Fußball: 3. Liga: Nullnummer in Erfurt
Al-Hazaimeh rettet Preußen

Münster -

Die 45-Punkte-Marke ist erreicht, der letzte Platz in der Auswärtstabelle abgegeben. Mit dem 0:0 bei RW Erfurt konnte Preußen Münster am Sonntag ganz gut leben. Es war ein eher unterdurchschnittliches Fußballspiel, in dem es kaum Chancen gab.

Sonntag, 23.04.2017, 17:04 Uhr

Eine Menge los im SCP-Strafraum: Die Weißen Stéphane Tritz, Adriano Grimaldi, Max Schulze Niehues und Ole Kittner (v.l.) behalten gegen die Roten André Laurito, Carsten Kammlott und Jannis Nikolaou (v.l.) die Übersicht.
Eine Menge los im SCP-Strafraum: Die Weißen Stéphane Tritz, Adriano Grimaldi, Max Schulze Niehues und Ole Kittner (v.l.) behalten gegen die Roten André Laurito, Carsten Kammlott und Jannis Nikolaou (v.l.) die Übersicht. Foto: Jürgen Peperhowe

Und noch ein Punkt, der 17. aus den letzten acht Partien. Preußen Münster erreichte ein 0:0 vor 5120 Zuschauern bei RW Erfurt , die Möglichkeit des Abstiegs aus der 3. Liga ist nur noch eine theoretische. Bei noch vier Spieltagen, garniert mit Heimpartien gegen FSV Zwickau und Jahn Regensburg, ist der Klassenerhalt in trockenen Tüchern. Und, so Trainer Benno Möhlmann : „Zur Pause, als ich in die Kabine ging, wäre ich mit einem Zähler nicht zufrieden gewesen. Aber in der zweiten Halbzeit habe ich keine Aktion nach vorne von uns gesehen.“

Der Liveticker zum Nachlesen:

Eine der spektakulärsten hatte der Fußballlehrer selbst. Als Sinan Tekerci auf Höhe der Mittellinie und nahe der Coachingzone von Möhlmann ein viel zu gewagtes Dribbling versuchte und dann mit mehr Glück als Verstand einen Konter der Erfurter mit einem taktischen Foul an Okan Aydin unterband, platzte dem 62-Jährigen so was wie der Kragen. Er packte sich Tekerci und schüttelte ihn einmal durch. Möhlmann selbst war das unangenehm, er wusste es sofort, und er entschuldigte sich bei Spieler und Öffentlichkeit. „Das darf mir nicht passieren.“ Er sei wütend gewesen. Aber: „Eine solche Reaktion darf ich nicht zeigen. Also habe ich mich gleich bei Sinan entschuldigt, ich werde natürlich auch einen Betrag in die Mannschaftskasse zahlen.“

RW Erfurt vs. Preußen Münster

1/22
  • Rühle gegen Liridon Vocaj

    Rühle gegen Liridon Vocaj

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Kittner gegen Sebastian Tyralla

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tritz gegen Theodor Bergmann

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Kittner und Schweers gegen Jannis Nikolau und Andre Laurito

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rühle gegen Mikko Sumusalo

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rühle gegen Liridon Vocaj

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Schulze Niehues vor Sebastian Tyralla

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Grimaldi gegen Liridon Vocaj

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Benno Möhlmann

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mai gegen Sebastian Tyralla

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Benno Möhlmann

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Stefan Krämer

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mai gegen Okan Aydin

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Grimaldi gegen Andre Laurito

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Warschewski

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Warschewski gegen Liridon Vocaj

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Hoffmann gegen Jannis Nikolau

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Grimaldi klärt vor Andre Laurito

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Grimaldi gegen Maik Baumgarten

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Schweers gegen Theodorr Bergmann

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rühle gegen Jannis Nikolau

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Grimaldi gegen Andre Laurito

    Foto: Jürgen Peperhowe

Mai als Sechser

So viel dazu. Möhlmann musste vor der Partie etwas Neues im umgebauten Steigerwaldstadion wagen. Sebastian Mai spielte als sogenannter Sechser, als Abräumer auf der zentralen defensiven Mittelfeldposition. Denn Danilo Wiebe hatte sich im Abschlusstraining einen Außenbandriss im rechten Sprunggelenk zugezogen. Zudem fehlten auch Benjamin Schwarz (verletzt) und Sandrino Braun (gesperrt). Möhlmann musste tricksen, und er zauberte Mai aus dem Hut.

Zwei Fragen an Philipp Hoffmann

Nach elf Monaten Spielpause – wie fühlten sich die ersten Minuten in Erfurt wieder an?

Hoffmann: Für mich persönlich ist das ein Supergefühl nach so langer Leidenszeit und sehr viel Arbeit wieder auf dem Platz zu stehen. Wir hätten das gerne mit einem Sieg abgeschlossen.

Gibt es nach so langer Auszeit noch so etwas wie Angst bei Ihnen?

Hoffmann: Angst würde ich jetzt nicht sagen. Im Training geht es ähnlich hart zur Sache wie im Spiel. Vielleicht war es in den ersten beiden Wochen noch zurückhaltender bei mir, aber das habe ich dann abgelegt.

...

Die Hausherren hatten die ersten Chancen, als SCP-Schlussmann Max Schulze Niehues sich bei einer Ecke leicht verschätzte, doch im Gewühl am Fünfmeterraum kam kein Erfurter zum Abschluss (12.). Das war es dann auch schon weitestgehend von den abstiegsgefährdeten Rot-Weißen. Später schoss Sebastian Tyrala (40.) einmal scharf aus der Distanz und Daniel Brückner (43.) wurde von Münsters Stéphane Tritz geblockt. Die Preußen hatten vielmehr die bessere Spielanlage, die breitere Brust und eine starke Verteidigung im Rücken. Mai gewann viele Bälle im Mittelfeld, den Rest klärten Lion Schweers und Ole Kittner. Zudem hatte der SCP zwei, drei richtig gute Konter. Was fehlte? Ein Abschluss, einzig der rührige Martin Kobylanski (21.) prüfte mal RWE-Torwart Philipp Klewin. 0:0 zur Pause, das passte schon.

Einzelkritik Preußen Münster vs. RW Erfurt

1/14
  • Max Schulze Niehues

    Torwart Max Schulze Niehues, Note 3, hatte nicht viel zu tun, musste wenige Bälle entschärfen, war meist auf  der Hut. Eine schwierige Partie für einen Schlussmann.

    Foto: Preußen Münster
  • Rechtsverteidiger Stephane Tritz, Note 3, bleibt Monsieur Zuverlässig beim SCP. Defensiv ohne Schnörkel und Federlesen, sein einziger Stellungsfehler und das damit verbundene taktische Foul führte zur Verwarnung - er wird gegen Zwickau gesperrt sein.

    Foto: Preußen Münster
  • Innenverteidiger Ole Kittner, Note 3, tat das, was ein Innenverteidiger in solchen Spielen zu tun hat. Köpfte, grätschte, bearbeitete den Gegner. Kittner machte keine Gefangene.

    Foto: Preußen Münster
  • Innenverteidiger Lion Schweers, Note 3, unterstrich seine aktuell stabile Form. Hatte Glück zu Beginn der Partie, als er Okan Aydin abräumte, dabei auch leicht den Ball traf und nicht verwarnt wurde. Wurde mit jeder Minute souveräner.

    Foto: Preußen Münster
  • Linksverteidiger Jeron Al-Hazaimeh, Note 2,5, konnte in der umkämpften Partie weniger als sonst Akzente nach vorne setzen. Seine Rettungstat am langen Pfosten in der Schlussminute rettete Münster den Punkt, als er einen Kopfball von Tugay Uzan vor der Torlinie abwehrte.

    Foto: Preußen Münster
  • Mittelfeldspieler Tobias Rühle, Note 4, wurde oft hart angegangen, damit praktisch den Stecker gezogen bekommen. Seine Tempoläufe und Dribblings verhinderten die Erfurter geschickt. Nach 74 Minuten war sein Arbeitstag beendet.

    Foto: Preußen Münster
  • Mittelfeldspieler Michele Rizzi, Note 3,5, agierte gegen den Ball erfolgreicher als mit dem Ball. Seine offensiven Akzente fehlten, seine wenigen Standards blieben ungefährlich.

    Foto: Preußen Münster
  • Mittelfeldspieler Sebastian Mai, Note 3, hatte in der defensiven Zentrale eine klare Aufgabe zu erfüllen, gewann viele Zweikämpfe und Kopfbälle, trat mehr als Verteidiger, denn als Spielmacher in Erscheinung.

    Foto: Preußen Münster
  • Mittelfeldspieler Sinan Tekerci, Note 4, war immer mit beteiligt, wenn der SCP schnell umschalten konnte, das war positiv. War fast immer auch daran beteiligt, wenn die Preußen einen guten Konter oder Angriff nicht griffig zu Ende spielten, das war negativ. Wirkte zu verspielt in einer reinen Kampfpartie. Musste in der 85. Minute raus und bekam des Trainers Zorn zu spüren.

    Foto: Preußen Münster
  • Angreifer Martin Kobylanski, Note 3,5, begann wirklich stark, hatte gute Szenen im Mittelfeld und in der Vorwärtsbewegung. Sein Schuss nach 21 Minuten hätte fast das 1:0 bedeutet. Tauchte aber nach gut einer halben Stunde bis zu seiner Auswechselung  in der 65. Minute unerklärlicherweise wieder ab.

    Foto: Preußen Münster
  • Angreifer Adriano Grimaldi, Note 4, bleibt in der Rolle hopp oder top. Wurde nicht einmal vernünftig in Szene gesetzt von seinen Mitspielern, rieb sich rund um den Mittelkreis in Eins-zu-Eins-Aktionen auf, verlor dadurch den Biss in der Sturmmitte. Hing häufig einfach in der Luft.

    Foto: Preußen Münster
  • Einwechselspieler Tobias Warschewski, keine Note, kam für Kobylanski. Hatte den einzigen Torabschluss der Gäste nach dem Wechsel. Eher unauffällig.

    Foto: Preußen Münster
  • Einwechselspieler Philipp Hoffmann, keine Note, durfte für eine Viertelstunde ran, schnupperte nach elfmonatiger Verletzungspause wieder in den Ligaalltag rein. Von ihm konnten keine Wunder erwartet werden. Er ersetzte Tobias Rühle.

    Foto: Preußen Münster
  • Einwechselspieler Lennart Stoll, keine Note, vertrat Sinan Tekerci und hatte in den wenigen Minuten kaum Raum und Zeit, um Impluse setzen zu können.

    Foto: Preußen Münster

Viel Langeweile

Nach dem Wechsel: Was die Offensivaktionen betraf, herrschte Langeweile. Münster wollte irgendwie nicht mehr, Erfurt konnte nicht mehr. In der 70. Minute gab es den ersten Abschluss durch Liridon Vocaj, der SCP löffelte kurz vor dem Abpfiff einen Ball durch Tobias Warschewski aufs Tor (87.). Nur einmal, in der Schlussminute, kam Hektik auf: Doch Jeron Al-Hazaimeh klärte einen Kopfball von Tugay Uzan auf der Linie (90.). Das war's, keine Tore in Erfurt, was voll in Ordnung ging. Soll sich keiner über den Punkt beklagen. Das ist Fußball-Gerechtigkeit.

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4784788?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F62183%2F4847441%2F4896970%2F
Aktivisten nach Ratsentscheid enttäuscht
Vor dem Rathausfestsaal demonstrierten Aktivisten der „Seebrücke Münster“ für die zusätzliche und freiwillige Aufnahme von aus Seenot geretteten Flüchtlingen.
Nachrichten-Ticker