Kein Antwerpen-Wechsel zu Uerdingen
Absage Richtung Grotenburg

Münster -

Ein wenig genervt wirkte Marco Antwerpen ja schon. Immer wieder musste er am Freitag nach dem 2:0 des SC Preußen gegen den 1. FC Kaiserslautern Fragen beantworten, die nichts mit der guten Partie zu tun hatten. Wird er wirklich neuer Trainer beim KFC Uerdingen? War das sein letzter Auftritt für Münster?

Montag, 04.02.2019, 09:54 Uhr
Während das Team den Sieg über den FCK feiert, halten Sportchef Malte Metzelder (l.) und Coach Marco Antwerpen Zwiesprache. Foto: Peperhowe

„Lasst uns doch über das Spiel sprechen“, flehte er fast. Na ja, trösten dürfte ihn, dass die Gerüchteküche des Wochenendes seinen Marktwert nicht geschmälert hat. Im Gegenteil. Wer permanent in den Schlagzeilen ist, der wird immer interessanter. Ausgelöst hatte die Aufruhr ein während der ersten Halbzeit aufgetauchter Bericht des Online-Portals „liga-drei.de“, nach dem Antwerpen als Nachfolger des entlassenen Stefan Krämer in Krefeld feststeht.

Die Meldung verbreitete sich rasant, da musste doch was dran sein, wenn alle drauf anspringen. Zumindest das ließ sich klären: Der Aufsteiger war wirklich an den Trainer des Drittliga-Rivalen herangetreten. Antwerpen und Assistent Kurtulus Öztürk – das Duo gibt’s nur in Kombination – überlegten tatsächlich wenige Tage, nachdem sie ihren Ausstieg beim SCP zum Saisonende bekanntgegeben hatten. Und kamen zu dem Schluss, das Risiko nicht einzugehen.

Direkt nach Spielschluss hatte Antwerpen zwar nicht alle Spekulationen beendet, aber doch relativ deutlich zu verstehen gegeben, dass Uerdingen nicht infrage kommt. Der 47-Jährige gilt als ex­trem ehrgeizig, aber gleichsam geradeaus. Taktieren ist nicht sein Ding. Als er im Dezember 2017 von Viktoria Köln trotz laufenden Vertrags an die Hammer Straße kam, sagte er von Anfang an, was er wollte.

Dass KFC-Geschäftsführer Nikolas Weinhart am Samstag anmerkte, es gebe keinen Kontakt, beendete die Debatte. Auch wenn der eine oder andere Preuße angesichts der Finanzkraft des Neulings vielleicht schon auf eine opulente Ablöse in klammen Zeiten gehofft hatte. Antwerpen aber mochte den Schleudersitz an der Grotenburg nicht einnehmen. Die mit vielen ehemaligen Bundesliga-Profis und sogar Nationalspielern besetzte Truppe ist quasi zum Aufstieg verdammt, Clubchef Mikhail Ponomarew hat zudem nicht viel Geduld mit seinen Angestellten. Die Ansprüche würden auch in der 2. Liga nicht geringer. Denen stellt sich nun Norbert Meier. Der 60-Jährige wurde am Sonntag als neuer Trainer vorgestellt.

Die Preußen-Spieler lächelten die neue Unruhe am Freitag auch unter dem Eindruck des Heimsiegs galant weg. „Wir haben in der Woche schon gewitzelt“, sagte Routinier Ole Kittner zur möglichen Liaison Antwerpen/ KFC . „Aber uns machen solche Dinge nichts aus. Es ist eben Teil des Geschäfts.“ Auch von der beschlossenen Trennung im Sommer habe die Mannschaft „ziemlich wenig“ mitbekommen. „Wir sollten die Dinge nicht größer machen, als sie sind.“

Klar ist aber auch, dass der Name des SCP-Trainers in den kommenden Monaten immer mal wieder gehandelt wird, wenn in den deutschen Profiligen ein Kollege gefeuert wird. Bei Leistungen wie gegen Lautern ist das vermutlich zu verkraften.

► Kurzfristig haben die Preußen für Dienstag ein Testspiel bei der zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund vereinbart. Die Partie findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

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