Fußball: 3. Liga
Preußen-Matchwinner Scherder erhält Glückwünsche in großer Zahl

Münster -

Die Zahl der Gratulanten war riesig. Simon Scherder ist eben oft eine Art Everybody‘s Darling beim SC Preußen. Nach seinem goldenen Tor plus Rettungstat gegen den Chemnitzer FC erst recht. Dabei spielt er nun auf einer ihm eigentlich fremden Position.

Sonntag, 26.11.2017, 14:11 Uhr

Da steht er in der Luft: Simon Scherder (M.) gewinnt mit Lion Schweers‘ Unterstützung das Kopfballduell gegen den Chemnitzer Tom Scheffel (r.).
Da steht er in der Luft: Simon Scherder (M.) gewinnt mit Lion Schweers‘ Unterstützung das Kopfballduell gegen den Chemnitzer Tom Scheffel (r.). Foto: Jürgen Peperhowe

Simon Scherder ist ein cleverer Kerl. Als er bei seiner Auswechslung in der 74. Minute erfuhr, dass er zur Dopingprobe musste, setzte der Profi gleich ein paar riesengroße Schlücke aus den umliegenden Wasserflaschen an. Ein, zwei Liter presste sich der Held des Abends rein. So konnte er nach dem Abpfiff die Pflicht schnell erledigen und die Kür in Angriff nehmen, die ihm Glückwünsche in großer Zahl einbrachte.

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Verdiente Glückwünsche

Und die waren verdient. Das 1:0 (1:0) gegen Chemnitzer FC – übrigens das gleiche Ergebnis wie fast genau vor einem Jahr gegen die Sachsen – hatte Preußen Münster vor allem seinem Eigengewächs zu verdanken. Erst erzielte er volley das goldene Tor aus 20 Metern (49.), dann rettete er wagemutig gegen Maurice Trapp (72.) die Führung, ansonsten lieferte Scherder wie all seine Kollegen einen couragierten Vortrag ab. Der anschließende Jubel: ekstatisch. Die Anzahl derer, die Scherder diesen Traumtag nicht gönnten: null.

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Vertrag auf den letzten Drücker

Nach zwei Kreuzbandrissen und einigen Rückschlägen war der Defensivmann zwei Jahre abgemeldet, bekam erst auf den letzten Drücker im Sommer einen Vertrag, erhielt dann schnell ein paar Kurzeinsätze und auch mal Chancen in der Startelf – und zwar jeweils als Sechser. Der gelernte Innenverteidiger bringt Übersicht, Ruhe am Ball und vor allem Zweikampfhärte mit, die dem SCP auf dieser Position so lange fehlte.

„Es war mein zweites Spiel hintereinander zu Hause, und es hat gut geklappt, ich steigere mich“, sagte er. „Es ist ein kleiner Lernprozess, die Abläufe reinzubekommen, mehr Vertrauen zu kriegen, nicht mehr so vorsichtig den Ball zu fordern.“ Coach Benno Möhlmann schätzt seinen Schützling bereits: „Simon setzt gut nach, hat ein starkes Spielverständnis. Und ein, zwei Fehlpässe sind auch noch okay.“

17. Spieltag: SC Preußen Münster - Chemnitzer FC

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    Ein stetiger Unruheherd ohne Glück im Abschluss: Adriano Grimaldi behauptet sich hier gegen Emmanuel Mbende (links). 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mit Zug zum Tor: Tobias Rühle lässt hier Maurice Trapp (links) alt aussehen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • War nicht immer so entspannt wie in dieser Szene: Preußen-Trainer Benno Möhlmann.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Silvester vorgezogen: Feuerwerkskörper im Preußen-Stadion – da dürfte des SCP abermals zur Kasse gebeten werden.

    Foto: Jürgen Peperhowe
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Zwei Jahre dafür gearbeitet

Aber wie war das jetzt mit den beiden Situationen, die ihn zum Mann des Tages machten? „Das Tor war schon ein Moment, in dem mir bewusst wurde, wofür ich zwei Jahre gearbeitet habe“, sagte er über die erste Schlüsselszene. „Ich habe schon etwas spekuliert, dass der Verteidiger den Ball zu mir rausköpft. Der kam dann wirklich vor meine Füße, ich habe ihn dropkick genommen, gut getroffen. Zwei Mann waren noch leicht dran, aber dann folgte bei allen die große Erleichterung.“

Nach dem verhinderten Ausgleich musste der 24-Jährige dann raus. Eine Vorsichtsmaßnahme. „Ich habe vorher ein paar Schläge auf die Wade gekriegt. Der Platz war tief, der Muskel hat zugemacht. Als ich mich in den Schuss geworfen habe, ist es mir im Absprung in beide Beine reingeknallt. Nichts Wildes, aber ich bin besser runter, bevor ich mit meinen müden Knochen noch ein Tor verschulde.“

Noch immer im Abstiegskampf

Später blieb auch die Ampelkarte gegen Stéphane Tritz folgenlos. „Es war mein zweites Foul im Spiel“, so der Franzose, der bisher stets 90 Minuten auf dem Feld war. „Naja, vielleicht ist einmal Pause nicht so schlimm. Erst mal waren die drei Punkte wichtig und verdient. Wir hatten bis auf die Schlussphase alles unter Kontrolle, es gab nur einen Schuss der Gegner. Aber wir sind noch immer im Abstiegskampf.“

Martin Kobylanski, der sich nach seiner frühen Auswechslung in Halle steigerte und gern getroffen hätte („Die Chancen waren da, aber es ist egal, wer das Tor macht“), lobte Tritz sogar: „Er hat es clever gemacht, ein Konter in den letzten Minuten wäre gefährlich geworden, auch wenn man den Platzverweis wohl geben kann. Aber so richtig gezittert haben wir nicht mehr.“ Der Pole hatte wohl großes Vertrauen in sein Team.

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Einzelkritik: SC Preußen Münster - Chemnitzer FC

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  • Nils Körber

    Torwart Nils Körber, Note 3: zeigte zwar die eine oder andere Unsicherheit, insgesamt aber ein sicherer Rückhalt seiner Mannschaft. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rechtsverteidiger Stephane Tritz, Note 3,5: kassierte die Gelb-rote Karte in der Schlussminute. Wie üblich sehr zuverlässig in der Defensivarbeit. Nach vorne blieben die Vorstöße und Flanken dagegen schwach. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Innenverteidiger Ole Kittner, Note 2,5: überzeugte nicht nur als Abwehrchef, sondern hätte seine gute Leistung auch mit einem Tor krönen können. War mehrfach brandgefährlich mit seinen Kopfbällen bei Ecken der Preußen. Ein starker Auftritt. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Innenverteidiger Lion Schweers, Note 3: eine grundsolide und unspektakuläre Partie des Eigengewächses. Machte in der Abwehr wenig Federlesen, das war ordentlich.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Linksverteidiger Fabian Mening, Note 3: zeigte einmal mehr, dass im Abwehrverhalten nichts fehlt. Haute sich in jeden Zweikampf, wirkte entschlossen. Vor der Pause hatte Menig zudem auch in der Offensive einige vielversprechend Aktionen.   

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Simon Scherder, Note 2: war der Turm in der Schlacht. Traf zum 1:0, verhinderte mit einer Monstergrätsche den Ausgleich, kämpfte bis zum Umfallen. Macht sich so unverzichtbar in der Mittelfeldzentrale. Der Mann des Spiels.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Michele Rizzi, Note 2,5: hatte nach Anlaufproblemen alles im Griff, streute gute Standards ein, kämpfte vor allem nach der Pause mit allem, was er hat. So stellt man sich den Ersatz-Kapitän immer vor. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Martin Kobylanski, Note 3,5: deutlich verbessert im Vergleich zum 26-Minuten-Auftritt zuletzt in Halle. Hatte einige gute Ideen, das gibt Hoffnung für alle Beteiligten.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Lennart Stoll, Note 3: sorgte auf der rechten Seite für ein gehobenes Maß an Zweikampfqualität, das tat der Mannschaft gut und brachte Stabilität. Vergab allerdings auch eine Riesenchance zum Tor. Gehört zu den wenigen Gewinnern der letzten Wochen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Angreifer Tobias Rühle, Note 3: ist und bleibt Münsters auffälligster Angreifer. Mischte die Chemnitzer Verteidigung ab und an auf, allerdings fehlte auch der große Punch vor dem Gäste-Tor.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Angreifer Adriano Grimaldi, Note 3: nähert sich wieder seiner Bestform, ein einigen Aktionen bissig und aggressiv. Vor dem Tor muss Grimaldi noch die letzten Hemmungen ablegen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ersatzspieler Nico Rinderknecht, keine Note: musste den angeschlagenen Scherder vertreten. Trug seinen Teil dazu bei, dass die Gäste in der Schlussphase nicht mehr groß in die Partie zurückkamen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ersatzspieler Tobias Warschewski, keine Note: vertrat Angreifer Grimaldi und freute sich über ein kurzes Comeback nach mehrwöchiger Verletzungspause. Eine Chance blieb ihm versagt, aber der SCP hat in der Offensive eine Alternative mehr.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ersatzspieler Sebastian Mai, keine Note: nutze die paar Minuten Einsatzzeit, um dem Gegner die Leviten zu lesen. Mai machte keine Gefangenen in seinen Zweikämpfen, er will nach der Verletzungspause wieder in die Startelf zurück. Keine Frage.

    Foto: Jürgen Peperhowe

 

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