Triathlon: Mitteldistanz
Tri-Finish-Starter Heerdt foppt Kienle und Dreitz

Münster -

Platz sieben auf der Mitteldistanz in Heilbronn war ein Riesenerfolg für Luca Heerdt. Doch das war nicht das Ende der Fahnenstange, das Talent von Tri Finish Münster hat noch eine Menge vor. Mit 23 hat er einige große Pläne.

Mittwoch, 22.05.2019, 16:00 Uhr aktualisiert: 22.05.2019, 16:32 Uhr
Lief wie auf Schienen in Heilbronn: Luca Heerdt sicherte sich am Wochenende auf der Mitteldistanz in einem erlesenen Teilnehmerfeld Platz sieben. Foto: Laura Engelbert

Luca Heerdt in diesen Tagen an die Strippe zu bekommen, ist eine Herausforderung. Da glühen die kleinen Griffel. Endlich: Nach dem x-ten Versuch ist er dran – abrupt bricht die Verbindung ab. Ja, lecko mio! Er ruft zurück, Stunden später. Funkloch? „Nein“, lacht der 23-Jährige. „Akku leer.“ Und holt aus: „Ich bin zurück zur Uni, um mir ein Ladekabel zu be­sorgen. Zwecklos.“ Irgendwie kompliziert. Dass es doch klappt, ist dem Umstand geschuldet, dass der Triathlet mal eben seine Studentenbude in Bochum aufgesucht hat, um wieder auf Sendung zu gehen. Hier in der Ruhrmetropole, der Herbert Grönemeyer eine unvergess­liche Hymne gewidmet hat, studiert er Sport und Mathe. Auf Lehramt. Zeit zum ­Sprechen hat er wenig. Er ist auf dem Sprung zum Schwimmtraining. Fünf-, sechsmal die Woche quält der Dreikämpfer seinen Körper, um irgendwann einzutauchen in die Spitze. Erst am Wochenende über die Mitteldistanz in Heilbronn (1,9 Kilometer Schwimmen, 84 Kilometer Radfahren, 21,1 Kilometer Laufen) hat er einen Schritt dahin gemacht. Als Siebter der Deutschen Meisterschaft. In einem Top-Starterfeld. Ausrufezeichen!

Es ist nicht das erste Mal, dass der Ausdauerbolzen von Tri Finish über diese Distanz in den Fokus der Öffentlichkeit rückt. In Köln 2018 finisht er als Erster. Aber: „Die Konkurrenz war nicht so namhaft wie jetzt“, gibt er zu bedenken. Heilbronn war eine andere Hausnummer. In der rund 600 Meter langen Wechselzone erdreistet er sich, Ex-Ironman-Weltmeister Sebastian Kienle , später Gesamtsieger, und Andreas Dreitz zu überholen. Rotzfrech. Ohne Hemmungen. „Das war ein besonderer Moment.“

Als 14. aus dem Wasser, als Zehnter vom Rad – für den abschließenden Halbmarathon hat er Körner gespart, zieht voll durch, läuft auf Rang sieben vor. Applaus von der Familie, die ihn im Ziel empfängt. Mehr geht kaum. Oder doch? „Ich will mich verbessern“, sagt Heerdt, der in Borghorst zu Hause ist. Hier lebt seine ­Familie. Mama Tanja hat ihn mit dem Triathlon-Virus infiziert. 2011.

Als Jugendlicher gehört Heerdt viele Jahre zum NRW-Leistungskader, startet für Deutschland im Europa-Cup – und kommt an der Schwelle zum Senior ins Grübeln. Wie geht es weiter?

An diesem Scheideweg nimmt sich Ralf Kleemann vom Tri-Team Steinfurt seiner an. „Ich kenne Luca schon als kleines Kind, da war er noch Wasserballer“, erzählt er. Heute ist er Trainer und Berater in einer Person. Ein enger Vertrauter. Und einer, der glaubt, dass noch mehr Potenzial in seinem Schützling steckt. „Unter den Jungs, die in den Top Ten in Heilbronn platziert waren, ist er mit Abstand der Jüngste.“

Die nächste Mitteldistanz absolviert Heerdt am Pfingstwochenende in Bonn. Hoffentlich erfolgreich – bitte das Ladekabel fürs Handy nicht vergessen, Luca!

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6631866?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F62183%2F
Münsters Klimabewegung stößt in neue Dimensionen vor
Als Antwort auf die anhaltende Kritik, die Schüler gehörten freitags nicht auf die Straße zum Demonstrieren, sondern auf die Schulbank, und als Aufruf an die Politik hat ein junger Demonstrant seine Rechtfertigung für den Klimastreik auf ein Schild geschrieben.
Nachrichten-Ticker