Fußball: 3. Liga
Kobylanski im Interview: „Es gibt auch eine Zeit nach Preußen“

Münster -

Martin Kobylanski ist als Vize-Kapitän bei den Preußen, vor allem aber auch der Schreck des 1. FC Kaiserslautern aus dem Hinspiel. Im Interview spricht der 24-Jährige zudem über den Weggang von Trainer Marco Antwerpen und seine eigene Zukunft.

Mittwoch, 30.01.2019, 16:58 Uhr aktualisiert: 30.01.2019, 18:25 Uhr
So jubelte Martin Kobylanski (mit Niklas Heidemann) über sein Siegtor auf dem Betzenberg. Foto: Jürgen Peperhowe

Der Held dieses heißen Augustabends kam von der Bank. Martin Kobylanski wurde mit zwei Freistößen zum großen Schreck des 1. FC Kaiserslautern . Der erste führte über Umwege zum Ausgleich, der zweite in der Nachspielzeit zum 2:1-Siegtor für die Preußen . Vor dem Rückspiel am Freitag (19 Uhr) befragte unser Redakteur Thomas Rellmann den 24-Jährigen zu seiner Erinnerung, zu den Ereignissen der Woche, aber auch zu seiner persönlichen Zukunft.

Glauben Sie, dass FCK-Trainer Sascha Hildmann vorgibt, Freistöße am Sechzehner zu vermeiden?

Kobylanski: Er war ja im August noch nicht da, aber kann sein. Es nimmt sich ja jeder vor, solche Standards in Tornähe zu verhindern. In der Liga werden Stärken und Schwächen vorher genau und präzise analysiert.

Ist der Coup auf dem Betzenberg auch 18 Spiele später Ihr Saison-Highlight?

Kobylanski: Definitiv. Das wusste ich, auch wenn es früh in der Saison war, damals schon. Einfach ein geiles Spiel. Natürlich habe ich mich nicht gefreut, dass ich erst draußen saß, aber dann habe ich den Jungs ja perfekt geholfen. Beim ersten Freistoß, den Fabian Menig per Abpraller reingedrückt hat, hatte ich schon ein gutes Gefühl. Der zweite passte optimal, solche Geschichten schreibt der Fußball eben.

Im ersten Spiel dieses Jahres sind Sie wieder auf der Bank geblieben, was auch mit einem leichten Rückstand begründet wurde. Sind Sie jetzt top-fit?

Kobylanski: Ich habe mich auch in Jena fit gefühlt. Diese Woche gebe ich richtig Gast. Ist ja klar, dass keiner gern Reservist ist. Mal sehen, was unser Trainer Marco Antwerpen diesmal im Kopf hat. Er lässt sich ja selten in die Karten schauen.

Zu Beginn der Wintervorbereitung mussten Sie aber schon pausieren.

Kobylanski: Ja, da war ich eine Woche raus, habe mich aber im Wald oder auf dem Rad fit gehalten, und mit meinem Laktatwert war ich auch sehr zufrieden. Was aber stimmt: Trainingsspezifisch fehlte mir etwas.

Preußen Münsters Kader für die Saison 2018/19 - Kurzporträts

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  • Der SC Preußen der Saison 2018/2019: Obere Reihe von links Julian Conze, Danilo Wiebe, Fabian Menig, Ole Kittner, Simon Scherder, René Klingenburg, Jannik Borgmann, Dominik Lanius, Cyrill Akono, Rufat Dadashov, Lion Schweers, Philipp Hoffmann, Tobias Warschewski Mittlere Reihe von links Marco Antwerpen (Trainer), Kurtulus Öztürk (Co-Trainer), Milenko Gilic (Torwarttrainer), Helge Dahm (Zeugwart), Sandrino Braun, Niklas Heidemann, Ugur Tezel, Christian Krabbe (Leitender Physiotherapeut), Lukas Brüggemann (Physiotherapeut), Cornelius Müller-Rensmann (Mannschaftsarzt), Harald Menzel (Teammanager), Malte Metzelder (Geschäftsführer Sport) Vordere Reihe von links Adrian Knüver, Philipp Müller, Martin Kobylanski, Benjamin Schwarz, Oliver Schnitzler, Maximilian Schulze Niehues, Marian Prinz, Moritz Heinrich, Tobias Rühle, Lucas Cueto, Kevin Rodrigues Pires

    Der SC Preußen der Saison 2018/2019:

    Obere Reihe von links

    Julian Conze, Danilo Wiebe, Fabian Menig, Ole Kittner, Simon Scherder, René Klingenburg, Jannik Borgmann, Dominik Lanius, Cyrill Akono, Rufat Dadashov, Lion Schweers, Philipp Hoffmann, Tobias Warschewski

    Mittlere Reihe von links

    Marco Antwerpen (Trainer), Kurtulus Öztürk (Co-Trainer), Milenko Gilic (Torwarttrainer), Helge Dahm (Zeugwart), Sandrino Braun, Niklas Heidemann, Ugur Tezel, Christian Krabbe (Leitender Physiotherapeut), Lukas Brüggemann (Physiotherapeut), Cornelius Müller-Rensmann (Mannschaftsarzt), Harald Menzel (Teammanager), Malte Metzelder (Geschäftsführer Sport)

    Vordere Reihe von links

    Adrian Knüver, Philipp Müller, Martin Kobylanski, Benjamin Schwarz, Oliver Schnitzler, Maximilian Schulze Niehues, Marian Prinz, Moritz Heinrich, Tobias Rühle, Lucas Cueto, Kevin Rodrigues Pires

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Slalom ist nicht die Disziplin von Fabian Menig. Der Mann ist absolut linientreu und läuft zuverlässig rechts auf und ab.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Jannik Borgmann ist groß und jung. Und weil er außerdem schon sehr abgeklärt und ruhig mit dem Ball umgeht, macht er den arrivierten Recken in der Innenverteidigung ordentlich Dampf.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Oliver Schnitzler ist die Nummer eins: So steht es zumindest auf seinem Trikot. Im Team muss er sich noch mit dem Kollegen Schulze Niehues über den Platz zwischen den Pfosten austauschen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sandrino Braun läuft, das haben jüngste Forschungen ergeben, mit Muskelkraft. Damit wären alle landläufigen Theorien, der Preußen-Dauerläufer sei duracell-betrieben, endlich entkräftet.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Philipp Müller ist technisch beschlagen und nach einer etwas längeren Fußballpause noch im Helene-Fischer-Modus, nämlich schnell atemlos. Die konditionellen Rückstände sollten aber bald behoben sein.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rufat Dadashov war der Schrecken der Regionalliga Nordost. Drum ist man dort heilfroh, den Scharfschützen los zu sein. Ab sofort nimmt er die Drittliga-Tore ins Visier. Alle, außer dem der Preußen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sportfreund Kevin Rodrigues Pires kennt sich in Münsters Mittelfeld bestens aus – auch wenn er dort zuletzt immer gegen den SCP gearbeitet hat. Doch jetzt gehört er zum Team, das Lotter-Leben ist vorbei.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tobias Rühle ist der Marc Wilmots des SC Preußen. Kompakt, drahtig und ganz schwer vom Ball zu trennen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Martin Kobylanski ist der Mann für die besonderen Momente. Seine Freistöße können an guten Tagen Tor-des-Monats-Reife entwickeln. In diese Saison geht „Koby“ als Vize-Mapitän.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ole Kittner ist der Münsteraner bei Münster und als Zentrum der westfälischen Dreierkette kaum mehr wegzudenken.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Für Ugur Tezel ist Münster eine Kleinstadt. Der gebürtige Berliner ist aus der Bundeshauptstadt in die westfälische Provinz gewechselt. Es dürfte dem 21-Jährigen keine Probleme bereiten, sich hier zurechtzufinden.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Kapitän Simon Scherder ist einer der selbsternannten „Ochsen“, die in der münsterischen Dreierkette die gegnerischen Stürmer zur Weißglut bringen.

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  • Rene Klingenburg hat auf Schalke schon am Prof-Fußball geschnuppert, war zuletzt aber nur noch für die Schalker Amateure im Einsatz. In Münster will sich der ehemalige Knappe jetzt zum Ritter schlagen lassen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tobias Warschewski sucht eine Wohnung in Münster, auf dem Platz hat er schon eine Bleibe: In der Sturmspitze.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Marian Prinz hat seinen Platz im Tor sicher: Er sammelt Spielpraxis in der A-Junioren-Bundesliga.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Philipp Hoffmann ist der Mann für die schnellen Momente: Wenn es eilig ist, baut der SCP auf den Antritt des 25-Jährigen..

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Es ist ein Kreuz mit dem Band: Danilo Wiebe muss auf eine schnelle Heilung hoffen, damit er 2019 wieder zum Team stoßen kann.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Auch Benjamin Schwarz verbringt mehr Zeit in Warte- und Behandlungszimmern als auf dem Platz. Ist er gesund, dann ist er ein ganz wichtiger Leistungsträger.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Moritz Heinrich startet in sein zweites Preußen-Jahr und hat sich noch einige Ziele offengehalten. Die will er jetzt angehen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lion Schweers ist der Leisetreter in Münsters Abwehr-Dreigestirn. Seine Leistung ist aber auch ohne Worte immer ohne Fehl und Tadel.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Adrian Knüver trainiert mit der Ersten und spielt (noch) in der Zweiten.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Cyrill Akono hat seine Drittliga-Feuertaufe bereits hinter sich, soll jetzt aber zunächst die A-Junioren zum Bundesliga-Klassenerhalt bomben.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Niklas Heidemann findet Münster gut und Münster findet Heidemann gut: Die Preußen und ihr 23-jähriger Linksverteidiger haben in Bestzeit zueinander gefunden.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Max Schulze Niehues erwartet den nächsten Angriff auf den Posten zwischen den Pfosten, aber irgendwann steht der Mann aus Dreierwalde auf jeden Fall wieder im Kasten – versprochen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lucas Cueto wollte nicht gehen und jetzt sind alle froh, dass er bleibt. Der 22-jährige Kölner hat Stammplatz-Potenzial.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Dominik Lanius ist Innenverteidiger und damit in bester Gesellschaft. Der Ex-Kölner reiht sich ein in die Gruppe Hochbegabter in Münsters zentraler Abwehrreihe.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Am Dienstag hat Antwerpen seinen Abschied verkündet. Wie hat die Mannschaft das aufgenommen?

Kobylanski: Er hat erst mit uns im Mannschaftsrat geredet, fünf Minuten später mit allen. Es ist sehr, sehr schade. Gerade bei unserem Punkteschnitt. Aber es laufen noch viele andere Verträge aus. Auch meiner. Vermutlich verlasse ich Münster im Sommer auch. Dass der Trainer nun ein Zeichen gesetzt hat, kann man ihm nicht übel nehmen.

Keine Chance, dass Sie beim SCP bleiben?

Kobylanski: Ich muss mir nach jetzigem Stand einen neuen Verein suchen. Mit mir hat keiner gesprochen.

Enttäuscht?

Kobylanski: Jeder kennt die finanzielle Situation. Aber natürlich erhofft sich auch jeder Feedback. Es wäre ja gar nicht schlimm mitgeteilt zu bekommen, dass man sich trennt. Es gibt auch eine Zeit nach Preußen. Auch wenn ich mich im Team und in der Stadt extrem wohl fühle. Und ich bin ja mittlerweile schon über zwei Jahre hier.

Wohin streben Sie?

Kobylanski: Das behalte ich für mich und bespreche es mit meinem Berater und meinem Vater.

Sehen Sie nach Antwerpens Ankündigung Probleme für die Restsaison?

Kobylanski: Null. Keiner wird sich gehen lassen oder runterschalten in den nächsten vier Monaten. Jeder ist ehrgeizig genug und will die Saison mit einem guten Gefühl beenden.

Dafür wäre ein Sieg unter Flutlicht Freitag ideal ...

Kobylanski: Absolut. Etwas Geileres gibt es kaum.

Trainer Marco Antwerpen verlässt den SCP

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  • Marco Antwerpen beendet sein Engagement beim SCP.

    Marco Antwerpen beendet sein Engagement beim SCP.

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  • Marco Antwerpen und Malte Metzelder schafften gemeinsam einige Erfolge.

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  • Wichtigster Antwerpen-Vertrauter war aber Co-Trainer Kurtulus Öztürk.

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  • Am Spielfeldrand gab Antwerpen immer klare Anweisungen.

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  • Als Motivator ist Antwerpen besonders stark.

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  • Bei den Spielern verschafft er sich regelmäßig lautstark Gehör.

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  • Spieler wie René Klingenburg explodierten unter Antwerpen.

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  • Auch Rufat Dadashov förderte der Coach.

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  • Ob diese Antwerpen-Geste einem Schiedsrichter galt?

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  • Antwerpen gilt inzwischen als echter Szenekenner.

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  • Hier nimmt er den Zwickauer Ronny König in den Arm.

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  • Es gibt aber auch nachdenkliche Momente.

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  • Manchmal fehlte nicht viel zum Sieg, wie Antwerpen hier anzeigt.

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  • Der Otto-Rehhagel-Pfiff mit zwei Fingern.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Der Weggang von Adriano Grimaldi traf auch Antwerpen.

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  • Ein Fingerzeig, wohin der Weg des Trainers führt? Noch gibt es ihn nicht.

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  • Entspannt beobachtet der Coach das Aufwärmprogramm.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mit Sportchef Malte Metzelder gab es zuletzt auch Dissonanzen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ein Profisport-Klassiker war der Auslöser: Der Trainer will Spieler, der Manager hat kein Geld dafür.

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  • Kurtulus Öztürk ist auf der Bank eher der ruhigere Typ – wenn auch nicht immer.

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  • Doch auch Antwerpen kann beschwichtigen.

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  • ... und sogar tief in sich gehen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Wie Grimaldi verlässt Antwerpen den SCP also bald.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Zum Abschied wird es einige Umarmungen wie hier mit Moritz Heinrich geben.

    Foto: Jürgen Peperhowe
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