Reiten: K+K Cup
Herzstück mit Kultstatus: Bauernolympiade steht weiter hoch im Kurs

Münster -

Als vor 91 Jahren erstmals der Wettkampf um die Wanderstandarte der Stadt Münster ausgetragen wurde, war nicht abzusehen, wie groß der Hype um diesem Mannschaftswettkampf nahezu ein Jahrhundert später sein würde. Binnen Minuten nach dem Start des Vorverkaufs waren die Karten für den Kürabend am Donnerstag einmal mehr vergriffen, das Interesse ist weiter riesengroß. Kurz: Die Bauernolympiade, wie der bundesweit einzigartige Wettstreit liebevoll genannt wird, ist und bleibt das Herzstück des K+K-Cups und genießt Kultstatus.

Mittwoch, 09.01.2019, 08:15 Uhr aktualisiert: 09.01.2019, 10:26 Uhr
Stimmungsvoll, farbenprächtig und sehenswert: Die Bauernolympiade mit den Vereinen aus dem Reiterverband Münster steht bei den Sportlern wie Zuschauern hoch im Kurs. Foto: Jürgen Peperhowe

Daran ändert auch die seit 2012 währende Siegesserie des RV Gustav Rau Westbevern nichts, der mit seinem Triumph im Vorjahr zum 36. Mal gewann – selbstredend die unangefochtene Bestmarke bei bislang 82 Auflagen. Als „ Bayern München des Standarten-Wettkampfs“ wird der Rekordchampion fast schon ehrfurchtsvoll bezeichnet – und stellt sich Jahr für Jahr seinen Herausfordern, die vor zwölf Monaten die große Chance hatten, Westbeverns Siegesserie zu beenden.

Etwas überraschend war der Favorit nach der Dressur und der stimmungsvollen Kür, bei der das Herz der Aktiven in der ausverkauften Halle Münsterland in schöner Regelmäßigkeit höher schlägt, nur Dritter. Der RV St. Georg ­Saerbeck als Führender sowie der RV Nienberge-Schonebeck hatten die leicht bessere Ausgangsposition. Und als dann die Westbeverner Equipe von Reitlehrerin Tanja Alfers im Parcours nicht die gewohnten Nullrunden in Serie produzierte, erhöhten sich die Hoffnungen auf eine Wachablösung noch einmal.

Wettkampf um die Wanderstandarte 2019 - die Teams

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  • RV Albachten: Der bis heute letzte Sieger, der nicht Westbevern heißt. 2001 und 2011 gewann der Vorjahresneunte den Titel.

    RV Albachten:

    Der bis heute letzte Sieger, der nicht Westbevern heißt. 2001 und 2011 gewann der Vorjahresneunte den Titel.

    Foto: Johannes Jötten
  • RV Albersloh:

    Präsentierte sich im Vorjahr unter 17 Mannschaften als Sechster im Vorderfeld – und freute sich über diese Platzierung.

    Foto: Johannes Jötten
  • RV Appelhülsen:

    Sechs Mal Standarten-Sieger, der letzte Erfolg datiert aber von 1978. Zuletzt auf dem zehnten Rang.

    Foto: Johannes Jötten
  • RV Greven:

    Feierte bereits zehn Mal den Sieg: den ersten 1931, den bislang letzten 2010. Platz 14 im Vorjahr.

    Foto: Johannes Jötten
  • RV Havixbeck-Hohenholte:

    Die Equipe aus den Baumbergen ist ein Stammgast bei der Bauernolympiade – 2018 mit Platz 16.

    Foto: Johannes Jötten
  • RV Münster-Sprakel:

    Lieferte vor zwölf Monaten eine tolle Mannschaftskür ab und reihte sich als Vierter weit vorne ein.

    Foto: Johannes Jötten
  • RV Gustav Rau Westbevern:

    Viel muss man über die Equipe von Tanja Alfers nicht sagen – Rekordsieger, seit sieben Jahren ungeschlagen.

    Foto: Johannes Jötten
  • RV St. Hubertus Wolbeck:

    2018 als Startgemeinschaft mit dem RV Hiltrup auf Rang fünf – diesmal wieder alleine im Sattel.

    Foto: Johannes Jötten
  • RV Nienberge-Schonebeck:

    Bereit für den großen Wurf? Nach drei Vizetiteln – zuletzt 2018 – und einem dritten Platz ein Mitfavorit.

    Foto: Johannes Jötten
  • RV Roxel:

    Der Sieger von 2007 war im vergangenen Jahr weit vorne und jubelte über den dritten Platz – und das zurecht.

    Foto: Johannes Jötten
  • R V St. Georg Saerbeck:

    Im Vorjahr den Sieg im Springen vergeben – nun folgt für den 14-maligen Sieger der nächste Anlauf.

    Foto: Johannes Jötten

Allein sie folgte nicht. Erst patzten die Münsteraner im Springen und wurden letztlich Zweiter, ehe es den Spitzenreiter böse erwischte. Fehler auf Fehler erlaubte sich Saerbeck, der Absturz auf Rang acht war die Folge – und der Traum vom ersten Erfolg seit 2006 dahin. „Der Sieg kam unverhofft“, gestand damals Alfers, die auch diesmal wieder Westbeverns Team anführt.

Für Spannung ist gesorgt

Zum nächsten, dem 37. Titel? Die Konkurrenz lechzt nach der Ablösung, gerade Nienberge-Schonebeck – der noch junge Verein war bei seinen bislang vier Teilnahmen dreimal Zweiter (2014, 2017, 2018) und einmal Dritter (2015). Die ohnehin schwere Aufgabe aber wird diesmal noch einen Ticken diffiziler. „Bei uns steht schon ein großer Wechsel an. Wir haben einige junge Reiter und neue Pferde dabei. Das ist nicht so einfach wie in den vergangenen Jahren, als wir uns in der Kür fast blind verstanden haben“, sagt Sabrina Geßmann, die nicht mehr bei der Bauernolympiade starten darf und nun von außen die Daumen drückt.

Voting: Welches ist das sympathischste Team?

Ob Dressur, Kür oder Springen, klar ist: Wer die besten Leistungen im Viereck und im Parcours zeigt, gewinnt die Wanderstandarte der Stadt Münster, sichert sich den Titel bei der Bauernolympiade. Doch wer stellt die sympathischste Equipe? Auch in diesem Jahr können die Zuschauer entscheiden, welches Team den von dieser Zeitung gestellten Preis verdient hat und damit Nachfolger des RV Münster-Sprakel wird. Bis Samstag (12 Uhr) können Sie hier abstimmen oder ihre Stimme an unserem Stand in der Messehalle Mitte abgegeben. 

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Für Spannung ist also gesorgt, nicht nur allein wegen der Startreihenfolge. Demnach endet der Kürabend mit der Darbietung von Westbevern, direkt davor reitet Nienberge-Schonebeck, Saerbeck startet als zehnte von zwölf Mannschaften.

Das Beste kommt zum Schluss? Man wird sehen, was die vom RV Albachten, dem RV Roxel, dem RV Münster-Sprakel oder dem RV Greven vorgelegten Ergebnisse wert sind.

Telgte war der Premierensieger

Neun Vereine haben sich seit 1928 in die Siegerliste der Bauernolympiade eingetragen. Als erste Equipe gewann der RV Telgte, in den Jahren danach folgten mit ihren Premierensiegen der RV Appelhülsen (1929), der RV Greven (1931) und der RV Nienberge (1933). Nach der Pause (1940 bis 1949) setzte der RV Gustav Rau Westbevern erstmals zu einer Serie an (1949 bis 1952), wenig später gewannen der RV St. Hubertus Wolbeck (1956) und der RV St. Georg ­Saerbeck (1964) erstmals. Der RV Albachten (2001) und der RV Roxel (2007) waren erst in diesem Jahrtausend erfolgreich.

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