Fußball: 3. Liga
Preußen verlieren in Paderborn mit 0:1 - van der Biezen trifft

Paderborn / Münster -

Preußen Münster hat das Auswärtsspiel beim SC Paderborn mit 0:1 vor 9756 Zuschauern verloren. Ein Treffer von Koen van der Biezen nach 115 Sekunden entschied eine Partie, in der der Fußball-Drittligist aus Münster nicht an die starken Leistungen der letzten Wochen anknüpfen konnte. Münsters letzte Aufgabe ist am kommenden Samstag das Heimspiel gegen Aufstiegs-Relegations-Anwärter SSV Jahn Regensburg.

Samstag, 13.05.2017, 15:05 Uhr

Fußball: 3. Liga : Preußen verlieren in Paderborn mit 0:1 - van der Biezen trifft
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Den Sieg hatte der SC Preußen Münster sicher nicht hergeschenkt, aber besonders schwer hatte es das Team von Trainer Benno Möhlmann dem Gegner am vorletzten Spieltag der 3. Liga auch nicht gemacht. Die Erfolgsserie der letzten Wochen riss. Bereits nach 115 Sekunden traf Koen van der Biezen zum 1:0 (1:0)-Heimsieg vor 9756 Zuschauer in der Benteler-Arena. Münster hatte, so wirkte es zwischendrin ab und an, fertig mit der Saison. Am kommenden Samstag kommt Jahn Regensburg, während Paderborn beim Gastspiel beim VfL Osnabrück mit einem Sieg den Ligaerhalt noch in den eigenen Händen hält.

Bei den Gästen rückte Danilo Wiebe nach mehrwöchiger Verletzungspause in die Startelf, er sollte den Gelb-gesperrten Sebastian Mai in der defensiven Mittelfeldzentrale ersetzen. Ansonsten vertraute Möhlmann der Elf, die zuletzt die eine oder andere Drittliga-Gala aufgeführt hatte. Bei den Hausherren stand Ex-Preuße Marcus Piossek im halbrechten Mittelfeld in der ersten Elf. Paderborn musste diese Partie gewinnen, um am letzten Spieltag beim Gastspiel in Osnabrück möglichst alle Karten im Kampf um den Ligaerhalt in den eigenen Händen halten zu können.

Einzelkritik: SC Paderborn vs. Preußen Münster

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  • Spielernoten_960x640mm Foto: WN
  • Patrick Drewes: Machtlos beim Gegentreffer, ein paar kleinere Wackler mit Ball am Fuß. Ansonsten kaum gefordert. Note: 3

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  • Danilo Wiebe: Nach mehrwöchiger Verletzungspause erstmals wieder in der Startelf. Die sonst selbstverständliche Sicherheit am Ball ging ihm diesmal ab, lief bei aller Einsatzbereitschaft oft hinterher. Note: 4

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  • Adriano Grimaldi: Abgeschnitten als Torjäger, aber wertvoll als Anspielstation. Er stellte sich mit Wucht gegen die drohende Niederlage, schoss dabei aber auch mal über das Ziel hinaus. Note: 3,5

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  • Jeron Al-Hazaimeh: Entblößte seine linke Seite mehrfach für zuviel Vorwärtsdrang, dazu ein paar schwere Patzer. Hatte mit seinem Freistoß kurz vor der Pause aber auch die beste Gelegenheit. Note: 4,5

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  • Lennart Stoll: Kam zur Halbzeit für Tekerci, hatte aber gerade in der Ballannahme so seine Anpassungsschwierigkeiten. Später als Linksverteidiger aber solide. Note: 4

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  • Lion Schweers: Letztes Glied in der Fehlerkette beim 0:1. Teilweise sehr sehenswerte Tacklings, aber auch einige unnötige Aussetzer im Aufbau. Gewann mit der Zeit an Sicherheit. Note: 3,5

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  • Martin Kobylanski: Kein gutes Bewerbungsschreiben für eine Weiterverpflichtung. 62 Minuten lang wirkungslos auf einer zugegeben schwierigen Position für den Angreifer. Note: 4,5

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  • Michele Rizzi: Von der starken Form der Vorwochen anfangs weit entfernt. Reichlich Ballverluste gerade im ersten Abschnitt. Gut waren allerdings seine Standards, zumindest größtenteils. Note: 4

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  • Mirkan Aydin:  Kam als Joker wieder auf der linken Seite zum Einsatz, blieb das aber ohne nennenswerte Aktionen. Keine Note

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  • Ole Kittner: Vor dem Gegentor sah er nicht gut aus. Kurz darauf zog er sich einen Brummschädel zu. Danach ging der Anführer mit Turban voran, gewann viele Duelle in der Kette und trieb sein Team sogar fast noch zum Ausgleich. Note 2,5

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  • Sinan Tekerci: Der Linksfuß war zwar bemüht und warf sich auch in viele Zweikämpfe, brachte mit seinen Dribblings und seinem taktischen Verhalten aber Coach Benno Möhlmann einmal mehr zur Weißglut und musste zur Pause raus. Note: 4,5

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  • Stéphane Tritz: Wie so oft. Sehr souverän im Rückwärtsgang und fast fehlerlos. Sehr dosierte Akzente nach vorne. Note: 3

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  • Tobias Rühle: Scheiterte vor dem frühen Rückstand mit einem Dribbling und leitete so den Treffer van der Biezens ein. Ansonsten wenig zu sehen, noch nicht mal beim Herausholen von Freistößen. Note: 4,5

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  • Tobias Warschewski: Deutete sein Potenzial in einigen Szehen an, aber letztlich ohne Durchschlagskraft. Keine Note

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Für Münster war die Lage einfacher, nach unten bestand keine Gefahr vor dem westfälischen Schlagabtausch. Das Erreichen von Rang vier oder gar drei war am vorletzten Spieltag nur noch eine kleine theoretische Möglichkeit.

Wir haben gar kein Fußball gespielt und hatten keinen Torabschluss aus dem Spiel heraus

Preußentrainer Benno Möhlmann

Abstiegskampf für Paderborn, Schaulaufen für Münster. Letztgenanntes fand nicht statt, weil die Preußen bis zur 40. Minute praktisch nicht teilnahmen am Spiel. Und weil die Gastgeber bereits nach 115 Sekunden jubeln durften. Tobias Rühle dribbelte sich halsstarrig gegen fünf Paderborner an der Mittellinie fest und verlor den Ball. Dann ging es ganz schnell über Sebastian Heidinger auf der linken Seite. Er fand in Koen van der Biezen einen dankbaren und freien Abnehmer, weil Münsters Innenverteidiger mit Ole Kittner und Lion Schweers schlecht postiert waren: Tor, 1:0 für die Paderborner.

SC Paderborn - Preußen Münster

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Im Anschluss folgte klassischer Abstiegskampf, die Hausherren agierten verbissen, aber spielerisch limitiert. Auf der anderen Seite stand Münsters Mittelfeld komplett neben sich. Angriffe mit Kombinationsfußball gab es nicht, schnell schalteten die Preußen auf die ideenfreien langen Flankenbälle um. Möhlmanns Männer fiel nichts ein, aber zumindest hielt die Abwehrkette jetzt alles auf. Zudem blieb der SCP im Mittelfeld oft nur zweiter Sieger in den Zweikämpfen und Kopfballduellen. Chancen auf beiden Seiten lange Zeit: keine.

Re-Live

Den Liveticker zum Nachlesen finden Sie hier.

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Erst kurz vor der Halbzeit wurde es einen Hauch besser, zumindest aus Sicht des SCP von 1906. Nach einem Freistoß von Michele Rizzi köpfte Adriano Grimaldi (42.) gefährlich aufs Tor. Münsters Torjäger (12 Treffer) hatte gefühlt keine drei vernünftigen Anspiele in die Spitze erhalten. In der fünften Minute der Nachspielzeit - wegen eines Zusammenpralls von Kittner mit Tim Sebastian (Verdacht auf Gehirnerschütterung), der ausgewechselt werden musste nach 17 Minuten, lag das Spiel fünf Minuten brach - schoss Jeron Al-Hazaimeh aus gut 25 Metern einen Freistoß, den Torwart Lukas Kruse über das Tor lenkte. Zwei Möglichkeiten aus Standards, mehr hatte der SCP zur Pause nicht drauf, Paderborn aber auch nicht viel mehr. Dass Gewitterwolken just in diesem Moment über der Benteler-Arena aufzogen, passte ins Bild.

30 Sekunden nach Wiederanpfiff schickte Referee Christof Günsch (Rattenberg) die Spieler bereits wieder in die Kabine, als Blitze in Stadionnähe zuckten und Donner in unmittelbarer Nähe der Arena zu hören war. Knapp zehn Minuten dauerte diese Unterbrechung, wobei Lennart Stoll im Mittelfeld für Sinan Tekerci bei den Gästen gekommen war.

Kurz nach der Halbzeit mussten die Spieler wegen Blitz und Donner wieder in die Kabine.

Kurz nach der Halbzeit mussten die Spieler wegen Blitz und Donner wieder in die Kabine. Foto: imago

Dann wurde wieder gekickt. Nach 52 Minuten hatte Aykut Soyak mit einem Freistoß von der Strafraumgrenze die erste Chance nach der Pause, knapp strich sein Ball am Preußentor vorbei. Und Münster? Nach 65 Minuten segelte eine Ecke von Rizzi brandgefährlich nach innen, Kruse klärte zur Ecke. Die trat wieder Rizzi, Kittners Kopfball klärte Christian Strohdiek vor der Linie und auch im zweiten Anlauf blieb Kittner erfolglos. Es war Münster beste Chance bis dahin, sie sollte es bleiben.

Sonst passierte nicht viel, Paderborn rackerte, die Preußen auch, ein Kopfball von Grimaldi (80.) sorgte noch mal für etwas Aufregung im Paderborner Strafraum. Aufregung bleibt, sie wird die Paderborner durch die letzte Trainingswoche begleiten wird, denn nur ein Punkt beträgt der Vorsprung auf Rang 18, der den Abstieg in die Regionalliga bedeuten würde. Der SCP aus Ostwestfalen kann durchaus noch am letzten Spieltag, dann im Gastspiel beim VfL Osnabrück, absteigen. Münster zu bezwingen war deshalb so wichtig. Egal wie.

Das war ein errungener Sieg, kein herausgespielter Sieg.

Steffen Baumgart, Trainer des SC Paderborn

"Wir haben garkein Fußball gespielt und hatten keinen Torabschluss aus dem Spiel heraus", sagte Preußentrainer Benno Möhlmann. Seine Mannschaft war in den letzten Wochen praktisch von Erfolg zu Erfolg geeilt, doch enttäuschte ihren Cheftrainer diesmal auf ganzer Linie. Steffen Baumgart, Trainer des SC Paderborn: "Das war ein errungener Sieg, kein herausgespielter Sieg."

Der SCP aus Münster kann aber ebenfalls noch Träume zerstören am 38. und letzten Spieltag, wenn man im Heimspiel dem SSV Jahn Regensburg Rang drei und damit die Aufstiegs-Relegation nehmen würde. Aber Stress, Stress hat nur noch der SC Paderborn, der SC Preußen ist eigentlich durch mit der Saison.

Aufstellung

Paderborn: Kruse - Vucinovic, Sebastian (17. Boeder), Strohdiek, Herzenbruch - Krauße - Zolinski (72. Michel), Piossek, Soyak, Heidinger - van der Biezen (88. Schonlau). - Trainer: Baumgart.

Ersatzbank: Ratajczak (Tor), Ruck, Bickel, Dedic.

Münster: Drewes - Tritz, Kittner, Schweers, Al-Hazaimeh (66. Aydin) - Wiebe - Rühle, Rizzi, Kobylanski (63. Warschewski), Tekerci (46. Stoll) - Grimaldi. - Trainer: Möhlmann.

Ersatzbank: Tantow (Tor), Braun, Hoffmann, Müller.

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Tore: 1:0 van der Biezen (2., Vorarbeit Heidinger).

Zuschauer: 9756.

Schiedsrichter: Günsch (Rattenberg).

Gelbe Karten: - / Tekerci, Grimaldi, Schweers.

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