Fußball: 3. Liga
Serie gerissen: Preußen Münster bleibt im Abstiegskampf stecken

Münster -

Preußen Münster hat das letzte Heimspiel des Jahres im westfälischen Derby gegen den SC Paderborn mit 0:1 (0:0) vor 7774 Zuschauern verloren. Nach dem Treffer von Zlatko Dedic in der 71. Minute war die Niederlage für die Elf von Benno Möhlmann perfekt. Am kommenden Samstag gastiert Münster bei Aufsteiger Jahn Regensburg.

Samstag, 10.12.2016, 16:12 Uhr

Fußball: 3. Liga : Serie gerissen: Preußen Münster bleibt im Abstiegskampf stecken
Wiedersehen mit einem alten Bekannten im Preußenstadion: Der ehemalige SCP-Spieler Marcus Piossek (M.) trägt nun das Paderborner Trikot. Foto: Jürgen Peperhowe

Die Siegesserie des SC Preußen Münster ist vorbei. Aber durch die 0:1-Heimniederlage gegen den bisherigen Drittletzten SC Paderborn - und das war viel schlimmer - wurde ein Mitkonkurrent im Abstiegskampf wieder richtig stark gemacht. Zlatko Dedic erzielte vor 7774 Zuschauern in einem klassischem Null-zu-Null-Spiel den einzigen Treffer nach 71 Minuten.

Nach vier Siegen in Serie sowie 13 gewonnen Punkten aus den letzten fünf Begegnungen musste die Mannschaft von Trainer Benno Möhlmann eine empfindliche Niederlage hinnehmen. Der SCP aus Münster ist nun auf Rang 15, der SCP aus Paderborn rückt auf Position 17 vor, beide Clubs haben 21 Punkte - und nur einen Zähler Vorsprung auf die Abstiegsränge.  

Preußen Münster - SC Paderborn (Saison 2016/17, 18. Spieltag)

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  • Unterschiedlicher konnte die Ausgangslage beim Spiel SCP vs. SCP sein: Während die Preußen - hier im Angriff mit Sinan Tekerci (r.) - auf einer Erfolgswelle schwimmen, ist der Zweitligaabsteiger aus Paderborn - hier mit Routinier Marc-Andre Kruska - in große Abstiegsgefahr geraten.

    Unterschiedlicher konnte die Ausgangslage vor dem Spiel SCP vs. SCP nicht sein: Während die Preußen - hier im Angriff mit Sinan Tekerci (r.) - auf einer Erfolgswelle schwimmen, ist der Zweitligaabsteiger aus Paderborn - hier mit Routinier Marc-Andre Kruska - in große Abstiegsgefahr geraten.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Es gab im Preußenstadion ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten: Der ehemalige SCP-Spieler Marcus Piossek (M.) trägt nun das Paderborner Trikot.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Im Kampf um den Klassenerhalt setzt der SC Paderborn auf einen neuen Coach: Stefan Emmerling soll die Ostwestfalen wieder in die Erfolgsspur zurückbringen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Besonders gut in Form ist zurzeit SCP-Mittelfeldmann Benjamin Schwarz (r.), der sich hier im Kopfduell mit dem Ex-Preußen Marcus Piossek erfolgreich behauptet.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • In dieser Szene war Lennart Stoll (r.) als Zweikämpfer - hier gegen Ben Zolinski - gefragt.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Der Youngster Tobias Warschewski (l.) sorgt momentan für viel Begeisterung beim SCP und hat bereits seine ersten Drittliga-Tore erzielt. Hier versucht Paderborns Sebastian Tim, ihn vom Ball zu trennen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Es folgen weitere Impressionen...

Die personelle Ausgangslage

Nur auf einer Position änderte Benno Möhlmann seine Startelf: Für den gesperrten Jeron Al-Hazaimeh rückte Sinan Tekerci auf die linke Verteidiger-Position. Das hatte der Mittelfeldspieler einige Mal bei Dynamo Dresden schon gespielt. Jetzt war Not am Mann, und Tekerci musste ran.

Bei den Gäste waren viele Augen auf den Ex-Preußen Marcus Piossek gerichtet, der erstmals seit seinem Wechsel nach Kaiserslautern im Sommer 2015 wieder in Münster vorspielte, nun mit seiner neuen Mannschaft aus Paderborn. Er fiel nicht weiter auf.

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Erste Torchancen

Die erste Chance hatten die Gäste nach fünf Minuten, doch ein Kopfball von Zlatko Dedic war leichte Beute für Münsters Max Schulze Niehues. Der Paderborner machte zu wenig aus dieser wirklich guten Gelegenheit.

Preußen Münster - SC Paderborn - die Einzelkritik

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  • Max Schulze Niehues

    Max Schulze Niehues - Note: 3:

    Kam einmal zu spät raus, hatte Probleme bei einem Rückpass und war ansonsten wenig gefordert. Seine Serie von 501 gegentorfreien Minuten riss. In der Nachspielzeit eine Großtat gegen Christian Bickel. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Stéphane Tritz - Note: 3: Stabiler Auftritt hinten rechts, das ist schon in Ordnung, was der Franzose im Augenblick anbietet. Seine wenigen Vorstöße sind gut dosiert, seine Bälle nach vorne präzise. 

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  • Ole Kittner - Note: 2,5: Bester Mann in der Abwehr, lange Zeit alles unter Kontrolle - Pech bei seinem Kopfball kurz vor der Pause. Auch später ein Gefahrenherd im Paderborner Sechzehner. 

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  • Sebastian Mai - Note: 4: Das Geburtstagskind leistete sich in der Anfangsphase ein paar Fehlpässe, auch nach der Pause diverse Patzer im Aufbau. Kein glücklicher Ehrentag - zumal sein Fernschuss knapp vorbeirauschte. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sinan Tekerci - Note: 3: Abgeklärte Partie auf ungewohnter Position. Gefährlich wurde es in der ersten Halbzeit, wenn er sich nach vorne einschaltete. Trotz geringer Körpergröße zweikampfstark. Baute nach der Pause leicht ab. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Danilo Wiebe - Note: 3:

    Organisator und Ballschlepper vor der Abwehr. Wenige Akzente in der Offensive, aber extrem laufstark, auch im Mann-gegen-Mann verbessert. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Benjamin Schwarz - Note: 3:  

    Das Übliche. Schnell, laufstark, gut im Zweikampf. Initiierte vielversprechende Angriffe. Leitete Rizzis Großchance ein, konnte am Ende aber auch keine Akzente mehr setzen. 

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  • Tobias Rühle - Note: 4:

    Das war nicht sein Tag. Wenige Aktionen, keine Präzision. Nur seine Laufbereitschaft stimmte einmal mehr. Blieb mit vielen Flankenläufen aber glücklos. 

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  • Michele Rizzi - Note: 4: Gefährliche Standards, ordentliches Laufpensum, aber am Ende doch kaum Ideen und kaum an Strafraumszenen beteiligt. Er vergab auch die beste Chance vor der Pause, da war mehr drin. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lennart Stoll - Note: 3,5: Engagierter Beginn des laufstarken Talents. Wie er sich in die 3. Liga reinbeißt, ist durchaus beeindruckend. Allerdings schwinden mit der Zeit noch die klaren Aktionen, dann taucht das Eigengewächs ab. 

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  • Tobias Warschewski - Note: 4: Nach drei Heimspielen mit einem eigenen Tor diesmal weitgehend abgemeldet. In der ersten Hälfte noch gut in der Luft und beim Halten von Bällen, später von den erfahrenen Paderborner Verteidigern abgekocht. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mehmet Kara - keine Note:

    Kam spät in die Partie, ohne Impulse. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Amaury Bischoff - keine Note: Hatte die riesige Chance zum Ausgleich kurz nach seiner Einwechslung. Der Pfosten stand im Weg. Diesmal belebend. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Jesse Weißenfels - keine Note: Ein Sprint entlang der Strafraumlinie. Für mehr war keine Zeit. 

    Foto: Jürgen Peperhowe

Münsters bester Angriff folgte nach 22 Minuten, doch die scharfe Flanke von Benjamin Schwarz konnte Michele Rizzi nicht im Tor unterbringen. Dann war da noch ein Kopfball von Ole Kittner nach Ecke von Rizzi, zu diesem Zeitpunkt waren 45 Minuten gespielt.

Dazwischen behakten sich beide Mannschaften. Paderborn näherte sich ein bisschen häufiger dem Preußen-Tor, aber richtig gute Chancen gab es nicht. Die Konterversuche der Preußen kamen dabei über den Experimentierstatus nicht hinaus. Null zu null zur Pause, das passte in einem umkämpften, aber spielerisch nicht gerade überragendem Spiel.

Ideenlosigkeit auf dem Platz

Nach dem Wechsel? So richtig besser wurde es nicht. Beide Mannschaften agierten nach vorne mit Fehlpässen und ohne Ideen. Die Null musste stehen  - auf beiden Seiten. Dementsprechend verdienten sich in der ersten Stunde die Verteidiger Bestnoten, die Angreifer nicht. Es passierte eigentlich recht wenig. Ein Kopfball des Paderborners Robin Krauße (53.) war die einzig nennenswerte Aktion.

Das lief auf eine Nullnummer zu, doch die Gäste hatten den ersten Geistesblitz, als Rechtsverteidiger Ben Zolinski den entscheidenden Pass spielte und Zlatko Dedic allein auf Schulze Niehues zulief - und die Nerven behielt. Paderborn führte mit 1:0.

Turbulente Nachspielzeit

Münsters Antwort? Nach einem Freistoß von Tritz köpfte Kittner (79.) nicht ungefährlich. Wenig später wollten die Preußen einen Handelfmeter nach einem Schuss von Tobias Warschewski (80.). Dann schoss Abwehrspieler Sebastian Mai (83.) scharf neben das Tor.

Amaury Bischoff, Mehmet Kara und Jesse Weißenfels sollten als Einwechselspieler nun für neuen Schwung sorgen in der Schlussphase. Es half erst nichts, dann gab es noch eine vorletzte Ecke in der Nachspielzeit. Der Ball kommt zu Bischoff - und der trifft den Pfosten.

Und noch eine Ecke von Tekerci. Dieses Mal kommt Warschewski an den Ball, aber erneut hat Paderborns Tormann Lukas Kruse die Hände im Spiel und verhinderte den Ausgleich. Den allerletzten Konter setzten die Gäste, aber der eingewechselte Christian Bickel vergab das 0:2.

Statistik

Die Mannschaftsaufstellungen: 

Preußen Münster : Schulze Niehues - Tritz, Kittner, Mai, Tekerci - Wiebe (81. Bischoff), Schwarz - Rühle, Rizzi (76. Kara), Stoll (84. Weißenfels) - Warschewski. - Trainer: Möhlmann.

SC Paderborn: Kruse - Zolinski, Strohdiek, Sebastian, Herzenbruch - Kruska, Krauße - Piossek (87. Schonlau), Michel (90. Bickel), Bertels - Dedic (90. van der Biezen). - Trainer: Emmerling.

Tore: 0:1 Dedic (72., Pass von Zolinski).

Zuschauerzahl: 7774

Gelbe Karten: Stoll, Tekerci / Michel, Bertels, Sebastian, Kruska

Schiedsrichter: Stieler (Hamburg)

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