Lacrosse: WM
Mohawks-Akteur Niklas Pepper hofft auf Nominierung für Israel

Münster -

Niklas Pepper hat einen Traum. Der Münsteraner würde nur allzu gern in den deutschen Kader für die WM in Israel rutschen. Der Medizinstudent, der für die Mohawks erstklassig spielt, gehört zum 35-köpfigen Aufgebot, das jedoch noch auf 27 Akteure reduziert wird.

Mittwoch, 21.03.2018, 17:40 Uhr

Noch sitzt er auf dem Uni-Trainingsplatz am Horstmarer Landweg – demnächst könnte Niklas Pepper zu den Lacrosse-Weltmeisterschaften nach Israel fahren. Foto: Peter Leßmann

Seine berufliche Zukunft sieht Niklas Pepper in der Radio-Onkologie. Wenn es um seinen Sport geht, mag es der 27-Jährige lieber etwas handfester, zupackender und weniger filigran: Dann spielt der ­Medizinstudent der Westfälischen Wilhelms-Universität Lacrosse. Dieses rasante Mannschaftsspiel, eine Mischung aus Eishockey, Fußball, und Football, bei dem der knapp 150 Gramm schwere Vollgummiball mithilfe eines netzbewährten Schlägers (Stick) ins gegnerische Tor befördert werden muss, fasziniert den künftigen Mediziner nicht nur.

Bundestrainer Matthew Bagley meldet sich

Er beherrscht ihn auch. So sehr, dass sich Pepper durchaus auf die Weltmeisterschaften im Sommer in Israel freuen kann. An diesem Wochen­ende will sich Bundestrainer Matthew Bagley jedenfalls auch beim Münsteraner, der mit den Mohawks in der ­ersten Bundesliga spielt, ­genau deswegen melden: Zurzeit ist Pepper im 35-köpfigen Nationalmannschafts-Kader, den der Brite Bagley bis Ende März im sogenannten „Cut“ auf 27 Spieler ver­kleinern muss, mit denen er dann zur WM reisen wird.

Lacrosse erlebt Renaissance

Niklas Pepper hat sich diesem gar nicht so neuen Sport verschrieben. 1904 und 1908 war Lacrosse noch olympische Sportart, wurde dann 1928, 1932 und 1948 Olympische Vorführsportart und geriet dann nahezu in Vergessenheit. Nun erlebt Lacrosse eine Renaissance, ist vorwiegend in den nordamerikanischen Staaten Volkssport, der insbesondere in dem professionellen College-geprägten System von großer Bedeutung ist. Nicht umsonst versammelte Bagley seine Jungs im Oktober in der Nähe Bostons. Im 50-Mann-Kader des „Camps“ dabei: Niklas Pepper.

Sport mit Vollkörperkontakt

Ursprünglich sammelte der gebürtige Mindener im Fechtsport nationale Meriten und verbuchte internationale Einsätze. „Ein Kommilitone nahm mich dann einfach mit zum Lacrosse“, berichtet Pepper. Der Beginn einer wunderbaren Leidenschaft, obwohl er Teamsport doch nie auf dem Zettel hatte.

Dass Lacrosse ein Sport mit Vollkörperkontakt ist, erfuhr Pepper leidvoll: Kreuz- und Innenband im Knie riss er sich, doch die Pause war nur kurz. Nach intensiver Reha stand er in der Mohawks-Abwehr wieder seinen Mann. Und wie. Der Nationalcoach wurde jedenfalls auf ihn aufmerksam.

Zum Thema

Lacrosse wird in Deutschland in der 1. Bundes-, in der 2. Bundesliga sowie in der Landesliga (nur Bayern und Baden-Württemberg) gespielt. Die Münster Mohawks be­ginnen die Bundesliga-Rückrunde am Samstag (12 Uhr, Kunstrasen Hiltrup-Süd) gegen den SC Frankfurt 1880. Lacrosse wird mit einem Schläger (Stick) sowie einem Hartgummiball, der mit dem im Schlägerkopf befestigten „Pocket“ (Netz) gefangen, geworfen und getragen wird, auf zwei Tore gespielt. Der Face-off eröffnet das Spiel, an dem drei Verteidiger, drei Mittelfeldspieler und drei Angreifer sowie der Torwart eine Mannschaft bilden. Die Spieldauer beträgt 4 x 20 Minuten, bei den Damen 2 x 30 Minuten.

...

Die Hoffnung bleibt

Die US-Tour wurde aus eigener Tasche bezahlt, das Invest zahlte sich aus: „Wir haben gegen College-Auswahlen gespielt, aber auch gegen die Devisions-Profis. Auch im Stadion der New-England-Patriots“, erzählt Pepper. Die „Pats“ gewannen zuletzt 2016 den Super Bowl im American Football. – Erfahrungen, die ihm keiner mehr nimmt und die ihn reifer gemacht haben.

Reif für die Nationalmannschaft und die WM? „Das letzte Wort haben Bagley und das Trainerteam“, weiß Pepper. Dass ihm in Zeiten des Examens ein wenig die Präsenz bei zahlreichen Camps gefehlt hat, könnte dagegenstehen. Die Hoffnung bleibt: „Wenn ich nicht für die WM berufen würde, wäre ich natürlich enttäuscht, aber eben nicht überrascht“, sagt Pepper mit der ihm eigenen gesunden Selbsteinschätzung. „So oder so würde ich aber mit nach Israel fliegen, um das Team zu unterstützen“. Und das nächste Evaluierungs-Camp, also das nächste Vorbereitungsprogramm in Barcelona, wird er auch mitbestreiten. „Egal, wie der Cut ausfällt“.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5608578?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F62183%2F
Ex-Verwaltungschef verliert alle Ansprüche auf eine Abfindung
Die fristlose Kündigung des früheren Verwaltungsleiters des NRW-Landgestüts in Warendorf ist rechtmäßig. Der Ex-Verwaltungschef verliert alle Ansprüche auf eine Abfindung.
Nachrichten-Ticker