Fußball: 3. Liga
Preußen verlieren durch spätes Eigentor von Al-Hazaimeh in Wiesbaden

Wiesbaden -

Ein Eigentor von Jeron Al-Hazaimeh in der 89. Minute sorgte für die 0:1-Auswärtsniederlage des SC Preußen beim SV Wehen Wiesbaden. Vor 2429 Zuschauern lieferte das Team von Trainer Benno Möhlmann defensiv eine solide Partie ab, zeigte aber in der Offensive wieder eine ganz schwache Vorstellung.

Sonntag, 02.04.2017, 16:04 Uhr

Sinan Tekerci, Unglücksrabe Jeron Al-Hazaimeh und Martin Kobylanski schleichen enttäuscht vom Wiesbadener Feld. 
Sinan Tekerci, Unglücksrabe Jeron Al-Hazaimeh und Martin Kobylanski schleichen enttäuscht vom Wiesbadener Feld.  Foto: Jürgen Peperhowe

Auch das noch: Als der SC Preußen Münster den Punktgewinn mit einem torlosen Remis beim SV Wehen Wiesbaden schon vor Augen hatte, lenkte Jeron Al-Hazaimeh den Ball ins eigene Tor. Eine Minute war da noch zu spielen. Die Niederlage war perfekt, nicht unverdient, wie Trainer Benno Möhlmann später sagte - aber auch unnötig wie ein Kropf. Nach drei Siegen in Folge, dem Sprung weg von den Abstiegsrängen, wurde der große Wurf im Kampf um den Ligaerhalt verpasst. Vor 2429 Zuschauern war das eine Enttäuschung. Am Mittwoch kann es der SCP im Heimspiel gegen SF Lotte deutlich besser machen.

Die Preußen hatten ihre Mannschaft auf drei Positionen umgebaut. Benjamin Schwarz war gelbgesperrt, Mirkan Aydin verletzt, Lennart Stoll war seine Aushilfsrolle los. Dafür rückten Danilo Wiebe, Michele Rizzi und Rechtsverteidiger Stephane Tritz in die Startelf. Und in diesem für die Hausherren so wichtigen Spiel war gleich Feuer unter dem Dach. Lion Schweers klärte nach fünf Minuten im letzten Moment gegen Manuel Schäffler. Auf der Gegenseite kam Adriano Grimaldi nicht richtig zum Kopfball nach einem gut getimten Freistoß von Rizzi (6.). Dann nahm die Partie Fahrt auf in Sachen Zweikämpfe und Einsatz, gerade Wehen Wiesbaden war nicht zimperlich, andererseits zeigten sich die Preußen durchaus clever, holten viele Freistöße raus – aber beide Seiten kamen nicht so richtig zum Fußballspielen. SCP-Keeper Max Schulze Niehues rettete gegen Marc Lorenz (16.) und Robert Andrich (19.).

Wehen Wiesbaden gegen Preußen Münster

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  • Die entscheidende Szene des Spiels: Jeron Al-Hazaimeh will vor Wiesbadens Patrick Meyer klären,...

    Die entscheidende Szene des Spiels: Jeron Al-Hazaimeh will vor Wiesbadens Patrick Meyer klären,...

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • ... doch der Ball landet im eigenen Tor (89. Minute).

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Kurz darauf ist das Spiel vorbei.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mit hängenden Köpfen schleichen die Preußenspieler Tekerci, Al-Hazaimeh und Kobylanski (v.l.) vom Platz.

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  • Zuvor waren alle Offensiv-Versuche der Münsteraner verpufft. Hier versucht es Adriano Grimaldi gegen Robert Andrich.

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  • Auch der eingewechselte Tobias Warschewski konnte nichts mehr ausrichten.

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  • Hier hat er es mit gleich drei Wiesbadenern zu tun.

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  • Chance vertan: Martin Kobylanski scheitert an Wehens Torwart Markus Kolke.

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  • Adriano Grimaldi führte die Preußen als Kapitän auf den Platz.

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  • Trainer Benno Möhlmann treibt seine Mannschaft an.

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  • Abstiegskampf in Wiesbaden: Robert Andrich bringt Münsters Mittelfeldmann Martin Kobylanski zu Fall.

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  • Stephane Tritz klärt vor Wiesbadens David Blacha.

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  • Preußens Maximilian Schulze Niehues muss sich strecken.

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  • Lion Schweers im Duell mit David Blacha

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  • Tobias Rühle gegen Norbert Andrich

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  • Am Ende war aller Einsatz vergebens. Mit 37 Punkten rutschen die Preußen auf Rang 14 ab.

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  • Nach Spielschluss kam die Mannschaft noch einmal zum Schulterschluss zusammen.

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Wiesbaden drängte nach Wiederanpfiff weiter. Der SCP war erneut im Glück, als Kevin Pezzoni (48.) von der Strafraumgrenze abzog, aber ein Preußen-Bein die Kugel ablenkte und so das Spielgerät nur die Latte berührte. Vier Minuten später war der Ball von Pezzoni im Tor, aber der Schiedsrichter entschied auf Abseitsstellung. Die Preußen wackelten in dieser Phase bedenklich. Praktisch im Gegenzug kamen sie zu ihrer ersten Chance, doch das Anspiel von Tobias Rühle erreicht Grimaldi nicht (54.).

Dann kamen die Offensivanstrengungen vor allem der Hausherren wieder zum Erliegen, Kampf und Einsatz regierten die Partie fortan. Der SVWW wollte unbedingt den Sieg, Münster lauerte auf den einen vielleicht gewinnbringenden Konter zum Tor. Intensiv war die Partie, aber auch alles andere als hochklassig. Immer wieder war Schulze Niehues zur Stelle, etwa um einen Schuss von Pezzoni (70.) glänzend zur Ecke abzuwehren. Dann kam Ex-Preuße Lorenz (75.) zum Abschluss, halblinks, zehn Meter bis zum Tor - aber Schulze Niehues wehrte reflexartig ab.

Einzelkritik: Wehen Wiesbaden - Preußen Münster

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    Das Spiel bei SV Wehen Wiesbaden verlor Preußen Münster durch ein spätes Tor mit 0:1. Die SCP-Spieler in der Einzelkritik:

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Torwart Max Schulze Niehues, Note 2, Münsters Bester, wehrte fünf erstklassige Chancen der Gastgeber ab, war beim 0:1 allerdings machtlos.

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  • Rechtsverteidiger Stephane Tritz, Note 3, war wie gewohnt defensiv überzeugend, hatte mit dem Ex-Preußen Marc Lorenz einen starken Gegenspieler. Für die Offensive blieb kaum Zeit und  Raum.

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  • Innenverteidiger Lion Schweers, Note 3, hatte Schwerstarbeit zu verrichten, weil die Preußen-Offensive kaum für Entlastung sorgen konnte.

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  • Innenverteidiger Sebastian Mai, Note 4, hatte Glück, als Referee Winkmann eine Aktion im Strafraum nicht mit einem Elfmeter bestrafte, zudem mit einigen Schwächen im Spielaufbau.

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  • Linksverteidiger Jeron Al-Hazaimeh, Note 3, versuchte beim 0:1 noch zu retten, hatte dabei Pech. Ansonsten defensiv ordentlich und als einer der wenigen mit vernünftigem Vorwärtsdrang.

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  • Mittelfeldspieler Danilo Wiebe, Note 3,5, agierte wie alle anderen defensiv engagiert, verschleppte aber zu häufig das Tempo und konnte das Preußenspiel nicht ankurbeln.

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  • Mittelfeldspieler Sandrino Braun, Note 4, leistete sich einige schwere Abspielfehler, nicht so stark wie in den letzten Partien.

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  • Mittelfeldspieler Michele Rizzi, Note 3, versuchte als einziger im Mittelfeld auch energische Impulse zu setzen. Kämpferisch stark.

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  • Rechtsaußen Tobias Rühle, Note 3,5, war vor der Pause ein häufiger Unruheherd, tauchte aber nach dem Wechsel komplett ab.

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  • Mittelstürmer Adriano Grimaldi, Note 3,5, bekam wieder einmal kaum brauchbare Anspiele in die Spitze, musste sich in Zweikämpfen und Kopfballduellen aufreiben.

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  • Linksaußen Martin Kobylanski, Note 4, blieb blass und musste nach einer Stunde raus.

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  • Ersatzspieler Sinan Tekerci, Note 3,5, sorgte für etwas Belebung anstelle von Kobylanski, mehr aber auch nicht. Wurde in der 60. Minute gebracht.

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  • Ersatzspieler Tobias Warschewski, keine Note, litt in der Schlussphase wie auch Grimaldi unter den nicht vorhandenen Anspielen aus dem Mittelfeld. Kam in der 74. Minute für Braun ins Spiel.

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  • Ersatzspieler Lennart Stoll, keine Note, kam für Rühle ins Spiel, hatte nicht mehr viele Möglichkeiten sich auszuzeichnen. Sein Wechsel erfolgte nach 81 Minuten.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Münsters zweiter guter Angriff erfolgte nach der Pause in Minute 80, als Rühles Querpass keinen Abnehmer in Tornähe fand. Das sagte schon viel über die Offensivleistung der Gäste aus. Und die Quittung folgte spät, als Lorenz den Ball nach innen schlug, die Preußen nicht klären konnten und zu allem Überfluss Al-Hazaimeh den Ball über die Linie ins eigene Tor bugsierte (89.).

Liveticker

Lesen Sie den kompletten Spielverlauf in unserem Liveticker nach.

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Wiesbaden: Kolke - Funk (28. Mrowca), Dams, Ruprecht, Mintzel - Andrich, Pezzoni - Schawdorf (69. Schnellbacher), Blaha (79. Mayer), Lorenz - Schäffler

Münster: Schulze Niehues - Tritz, Schweers, Mai, Al-Hazaimeh - Wiebe - Rühle (81. Stoll), Rizzi, Braun (74. Warschewski), Kobylanski (60. Tekerci) - Grimaldi

Schiedsrichter: Guido Winkmann (Kerken) – Tor: 1:0 Al-Hazaimeh (89./ET) – Zuschauer: 2429 – Gelb: Andrich / Braun, Mai.

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