münster vs. SSV Jahn Regensburg

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  • Patrick Drewes

    Torwart Patrick Drewes, Note 2, hielt in seinem letzten Spiel für die Preußen, was zu halten war. Beim Handelfmeter zum 0:1 war er chancenlos, kehrt zum VfL Wolfsburg zurück

    Foto: Jürgen Peperhowe, Gunnar Pier
  • Rechtsverteidiger Stephane Tritz, Note 3,5, hatte jede Menge Arbeit zu verrichten i der Defensive. Taugte zum Pechvogel, sein

    Abwehraktion wurde als Handspiel gewertet, hatte zudem kein Glück bei einem Abschluss am Regensburger Strafraum. Defensiv wie immer zuverlässig und ohne Schnörkel.

    Foto: Jürgen Peperhowe, Gunnar Pier
  • Innenverteidiger Ole Kittner, Note 3, konnte sich über Beschäftigung nicht beklagen, zeigte eine solide Leistung.

    Foto: Jürgen Peperhowe, Gunnar Pier
  • Innenverteidiger Lion Schweers, Note 3, war häufig gefordert und trug seinen Teil dazu bei, dass die Null für die Preußen lange stand.

    Foto: Jürgen Peperhowe, Gunnar Pier
  • Linksverteidiger Jeron Al-Hazaimeh, Note 3, agierte in der Abwehr entschlossen, seine sonst so brandgefährlichen Vorstösse fanden allerdings kaum statt.

    Foto: Jürgen Peperhowe, Gunnar Pier
  • Mittelfeldspieler Sebastian Mai, Note 3, räumte in der defensiven Zentrale vor der Abwehr rigoros auf, setzte aber nicht die wichtigen spielerischen Impulse auf dieser Position. Musste allerdings gegen die agilen Gäste Schwerstarbeit verrichten.

    Foto: Jürgen Peperhowe, Gunnar Pier
  • Mittelfeldspieler Tobias Rühle, Note 2,5, hätte sich zum Saisonabschluss als Torschütze auszeichnen müssen. Viele gute Aktionen, drei hochkarätige Einschusschancen - aber Fortuna war ihm nicht hold, dennoch eine energische Partie von ihm.

    Foto: Jürgen Peperhowe, Gunnar Pier
  • Mittelfeldspieler Michele Rizzi, Note 3, überzeugte in der offensiven Zentrale der Preußen, allerdings fehlte ihm auch der letzte Punch bei den Standards. War wichtig, damit der SCP seine Ordnung behielt.

    Foto: Jürgen Peperhowe, Gunnar Pier
  • Mittelfeldspieler Martin Kobylanski, Note 4, stand unter besonderer Beobachtung. Ließ ab und an sein Potenzial aufblitzen, tauchte aber wieder über Strecken unter. War mit mehr Defensivaufgaben beschäftigt, als ihm lieb war. Seine Zukunft ist weiter offen.

    Foto: Jürgen Peperhowe, Gunnar Pier
  • Mittelfeldspieler Sinan Tekerci, Note 4, versuchte einiges, verspielte einige Bälle, konnte nicht an die starken Leistungen der letzten Wochen anknüpfen. Der Leihspieler versucht nun sein Glück wieder bei Zweitligist Dynamo Dresden.

    Foto: Jürgen Peperhowe, Gunnar Pier
  • Angreifer Adriano Grimaldi, Note 3,5, bekam selten richtig gute Bälle in der Sturmspitze, musste viel nach hinten arbeiten.

    Foto: Jürgen Peperhowe, Gunnar Pier
  • Einwechselspieler Tobias Warschewski, keine Note, ersetzt Grimaldi und versuchte noch einmal, die Regensburger Verteidigung aufzumischen. Das gelang nur bedingt.

    Foto: Jürgen Peperhowe, Gunnar Pier
  • Einwechselspieler Philipp Hoffmann, keine Note, vertrat für elf Minuten Rühle. Für ihn war es wichtig, weitere Wettkampfminuten zu sammeln, dürfte nach langer Verletzungspause in der nächsten Saison wieder voll angreifen.

    Foto: Jürgen Peperhowe, Gunnar Pier
  • Einwechselspieler Mirkan Aydin, keine Note, kam für Tekerci und stand fast goldrichtig, als er einen Abspraller zum 1:1 verwandelte - es war Abseits. Unterstrich seinen Torriecher dennoch damit, verlässt die Preußen nach einem halben, Ziel unbekannt.

    Foto: Jürgen Peperhowe, Gunnar Pier

Handelfmeter für Regensburg

15.09 Uhr: Handelfmeter für Regensburg, Referee Stegemann zeigte auf den Punkt, weil Tritz den Schuss von Hofrath an die Hand bekommt. Andreas Geipl behielt die Nerven und verwandelt sicher. Damit war Regensburg wieder Dritter und in der Relegation. Doch der SCP hatte Philipp Hoffmann und Mirkan Aydin für die letzte Offensive noch im Köcher. Ging da noch was? Jeron Al-Hazaimeh (87.) bekam eine Flanke nicht wirklich unter Kontrolle und schoss den Ball in die Wolken.

Dann das: Tritz zieht ab von der Strafraumgrenze, Philipp Pentke klärt per Fußabwehr, Aydin staubt ab. 1:1, doch der eingewechselte Angreifer stand im Abseits. Dann wurde Hoffmann (90.+1) im Strafraum gelegt, Münster wollte Elfer, Stegemann nicht, er war jetzt der Buhmann. Die Regensburger Führung hielt, das war es dann, Münster steigt aus der Saison aus, wie es die Spielzeit begonnen hat - mit einer 0:1-Heimndiederlage, damals gegen Osnabrück, jetzt gegen Regensburg. Das war es für die Spielzeit 2016/17.

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