Fußball: 3. Liga
Vierter Dreier in Serie: Preußen Münster schlägt den Chemnitzer FC mit 1:0

Münster -

Sportlich weiter auf der Erfolgswelle schwimmt Fußball-Drittligist Preußen Münster: Am Freitagabend besiegte der SCP in seinem Heimspiel den Tabellen-3. Chemnitzer FC mit 1:0. Ein Youngster in Reihen der Adlerträger sorgte mit seinem Treffer für den Dreier.

Freitag, 02.12.2016, 22:12 Uhr

Traf zum Tor des Tages: Youngster Tobias Warschewski bleibt in dieser Szene nur zweiter Sieger gegen Chemnitz’ Tormann Kevin Kunz. Nach 52 Minuten machte es der Preußen-Angreifer besser und traf zum Sieg.
Traf zum Tor des Tages: Youngster Tobias Warschewski bleibt in dieser Szene nur zweiter Sieger gegen Chemnitz’ Tormann Kevin Kunz. Nach 52 Minuten machte es der Preußen-Angreifer besser und traf zum Sieg. Foto: Jürgen Peperhowe

Ende Oktober noch am Boden – und im Advent schon obenauf. Was vier Liga-Siege am Stück doch bewirken können! Preußen Münster , das seine Fans im ersten Saisondrittel so gequält hatte, ist die Mannschaft der Stunde in der 3. Liga. Mit dem 1:0 (0:0) gegen den früh dezimierten, aber zuletzt so bombenstarken Chemnitzer FC schob sich das einstige Krisenteam in der Tabelle sogar für einige Stunden auf Rang 14 vor.

Trainer Benno Möhlmann, den das Publikum nach Abpfiff explizit feierte, trat aber gleich auf die Euphoriebremse. „Ich hatte schon noch Sorge, dass etwas passiert, dass wir den Vorsprung noch verlieren. Aber wir haben defensiv gut gearbeitet.“ In der Situation der Adlerträger musste sich sowieso niemand entschuldigen für den Sieg – zumal die Leistung zumindest ordentlich war. „Technisch haben wir dem Gegner vielleicht nicht immer Paroli geboten bei den Kombinationen im Mittelfeld. Aber Chemnitz war in Unterzahl zu zehnt auch noch etwas konzentrierter“, so Möhlmann.

Preußen Münster - Chemnitzer FC

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  • Vor Beginn der Partie legten beide Mannschaften eine Gedenkminute für das in Kolumbien abgestürzte Flugzeug ein.

    Vor Beginn der Partie legten beide Mannschaften eine Gedenkminute für die Opfer des Flugzeugabsturzes in Kolumbien ein.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Der SCP konnte nach zuletzt drei Siegen in Folge selbstbewusst aufspielen. Lennart Stoll (l.) rückte neu ins Team und ging sogleich ins Kopfballduell gegen Tim Danneberg.

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  • Ein alter Bekannter: Dennis Grote (l.) - hier im Zweikampf mit Danilo Wiebe - kehrte im Trikot der Chemnitzer an seine ehemalige Wirkungsstätte zurück.

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  • Die Kugel fest im Griff hat hier SCP-Keeper Maximilian Schulze-Niehues.

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  • Auf den Chemnitzer Torjäger Daniel Frahn (r.) galt es besonders zu achten - hier bekämpft ihn SCP-Abwehrmann Jeron Al-Hazaimeh.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Bereits früh in der Partie gerieten die Chemnitzer nach einem Platzverweis für Alexander Bittrof (r.) in Unterzahl.

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  • Sven Köhler - Trainer des Chemnitzer FC

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  • Es folgen weitere Impressionen vom Spiel...

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  • Foto: Jürgen Peperhowe

Der Coach setzte von Beginn an auf die Jugend. Lennart Stoll begann für den gesperrten Sinan Tekerci links, Tobias Warschewski bildete die einzige Spitze. Tobias Rühle ging nach rechts, Denis Mangafic auf die Bank.

Youngster Stoll war gleich maßgeblich an der Schlüsselszene beteiligt. Er leitete den Ball elegant direkt in den Lauf von Benjamin Schwarz weiter, der Keeper Kevin Kunz vor dem Sechzehner umkurvte und dann durch einen Schubser von Alexander Bittroff vor dem leeren Tor zu Fall kam (16.). Rot für den Verteidiger war die logische Konsequenz. 

Schöneberg-Rückkehr möglich

Der SCP beschäftigt sich offensichtlich intensiv mit einer Rückholaktion von Kevin Schöneberg. Der 31-Jährige, der im Sommer nach vier Jahren in Münster keinen neuen Vertrag erhielt, kam anschließend beim niedersächsischen Regionalligisten BSV SW Rehden unter, wo er Stammspieler ist. Die Preußen sehen wohl Bedarf auf der Rechtsverteidiger-Position, auf der sich Stéphane Tritz erst zuletzt stabilisierte und Denis Mangafic noch nicht zu seiner Form gefunden hat. Ob Schöneberg bei seinem aktuellen Arbeitgeber eine Ausstiegsklausel besitzt, die ihm den Wechsel im Winter ermöglicht, ist offen.

...

Zunächst machte sich die Überzahl aber nicht bemerkbar. Tim Danneberg hatte für den Gast nach einer Ecke sogar die beste Chance (29.). Die Himmelblauen versteckten sich nicht, fuhren einige gefährliche Gegenstöße. Ex-Preuße Dennis Grote rückte für Bittroff zurück in die Viererkette. Der SCP agierte durchaus gefällig, es dauerte jedoch lange bis zur ersten Gelegenheit. Die hatte nach einer Flanke von Stéphane Tritz Warschewski per Kopf (37.). Ansonsten setzte der Gastgeber auf gezielte hohe Bälle, adressiert fast ausschließlich an den einzigen Angreifer, und Geduld.

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Der goldene Treffer

Nach der Pause erhöhte Münster Druck und Risiko ein wenig. Das erlösende 1:0 fiel dann nach einem Konter. Jeron Al-Hazaimeh trieb den Ball nach vorn, Schwarz legte noch einen drauf und powerte die Linie entlang, ehe seine Hereingabe Warschewski am Fünfmeterraum mit perfekter Annahme und präzisem Abschluss veredelte (52.) – einfach sehenswert. Rühle hätte per Kopf nach Michele Rizzis Ecke fast nachgelegt, Daniel Frahn rettete auf der Linie (54.). Auch Schwarz besaß aus der Distanz eine Möglichkeit (60.). 

Preußen Münster - Chemnitzer FC - die Einzelkritik

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  • Max Schulze Niehues

    Max Schulze Niehues - Note: 3: Vor der Pause kaum gefordert. Später bei langen Bällen immer im Bilde, wurde aber zu keiner Parade gezwungen. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Stéphane Tritz - Note: 2,5:

    Sehr souverän im Rückwärtsgang, nach vorne eher dosiert unterwegs. Starke Zweikampfquote, gutes Tempo. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ole Kittner - Note: 2,5:

    Große Präsenz, wenn auch wieder nicht ganz fehlerfrei. Seine Bilanz als Kapitän kann sich sehen lassen (13 von 18 Punkten). In der zweiten Hälfte ein Turm in der Schlacht. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sebastian Mai - Note: 2,5: Die Lufthoheit gehört ihm. Mit Kittner hatte er das Super-Sturmduo Daniel Frahn/Anton Fink immer im Griff - wenn auch dieses nicht den besten Tag erwischt hatte. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Jeron Al-Hazaimeh -  Note: 2,5: Begann mutig auf der linken Seite, holte sich allerdings eine unnötige fünfte Gelbe Karte ab. Wegbereiter des Siegtors. Sein Offensivgeist ließ auch später nicht nach.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Danilo Wiebe - Note: 3: Licht und Schatten am Ball, aber wieder unglaublich laufstark. Kann das Spiel ordnen und beruhigen. Reduzierte die Flüchtigkeitsfehler nach dem Wechsel. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Benjamin Schwarz - Note: 2: Entschlossen holte er gegen Alexander Bittroff die Überzahl heraus. Sein Wert in den Zweikämpfen und als Dauerläufer ist hinlänglich beschrieben. Sahnehäubchen war die Vorbereitung des 1:0. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tobias Rühle - Note: 3: Machte mächtig Alarm auf rechts, jedoch ohne effektiv zu werden. Ihm war anzumerken, dass er sein erstes Tor wollte - manchmal zu Lasten des Abspiels. In der zweiten Hälfte ließ er etwas nach. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Michele Rizzi - Note: 3,5: Seine Physis kommt ihm in offensiver Rolle zugute, könnte allerdings noch mehr auffällige Aktionen generieren. Musste wieder früh vom Feld. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lennart Stoll - Note: 3,5: Ein kleiner Geniestreich des Youngsters leitete den Platzverweis ein. Kämpferisch unterwegs, wenn auch nicht immer glücklich. Ein paar Ballverluste, als die Kraft nachließ. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tobias Warschewski - Note: 2:

    Der „Heimstürmer“ gab den ersten gefährlichen Torschuss ab und war immer im Getümmel. Stets anspielbereit und eine ganz feine Ballbehandlung beim Treffer. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Amaury Bischoff - keine Note: Erneut als Zehner eingewechselt, um Bälle zu halten. Zog ein paar Fouls. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mehmet Kara - keine Note:

    Knapp 20 Minuten im Rennen. Auf links behauptete er die Kugel einige Male gut. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Cihan Özkara - keine Note:Kam erst in der Nachspielzeit. 

    Foto: Jürgen Peperhowe

Natürlich wandelte sich das Bild mit der Führung wieder ein wenig. Die Chemnitzer mussten kommen, die Preußen staffelten sich tiefer und lauerten auf Schnellangriffe.

Möhlmann tobte an der Seite, wenn diese nicht klug ausgespielt wurden oder die zweiten Bälle nach langen CFC-Schlägen beim Gegner landeten – doch brenzlig wurde es kaum. Die Sachsen gaben ihre abwartende Haltung in Gänze erst spät auf, Münsters Hintermannschaft blieb souverän, gerade die Innenverteidiger räumten vieles in der Luft ab. Al-Hazaimeh hatte noch das zweite Tor auf dem Fuß (88.), ebenso Warschewski (90.).

Doch als kurz danach der Abpfiff ertönte, lagen sich alle Preußen jubelnd in den Armen. Erarbeitet, erkämpft, verdient? Wie auch immer – im Abstiegskampf zählen nur die drei Punkte. Und die waren im Sack.

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Statistik:

Aufstellungen:

SCP: Schulze Niehues - Tritz, Kittner, Mai, Al-Hazaimeh - Wiebe, Schwarz (90. Özkara) - Rühle, Rizzi (62. Bischoff), Stoll (73. Kara) - Warschewski

CFC: Kunz - Stenzel (90. Reinhardt), Dem, Conrad, Bittroff - Jopek, Danneberg (86. Hansch) - Mast, Fink, Grote (86. Türpitz) - Frahn

Schiedsrichter: Patrick Schult (Hamburg)

Tor: 1:0 Warschewski (52.)

Zuschauer: 6333

Gelbe Karten: Al-Hazaimeh, Schwarz / Grote, Dem

Rote Karte: Bittroff (16.)

Preußen Top-Team im November

Zu schade, dass die Preußen im November durch den EM-Einsatz der Fußball-Nationalmannschaft um einen Ligaeinsatz gebracht worden sind – so waren es nur drei Partien, die der SCP im elften Monat des Jahres gewinnen konnte. Neun Punkte, 6:0 Tore: Das war mit Abstand Ligaspitze.  Der Freitagsgegner aus Chemnitz, der 1. FC Magdeburg und erstaunlicherweise auch die Amateure von Werder Bremen schafften immerhin jeweils sieben Zähler.

Münster war als Schlusslicht in den November gestartet – und hat ihn als Tabellen-17. wieder verlassen. Erstmals seit dem zweiten Spieltag stand der Club oberhalb der Abstiegsränge – und damit sind nach dem Sieg in Zwickau auch zum ersten Mal Punktprämien fällig geworden.

Im Dezember ist es möglich, diese Bilanz weiter aufzuhübschen. Das 1:0 gegen Chemnitz war der perfekte Start in die Vorweihnachtszeit. (-ag-)

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