Fußball: 3. Liga
Ultra-Zusammenschluss erfreut Preußen – nur kleiner Wermutstropfen

Münster -

Die Stimmung im Preußenstadion dürfte sich in den kommenden Monaten signifikant verbessern. Denn beide Ultra-Gruppen wollen wieder gemeinsame Sache machen. Den Verein freut‘s, das Fanprojekt sowieso. Bliebe der Streitfall Ausgliederung.

Montag, 06.11.2017, 17:11 Uhr

Die Zeiten, in denen an zwei Stellen im Stadion  ein organisierter Support zu verzeichnen war, sind vorbei. Die aktiven Fans haben die Lücke in der Ostkurve geschlossen und sind im Block N zusammengerückt – wie hier am Freitag.
Die Zeiten, in denen an zwei Stellen im Stadion  ein organisierter Support zu verzeichnen war, sind vorbei. Die aktiven Fans haben die Lücke in der Ostkurve geschlossen und sind im Block N zusammengerückt – wie hier am Freitag. Foto: Jürgen Peperhowe

Mehr als neun Jahre lang besaß die Anhängerschaft des SC Preußen ein Alleinstellungsmerkmal, auf das jedoch die wenigsten stolz waren. Zwei Ultra-Formationen feuerten das Team seit 2008 mit Gesängen und Choreografien an, kamen sich dabei aber eben auch regelmäßig in die Quere. Seit Freitag ist dieses Kapitel beendet. Zwar bestehen die Lager offenbar weiterhin, doch die „Deviants“ sind im Heimspiel gegen Fortuna Köln erstmals in die „Fiffi-Gerritzen-Kurve“ (FGK) gerückt.

Der gemeinsame Support, der seit längerer Zeit auswärts ohnehin üblich ist, wurde damit auch auf das heimische Stadion ausgedehnt. Gerade in der ersten Hälfte gegen die Rheinländer war der Block N so lautstark wie seit Ewigkeiten nicht. „Wir finden es total gut, gerade für die Stimmung, dass die Jungs wieder zusammenstehen“, so Siggi Höing , im SCP-Vorstand für Fanbelange. „Für die Gesamtatmosphäre war das eine tolle Nachricht.“

15. Spieltag: Preußen Münster - Fortuna Köln

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  • Das 1:0 für die Preußen: Martin Kobylanski lässt Kölns Torwart Tim Boss keine Chance.

    Das 1:0 für die Preußen: Martin Kobylanski lässt Kölns Torwart Tim Boss keine Chance.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Endlich wieder jubeln: Münsters Torschütze Martin Kobylanski lässt sich nach dem 1:0-Führungstreffer feiern.

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  • Starkes Spiel, vor allem in der ersten Halbzeit: Münsters Tobias Rühle (r.) im Zweikampf mit Lars Bender

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  • Ultragruppen wieder vereint: Die beiden Preußen-Ultragruppen supporten ab sofort auch in Heimspielen wieder gemeinsam.

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  • Kobylanski netzt unhaltbar für Tim Boss zum 1:0 ein.

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  • Rühle gegen Brandenburger.

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  • Kopfballsieger: Simon Scherder vom SCP setzt sich gegen Markus Pazurek durch.

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  • Ball im Blick: Kölns Lars Bender und Münsters Jerin Al-Hazaimeh

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  • Al-Hazaimeh gegen Brandenburger.

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  • Wechsel Al-Hazaimeh geht, Hoffmann kommt.

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  • Rizzi konzentriert bei der Ballannahme.

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  • Wechsel Steinkötter kommt für Grimaldi.

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  • Steinkötter blickt auf den Ball.

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  • Seit 2011 Cheftrainer von Fortuna Köln: Uwe Koschinat.

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  • Steinkötter im Kopfballduell mit Mimbela.

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  • Gelb-rote Karte für Scherder durch Schiedsrichter Steffen Brütting.

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  • Rühle gegen Brandenburger.

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  • Steinkötter im Zweikampf.

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  • Kittner und Scherder gegen Daniel Keita-Ruel.

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  • Grimaldi gegen Brandenburger.

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  • Grimaldi verliert das Kopfballduell gegen Lars Bender.

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  • Grimaldi gleich gegen zwei Kölner.

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  • Unzufrieden: Benno Möhlmann.

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Auch das Fanprojekt wertet den Schritt positiv: „Wir freuen uns, wenn der Austausch weiter zunimmt“, sagt Sprecher Florian Voß . „Das ist wichtig für eine aktive Szene, nicht nur für die aktiven Gruppen. ­Natürlich haben wir keinen direkten Einfluss, versuchen aber das Verständnis aller Preußen-Fans untereinander zu fördern. Die Stimmung am Freitag war beeindruckend und ist auf das ganze Stadion übergesprungen.“

Rückblick: Noch zu Ober­ liga-Zeiten kam es zum Bruch in der einstigen „Curva Monasteria“, die sich 2010 aus anderen Gründen auflöste und eine Renaissance in der „FGK“ erfuhr. Die genauen Gründe wurden nie ganz transparent, auch politische Ansichten (links oder neutral) sollen eine Rolle gespielt haben.

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Gemeinsames Ziel

In den Folgejahren kam es sogar zu körperlichen Auseinandersetzungen, viele Zuschauer außerhalb der betroffenen Reihen waren nicht glücklich über zwei verschiedene akustische Zentren im Stadion. Diese Zeiten sind lange vorbei. Die Szene wuchs wieder zusammen, gab in fremden Stadien ein einheitliches Bild ab. Sinnbildlich dafür stand der im Abstiegskampf der Vorsaison aufgekommene Schlachtruf „Alle zusammen für Preußen Münster“.

Allerdings lassen die beiden Ultragruppen auch keine Zweifel daran aufkommen, dass ein Grund für den Zusammenschluss im gemeinsamen Ziel liegt, die von der Clubführung geplante Ausgliederung der Profi-Abteilung in eine ­Kapitalgesellschaft zu verhindern. Die aktiven Fans machen mobil, der Verein hat in Sachen Öffentlichkeitsarbeit und Werbung für eine GmbH & Co. KGaA noch deutlichen Nachholbedarf. Vermutlich am 17. Dezember, einem Sonntag, soll es im Anschluss an die obli­gatorische Jahreshauptversammlung zur Beschlussveranstaltung für die neue Gesellschaft kommen.

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Der zeitliche Rahmen ist eng gesteckt, obwohl die Pläne seit einem Jahr vorangetrieben werden. Ob die Anzahl der Ultra-Mitglieder im Verein (etwa 80) genügt, um die selbst auferlegte 75-Prozent-Zustimmung zu verhindern, ist fraglich. Doch einfacher wird die Aufgabe, Befürworter zu gewinnen mit der Aktion der Kurve, die aktiv auf Mitstreitersuche gehen will, nicht. „Wir akzeptieren, wenn jemand diese Meinung vertritt. Teile der Ultras sind eben dagegen“, sagt Höing. „Vom Zusammenschluss der Kurve sollte man das Thema aber trennen.“

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