Basketball: 2. Bundesliga Pro B
WWU Baskets feiern gegen Wolfenbüttel Rekordsieg vor Rekordkulisse

Münster -

Die WWU Baskets Münster rocken weiter die Stadt und ihre neue Liga. Mit einem letztlich mühelosen 75:51 gegen die Herzöge Wolfenbüttel festigte der Neuling die Tabellenspitze und lockte gleichzeitig so viele Zuschauer wie nie zuvor an den Berg Fidel.

Sonntag, 10.02.2019, 13:38 Uhr aktualisiert: 11.02.2019, 16:02 Uhr
Verschnaufpause auf der Bank? Von wegen: Auch am Spielfeldrand und auf den pickepackevollen Tribünen herrschte von der ersten bis zur letzten Sekunde Hochbetrieb beim Auftritt der WWU Baskets vor 3000 Zuschauern am Berg Fidel. Foto: fotoideen.com

Auf diesen Rekord waren alle scharf, die es mit den hiesigen Basketballern halten. Erstmals meldeten die WWU Baskets Münster ein ausverkauftes Haus und zogen 3000 Zuschauer nach Berg Fidel. Die Superlative in der 2. Liga Pro B sind ein Markenzeichen des beliebten und umjubelten Aufsteigers, der wieder lieferte – und das erstmals ziemlich mühelos bis zum höchsten Erfolg der Serie.

Das 75:51 (43:22) über die Herzöge Wolfenbüttel, den bisher schwächsten Gast, war im vorletzten Normalrunden-Heimspiel der sechste Sieg am Stück und der 14. insgesamt. Schnurstracks marschiert der Spitzenreiter gen Playoffs und will ab dem 2. März aus starker Position heraus das Achtelfinale anpacken. Gegen einen Süd-Vertreter wird dann wieder Neuland betreten.

388 Zuschauer schauen im Schnitt zu, wenn die herzoglichen Korbjäger daheim antreten. Jetzt sahen sie sich 3000 gegenüber und fanden es nach Trainer Steven Esterkamps Worten „ziemlich laut“, was sich in hibbeliger Nervosität niederschlug. Dass Centergröße Dejan Kovacevic fehlte, war sicher ein Nachteil. Unterm Korb füllte niemand die Lücken, aber es gab auch kaum welche. Denn wieder einmal brillierte Münster durch rigoros-konsequente Abwehrarbeit und kaufte auf nahezu jeder Position dem Gegenüber den Schneid ab. „Defensiv grandios“ fand Trainer Philipp Kappenstein die Leistung in diesem Bereich, den die Baskets konzentriert und im Kollektiv aufmerksam abschirmten. Mit 48:30 ging der Rebound-Vergleich an die durchweg Willigen. Mit zehn Zugriffen ragte Malcolm Delpeche heraus.

Münster merkte schnell, die Chance des Abends nutzen zu können, um stressfrei wie nie zuvor bestehen zu können. „Das haben wir uns erarbeitet“, sagte Kappenstein, der meistens gehörig unter Dampf steht an der Außenlinie, jetzt aber aus „wunderbarer Lage heraus“ vor allem damit beschäftigt war, die Einsatzzeiten großzügig zu verteilen. Das gesamte Spielerdutzend kam an den Ball, die fünf Minuten für Center Daniel Woltering waren schon die unterste Marge. Dem Coach gefiel die breite Aufgabenverteilung: „Trotz der Wechsel hat alles hingehauen.“ Niklas Husmann setzte im vierten Viertel zwei Dreier nacheinander, Aufbau Nico Funk traf einmal aus der Distanz und krallte sich fünf zweite Bälle. Für Schwung bei den Attacken sorgte er auch.

Nach dem 23:9 im zweiten Viertel waren alle Karten gelegt. Die von einer langen Sieglosserie verunsicherten Niedersachsen blieben fahrig-fehlerhaft im Stückwerkmodus – ihr Manko auf der Aufbauposition war nicht zu kaschieren. Dem Baskets-Spielgestalter Jojo Cooper fehlte mit der Zeit die Herausforderung, die er braucht, um Wirkung zu erzeugen. Der oft so wichtige US-Spieler traf nur zwei seiner zehn Versuche und ließ es später auch an Konzentration im Zuspiel mangeln.

Weil die Abwehr-Arbeit durchweg sehr solide erledigt wurde, ließ sich verschmerzen, dass Münster am Ende sogar mehr Fehlpässe gespielt hatte als der Verlierer – und dass Spieler wie Andrej König oder Leo Padberg genau wussten, schon einmal mehr zum Sieg beigetragen zu haben als an diesem 20. Spieltag. WWU Baskets : J. König (19/5), Delpeche (15), Goolsby (8/2), Weß (8), Geretzki (7/1), Husmann (6/2), Cooper (5), Funk (4/1), Hänig (2), A. König (1)

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