Warum Anne Brand sich für das Boxen begeistert
Perfekt für Körper und Geist

Gronau -

Das perfekte Training für Körper und Geist – Anne Brand hat beim Boxen den richtigen Sport für sich gefunden.

Samstag, 12.01.2019, 08:00 Uhr
32 Teilnehmer nahmen am Box-Marathon des TV Gronau teil, darunter 22 Frauen. Anne Brand war eine von ihnen und verzeichnete besonders am Boxsack persönliche Erfolgserlebnisse. Foto: Günter Poggemann

„Was, du beim Boxen?“, so hätte Anne Brand vor rund drei Jahren vermutlich reagiert, wenn ihr eine Freundin erzählt hätte, dass sie regelmäßig beim Boxtraining dabei ist.

Heute sprudelt es aus der Eperanin geradezu heraus, stellt man ihr selbst diese Frage: „Das Boxtraining macht extrem viel Spaß. In relativ kurzer Zeit wird der ganze Körper trainiert. Es ist einfach ein ausgezeichnetes Ganzkörpertraining. Und man wird immer super motiviert durch die Trainer“, fasst sie, ohne lange zu überlegen, zusammen.

Die Fotografin und Betreiberin eines Fotostudios hat zeitlebens Sport betrieben und auch manches ausprobiert, bevor sie zum Boxen kam: angefangen beim Step-Aerobic, über Spinning oder Krafttraining im Fitnessstudio bis zum Tennis und Jogging. „Immer ging es mir darum, das zu finden, was mir Spaß macht, und vor allem, was mir guttut“, berichtet sie.

„Step-Aerobic habe ich aufgegeben, als ich beruflich zwei Jahre von Epe weg war. Das Training im Fitnessstudio war mir irgendwann zu langweilig, beim Tennis war ich zu sehr abhängig von anderen. Außerdem bin nicht der Wettkampftyp. Insofern kam mir das Joggen entgegen: Ich konnte alleine laufen, war nicht auf andere angewiesen, war zeitlich flexibel und konnte mein eigenes Tempo laufen. Aber irgendwann wurde mir das zu eintönig“, schildert Anne Brand ihren sportlichen Lebensweg.

Die Teilnehmer des Box-Marathon beim TV Gronau

Die Teilnehmer des Box-Marathon beim TV Gronau Foto: gp

So kam das Boxen für sie gerade richtig. „Beim Laufen hatte ich sehr viel Zeit zum Nachdenken. Beim Boxen muss ich dagegen eineinhalb Stunden voll konzentriert sein, sodass ich alles andere ganz schnell vergesse. Das Boxen ist daher für mich das perfekte Training, um auch den Kopf frei zu bekommen“, nennt sie einen weiteren Grund für ihre Box-Begeisterung.

Koordination, Kondition, Schnelligkeit und Reaktionsvermögen – all dies machen das Boxen und das Boxtraining für Anne Brand aus. Dies wird deutlich, wenn sie eine Trainingsstunde beschreibt.

Man beginnt mit dem Aufwärmtraining beim Seilchenspringen in verschiedenen Formen. Dann folgen in der Regel zwei Durchgänge Tabata, d. h. vier hochintensive Übungen von jeweils 20 Sekunden Dauer wechseln sich ab mit jeweils 10 Sekunden Erholung. „Danach ist man so richtig warm und hat bereits einiges für die Ausdauer und auch die Koordination getan.“

Anschließend folgen Partnerübungen, die dem Boxen schon sehr nahekommen. Man versucht, die Angriffe des Gegenübers abzuwehren und diesen selbst zu treffen – allerdings nicht mit den Fäusten im Gesicht oder am Körper, sondern indem man ihm auf die Schulter dippt. „Und wer fünfmal getroffen wird, der „darf“ eine Strafrunde absolvieren oder einige Liegestütze machen“, erzählt sie schmunzelnd.

Teil drei des Trainings bildet in der Regel ein Circle-Training. Verschiedene Übungen ohne oder mit kleinen Geräten werden dabei absolviert, z. B. Liegestütze oder das möglichst kräftige Werfen von Medizinbällen an die Wand – ein Training, bei dem Kraft und Kondition gleichzeitig gefordert sind.

Schließlich folgt das Training am Boxsack. Dabei geht es darum, die verschiedenen Schläge korrekt und damit im Wettkampf auch wirkungsvoll auszuführen. Zwar ist das Wettkampfboxen nicht das vorrangige Ziel von Anne Brand, trotzdem hat sie gerade am Boxsack ihre Erfolgserlebnisse. „Hier merke ich sehr schnell, was man erreichen kann, wenn man die Schläge sauber ausführt und der Boxsack so richtig ins Schwingen kommt“, erzählt sie.

Außerdem hilft die korrekte Ausführung der Schläge, Verletzungen vorzubeugen. „Und ein bisschen kann man am Boxsack auch Aggressionen abbauen“, ergänzt sie mit einem Lächeln. Am Ende bleibt beim eineinhalbstündigen Boxen nur wenig Zeit zum Cool-Down und für einige Dehnübungen.

Hat Anne Brand auch schon mal daran gedacht, beim richtigen Boxtraining mitzumachen? „Das habe ich schon. Letztlich fehlt mir dafür aber die Zeit“, sagt sie. „Doch eigentlich unterscheidet sich das Training dort gar nicht so sehr vom Fitnessboxen. Es werden lediglich die Schläge wirklich ausgeführt. Daher kommen auch Kopf- und Zahnschutz zum Einsatz“, erläutert sie.

„Boxen ist in jedem Fall etwas für jeden“, hebt Anne Brand nochmals hervor. „Die Jüngsten beim Fitnessboxen könnten meine Kinder sein, es sind aber auch noch Ältere dabei“, berichtet sie. „Vor allem aber sind Männer und Frauen fast gleich stark in der Gruppe vertreten.“

Und dann berichtet sie noch von einem „Nebeneffekt“ des Boxtrainings: „Mein Selbstbewusstsein ist gestiegen. Denn in einer Gefahrensituation könnte ich mich vermutlich deutlich besser wehren. In jedem Fall würde ich dem Gegenüber selbstsicherer entgegentreten“, ist sie überzeugt. Oder wie einer der Trainer es mal formulierte: „Man kann dich in Gronau am Abend durchaus allein auf die Straße lassen.“

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