Fußball: Kreisvorstand wird am 8. April neu gewählt
Altersgrenze bereitet (noch) keine Probleme

Kreis Steinfurt -

Am 8. April, ein Montag, wird im Fußballkreis 30 des FLVW von den Vertretern der Vereine ein neuer Vorstand gewählt. Zum letzten Mal dürfte der Vorsitzende Hans-Dieter Schnippe und einige seiner Kollegen kandidieren – aus Altersgründen.

Freitag, 25.01.2019, 16:26 Uhr
Am 8. April wählen die Vereinsvertreter der Steinfurter Fußballclubs einen neuen Kreisvorstand. Aktuell werden sich alle Mitglieder wieder zur Wahl stellen. Ab 2020 geht das nicht mehr, weil der Vorsitzende Hans-Dieter Schnippe (kl. Bild, r.) ebenso wie Gerhard Rühlow (kl. Bild, l.) die Altersgrenze überschritten haben. Ob Jürgen Lütkehaus (r.) noch einmal als Schiedsrichterobmann antritt, ist ebenfalls ungewiss. Foto: Marc Brenzel

Im August 2017 lautete eine Überschrift auf der Lokalsportseite dieser Zeitung „Das Problem mit der Nachfolge – Vorstand des Fußballkreises Steinfurt ist in die Jahre gekommen“. In Zahlen ausgedrückt brachten die acht Mitglieder des Kreisvorstandes damals 547 Jahre zusammen, mittlerweile sind es fast 16 Jahre mehr geworden. Das wirft Probleme auf: Wenn der Kreisvorstand am 8. April seine Führungsriege neu wählen muss, bricht für einige Herren die letzte Amtszeit an. Nach der im vergangenen Dezember beschlossenen Altersgrenze (gültig ab 2022) dürfen künftige Vorstandsbewerber nicht älter als 75 Jahre sein. Und so muss sich der Kreisvorsitzende Hans-Dieter Schnippe, den die Altersregelung ebenfalls betrifft, ernsthafte Gedanken über einen möglichen Nachfolger machen.

Schnippe, Staffelleiter der Westfalenliga 1, ist 77 Jahre alt. Gerhard Rühlow, Fußballobmann und als Staffelleiter zuständig für die Landesliga 4, Bezirksliga 12, Kreisliga A und außerdem als Kreispokal-Spielleiter im unermüdlichen Einsatz, feierte am Donnerstag seinen 84. Geburtstag. Kassierer Manfred Eppenhoff zählt 72 Jahre, Hans-Dieter Puls, zuständig für Freizeit- und Breitensport, ist 77.

Im Vergleich dazu ist der aktuell 71-jährige stellvertretende Kreisvorsitzende Jörg Brandhorst noch relativ jung und dürfte im Jahr 2022 zur Wiederwahl antreten. Will er aber nicht. Auch ihn treibt die Frage um, wer als Nachfolger in die Bresche springt. Nicht nur auf Kreisebene des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen (FLVW), sondern auch bei seinem Verein, dem SC Altenrheine, den er als Vorsitzender seit 23 Jahren so lange wie kein Vorgänger führt. Bei der SCA-Generalversammlung am 22. März wird Brandhorst nicht kandidieren, seine Amtszeit läuft noch ein Jahr.

Zurück zum Kreis: „Der komplette Vorstand wird neu gewählt. Alle Vorstandsmitglieder wollen weitermachen“, weiß Rühlow zu berichten, dass die aktuelle Riege dann für weitere drei Jahre im Amt bliebe.

Dennoch ist für vier Vorständler ab 2022 Schluss. „Das wissen wir, und wir haben uns auch schon vor längerer Zeit Gedanken um die Nachfolge gemacht. Aber es steht keiner bei mir an der Haustür Schlange. Wir sind an verschiedene Leute, die unserer Meinung nach geeignet wären, herangetreten. Doch die wollen nicht. Mit der Begründung, dass sie in ihren Vereinen so engagiert und eingebunden sind, dass sie nicht noch ein weiteres Amt übernehmen können“, sagt der vielfache Staffelleiter. „Die Leute wissen um die Menge an Arbeit“, ergänzt Rühlow.

Einer, der im August 2017 ebenfalls angekündigt hatte, eventuell nicht mehr kandidieren zu wollen, ist Jürgen Lütkehaus . Jedoch nicht aus Altersgründen, der Schiedsrichterobmann führt die Situation im Bereich der Unparteiischen als Grund an: „Wenn sich die Situation nicht verbessert, werde ich nicht mehr antreten“, sagte Lütkehaus damals.

109 Schiedsrichter hatte Lütkehaus im Jahr 2016 in seiner Mappe, 141 sind es aktuell. Also bereits eine Verbesserung. Aber: „Bei den Anwärterlehrgängen der letzten Jahre haben sich viele 14- bis 16-Jährige angemeldet, die uns in den Kreisligen bei den Senioren erst in einigen Jahren weiterhelfen können“, sagte der oberste Schiri des Kreises. Was die Schiedsrichterzunft in Steinfurt brauche, seien gestandene Fußballer, die aus Altersgründen ihre Stiefel an den Nagel hängen, aber dem Fußball treu bleiben wollten. Warum also nicht einen Lehrgang mitmachen und Referee werden?

Es steht keiner bei mir an der Haustür Schlange.

Gerhard Rühlow
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