Fußball: Kommentar
Ärger an allen Fronten – die Preußen im Herbst 2017

Preußen Münster ging es schon oft schlecht. Aber war es schon mal so dramatisch wie jetzt? Eher nicht, schreibt unser Redaktionsmitglied Alexander Heflik in seinem Kommentar. Neben den außersportlichen Problemen ist nun auch noch der Abstiegskampf der Mannschaft ein Thema.

Sonntag, 24.09.2017, 14:09 Uhr

Trainer Benno Möhlmann 
Trainer Benno Möhlmann  Foto: Jürgen Peperhowe

Ärger an allen Fronten. Und das eine passt zum anderen. Sportlich stellt sich bei den Preußen die Existenzfrage, die Abstiegsränge sind wieder erreicht. Trainer Benno Möhlmann steht vor der Herkulesaufgabe, diesem Team Selbstvertrauen und Kampfeswillen einzuimpfen, um in dieser Liga bestehen zu können. Bislang galt seine Person als unantastbar, er selbst hat die Debatte um seine Funktion mit einem Anflug von Koketterie eröffnet.

Sein Plus: Er kennt sich wie kaum ein anderer Fußballlehrer mit Krisensituationen aus, das spricht für ihn. Andererseits: So wie die Mannschaft in Jena vor der Pause agierte, kann das nicht die Vorgabe des Trainers gewesen sein. Und wenn doch, dann wäre das ein Desaster.

Auch Sportchef Malte Metzelder ist gefordert, es ist sowas wie sein bislang größer Härtetest. Die Schonzeit für ihn ist abgelaufen, so ist das in diesem Geschäft..

Einzelkritik: Carl Zeiss Jena vs. Preußen Münster

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  • Fabian Menig

    Linksverteidiger Fabian Menig, Note 4,5, war kämpferisch auf der Höhe, spielerisch aber enttäuschend, hangelte sich von einer zur nächsten Aktion.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ersatzspieler Jeron Al-Hazaimeh, keine Note, kam in den letzten zehn Minuten und brachte frischen Wind. Hatte ebenfalls nach einem Konter eine gute Chance zum Ausgleich, legte sich den Ball aber überhastet zu weit vor.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ersatzspieler Lennart Stoll, Note 4, machte etwas mehr Rabatz auf der rechten Seite als Hoffmann-Ersatz. Konnte aber nicht die Wende einleiten. Mit ihm kam etwas mehr Zweikampfhärte ins Preußen-Spiel.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Innenverteidiger Lion Schweers, Note 4, gehörte noch zu denen, die sich intensiv gegen die Niederlage über 90 Minuten aufbäumte, zwischendrin aber auch mit einigen Stockfehlern. Die Gelbe Karte nach 45 Sekunden verdankte einem schluddrigen Pass von Moritz Heinrich.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Stürmer Martin Kobylanski, Note 3,5, sorgte vor der Pause für die einzigen gewinnbringenden Aktionen - wenn man das überhaupt als solche bezeichnen darf. Hing als Sturmspitze dank des indisponierten Mittelfeldes völlig in der Luft.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Michele Rizzi, Note 3,5, bot vor der Pause eine unscheinbare Partie - er war nicht zu sehen auf dem Feld. Steigerte sich nach dem Wechsel mächtig und war an den wenigen guten Offensivaktionen dann beteiligt.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Linksaußen Moritz Heinrich, Note 4,5, zeigte einfach zu wenig für einen Spieler mit seinen Qualitäten, phasenweise unauffindbar auf dem Platz.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Nico Rinderknecht, Note 4, konnte das Ruder nicht umreißen, versuchte nach der Pause mal einen Akzent mit einem ruppigen Foul zu setzen. Von dem 19-Jährigen gleich Leaderqualitäten zu erwarten wäre zu viel.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Torwart Nils Körber, Note 3, am Elfmeter beteiligt, aus seiner Sicht eine zu harte Entscheidung, hielt im Anschluss die Preußen mit drei Paraden im Spiel.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rechtsaußen Philipp Hoffmann, Note 4,5, brachte wenig zustande auf der rechten Seite, wurde total abgemeldet und konnte auch seinen Gegenspieler nicht kontrollieren. Musste zur Pause raus.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Innenverteidiger Sebastian Mai, Note 3, kämpfte, gewann Zweikämpfe, versuchte einiges zu verhindern, schaltete sich nach vorn ein, damit schon einer der besten Preußen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Simon Scherder, Note 5, war als alleiniger Sechser total überfordert mit der Partie. Ihm fehlte jede Unterstütztung, spielte aber zudem viele Fehlpässe und wurde von seinen Mitspielern allein gelassen. Zur Pause war das Spiel für ihn beendet. Ihm fehlte offensichtlich auch die Kraft und Frische nach drei Partien in acht Tagen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rechtsverteidiger Stephane Tritz, Note 4,5, stand wie seine Mitspieler gehörig unter Druck, passte sich dem allgemein schwachen Niveau an, machte viele Fehler.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ersatzspieler Tobias Rühle, Note 4, machte einerseits nach seiner Einwechselung Alarm in einigen Szenen, vergab aber leichtfertig und unentschlossen das 1:1. Rühle bleibt ein Angreifer, aus dem man nicht wirklich schlau wird. 

    Foto: Jürgen Peperhowe

Würde es sportlich passen, würden die beiden anderen großen Zukunftsthemen mit Verve zu bearbeiten sein: Ausgliederung der Profi-Abteilung sowie die Stadionfrage. So aber feuern die Kritiker aus vollen Rohren: Warum soll ein möglicher Viertligist überhaupt ein neues Zuhause bekommen und professionellere Strukturen einfordern?

SCP-Auswärtspleite in Jena

Und dann noch das: Der SCP findet in der Stadt so wenig wie lange nicht mehr statt, und wenn, dann ist das Thema oft irgendwie negativ besetzt. Da hilft auch die krude PR-Kampagne um den „Torschützenverein“ nicht weiter.

Die Zuschauerzahlen sind zudem massiv rückläufig, die Hoffnung, dass das Derby gegen Osnabrück ausverkauft sein könnte – überaus klein momentan. Die PR-Maschine rund um den Club ist gefühlt zum Stehen gekommen, Sponsoren verabschieden sich. Läuft nicht zur Zeit. Läuft gar nicht.

Schwere Zeiten hat der Club schon häufiger erlebt, diese sind vielleicht die härtesten. Ausgang offen – in jede Richtung. Es könnte der Herbst der ganz großen Entscheidungen werden.

Fußball: 3. Liga: FC Carl Zeiss Jena vs. Preußen Münster

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  • 20170923-DSC_5831 Foto: Thomas Corbus
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