Basketball: 2. Bundesliga Pro B
Mega-Serie der WWU Baskets endet in Schwenningen – aber noch ist alles drin

Schwenningen -

Es konnte ja nicht immer so weitergehen. Nach 13 teils grandiosen Siegen am Stück hat es die WWU Baskets Münster im Schwarzwald erwischt. Mit 82:100 (48:48) unterlagen sie im zweiten Playoff-Halbfinale der Pro B bei den Panthers Schwenningen. Nächste Woche winkt dennoch das Endspiel.

Samstag, 20.04.2019, 22:14 Uhr aktualisiert: 22.04.2019, 17:34 Uhr
Die WWU Baskets verloren erstmals seit Monaten wieder. Foto: Christina Pohler

Noch ist nichts verloren für die WWU Baskets Münster . Dennoch gingen die Köpfe nach der 82:100 (48:48)-Schlappe im zweiten Playoff-Halbfinale bei den Panthers Schwenningen erst mal nach unten. Kein Wunder. Wer 2019 alle 13 Partien in der Haupt- und K.o.-Runde gewonnen hat, der ist Niederlagen eben nicht mehr gewohnt. Die gute Nachricht für den Aufsteiger: Mit einem Heimsieg am nächsten Samstag kann sich das Team revanchieren. Diesmal fand es im Süden einen wahren Hexenkessel vor. Mit allem, was dazu gehört. Doch wenn es abschließend um den Einzug ins Endspiel geht, hat Münster – vor einer Woche noch Sieger im ersten Duell – das Publikum auf seiner Seite. Es werden dann mehr als doppelt so viele Besucher da sein wie am Karsamstag. Das machte den Baskets, die von rund 80 Fans begleitet wurden und die sich im Block hinterher fast bei jedem einzelnen mit Handschlag bedankten, Hoffnung.

„Ich bin fast froh, dass wir richtig einen vor den Latz bekommen haben. Da kommt im dritten Spiel die Motivation fast von allein“, sagte Trainer Philipp Kappenstein . „Es war eine Wahnsinnskulisse. Aber ich kann nicht sagen, dass es uns Spaß gemacht hat. Der Gegner war top-eingestellt und hat uns mit der Mentalität den Schneid abgekauft. Mit dem negativen Lauf im dritten Viertel und dem Druck daraus konnten wir diesmal nicht umgehen.“

Ausgleich mit Halbzeitsirene

Der Gast begann mit Jojo Cooper , Andrej und Jan König, Stefan Wess sowie Malcom Delpeche. Auch weil die Defense in den ersten Minuten wesentlich mehr zuließ als üblich, wechselte Trainer Philipp Kappenstein schon früh einmal durch. Was Münster auf Schlagdistanz hielt, war vor allem die starke Dreierquote (zweimal Wess, Cooper, Andrej König). Jan König fand noch nicht rein und war schnell doppelt foulbelastet. Trotz der Widrigkeiten und einer pickepackevollen Halle, die mit allen Mitteln die Panthers nach vorne brüllte, blieben die Baskets cool, führten nach dem ersten Durchgang sogar mit 28:26.

Zwischenablage01

Kommende Woche winkt das Endspiel. Foto: Christina Pohler

Es folgten eine dreiminütige Durststrecke und ein 0:6-Lauf, nun hatte Schwenningen die Nase vorn. Die zahlreichen Foulpfiffe verhinderten eine spektakuläre Begegnung. Die Münsteraner hatten nun, obwohl die Starting Five wieder spielte, einige Probleme zu Punkten zu kommen. Kostas Karamatskos führte für die Hausherren klug Regie, Bill Borekambi traf zuverlässig. Ganz abschütteln ließ sich der Nord-Meister dennoch nie. Denn Delpeche blieb stark von der Freiwurflinie, und die Verteidigung wurde auch zunächst besser. Mit der Halbzeitsirene glich Alex Goolsby zum 48:48 aus. Dieser Buzzerbeater schenkte den Baskets ein gutes Gefühl in der Pause – nach einer für sie ungewohnt korbreichen Hälfte.

Ungenauigkeiten und ratlose Defensive

Doch anstatt den Schwung mitzunehmen, legten sie ein Viertel hin, wie sie es in dieser Saison noch nie erlebt hatten. Es begann mit dem vierten Foul für Andrej König, dann kamen Probleme unter der Reuse, verfehlte Würfe, kleine Ungenauigkeiten im Passspiel und eine mehr und mehr ratlose Defensive hinzu. Über 64:53 (23.), 71:57 (26.), 79:59 (27.) und 80:62 (28.) zog Schwenningen vor dem Schlussabschnitt auf 83:65 davon. 35 kassierte Punkte in zehn Minuten - so kennt man die Baskets nicht. Aufbau Cooper probierte alles, als Assistgeber oder auf eigene Faust, und resignierte angesichts eines beflügelten Gegners beinahe.

Der Überraschungshalbfinalist hat in den vergangenen Monaten dank einer tiefen Bank ja schon so manchen Rückstand im letzten Viertel umgebogen, manchmal auf phänomenale Art und Weise. Doch dieses Paket war zu groß. Das hatte wohl auch Coach Philipp Kappenstein erkannt. Ein bisschen Risiko ja, aber dann blieb es beim kontrollierten Spiel. Das totale Debakel sollte verhindert werden. Der 100. Panthers-Punkt durch Anell Alexis war nicht zu umgehen. Immerhin wurde es nicht noch deutlicher.

„Das war nicht unsere Spielweise in der Defensive, das können wir besser“, sagte Wess. „Aber wir haben noch das dritte Spiel. Hätten wir das vor der Saison gewusst, wären alle glücklich gewesen.“ Münster hat noch mal etwas vor, das ließen die Kommentare am späten Samstagabend erahnen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6556040?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F62183%2F
Roller-Flotte wächst: 150 neue E-Scooter für Münster
E-Scooter gehören in Münster seit einem Monat zum Stadtbild. Es wird erwartet, dass ihre Zahl noch deutlich steigt.
Nachrichten-Ticker